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Wahl-Schock für die CDU! Mit Paul Ronzheimer, Daniel Sturm und Filipp Piatov

RONZHEIMER.

September 21, 2026

In Mecklenburg-Vorpommern fällt die Union in der Hochrechnung auf 4,9 Prozent und muss um den Einzug in den Landtag zittern. In Berlin verliert die CDU deutlich, während die Linkspartei stärkste Kraft wird.

Speakers Paul Ronzheimer, Daniel Sturm

TopicsPoliticsNewsDaily News

Paul Ronzheimer (0:01)

Ganz kurz, Breaking News, Hochrechnung ARD, 21 Uhr, 47, CDU 4,9 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern.

Daniel Sturm (0:09)

Wahnsinn.

Paul Ronzheimer (0:09)

Brutal.

Daniel Sturm (0:10)

Die CDU unter 5 Prozent in einem Landtag nicht mehr vertreten wahrscheinlich.

Paul Ronzheimer (0:15)

Damit ihr mal diesen kleinen Balken hier seht, das ein kleiner schwarzer Balken.

Daniel Sturm (0:19)

Von 13 auf 4,9 Prozent.

Paul Ronzheimer (0:21)

Die CDU bei 4,9 Prozent, das hat man noch nie gesehen. Das ist historisch.

Herzlich willkommen zur Live-Analyse des großen Wahlabends. Es wurde gewählt in Meckpom und Berlin. Und es ist ein wirkliches Wahlbeben, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern. Das muss man sagen, denn da steht es aktuell nicht fest, ob die CDU den Einzug in den Landtag wirklich schafft. Die AfD ist aktuell auf Platz einzusehen, ist die Hochrechnung. Die SPD von Manuela Schwesig hat eine fulminante Aufholjagd hingelegt und liegt mit 35,7 Prozent auf Platz zwei.

Ganz anders sieht es in Berlin aus. Dort hat die Linkspartei einen sehr starken Wahlsieg hingelegt mit 25,3 Prozent. Die CDU hat massiv verloren auf 19,1 Prozent. Kommt sie aktuell? Besonders bitter ist es für die SPD mit 12 Prozent. Und das hat natürlich auch große Auswirkungen auf den Bund, Bundeskanzler Friedrich Merz auf die SPD-Spitze und natürlich auch auf die Frage, wird es denn jetzt Reformen geben oder nicht. Über all das sprechen wir heute. Mein Name ist Filipp Piatov. Ich bin Journalist und Kollege von Paul Ronzheimer. Paul Ronzheimer ist natürlich auch da, sitzt hier neben mir. Und zu Gast ist heute Daniel Sturm, der politische Chef-Korrespondent des Tagesspiegels. Herzlich willkommen.

Daniel Sturm (1:43)

Hallo, guten Abend.

Paul Ronzheimer (1:44)

Moin. Lass uns einmal über Meck-Prom sprechen. Und die ganz aktuelle Frage, kommt die CDU denn rein oder kommt sie nicht rein? Wir haben hier die noch aktuellste Hochrechnung von der ARD von 1957 Wir haben gerade 21.12 Uhr. Also es ist schon mehr als eine Stunde alt. Und da steht die CDU bei ganz genau 5,0 Prozent. Also knapper könnte es nicht sein. Daniel, was hörst du?

Wie steht es da gerade bei der Auszählung?

Daniel Sturm (2:16)

Scheint sehr, sehr wackelig zu sein, mit der Tendenz, dass es nicht klappt. Aber unabhängig davon, es ist das schlechteste Wahlergebnis der CDU bei einer Landtagswahl ever, seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Bisher war das schlechteste Wahlergebnis 9 Prozent. Das hat die CDU in Bremen erleiden müssen im Jahr 1951 Und jetzt ist es deutlich darunter. Aber wir sind ja gerade dabei, immer von Zäsuren zu sprechen. Das wäre nun wirklich eine Zäsur, dass eine Volkspartei nicht mehr in den Landtag käme, an der 5-Prozent-Hürde gescheitert wäre. Und das noch nebenbei im einstigen Landesverband von Angela Merkel.

Aber aktuell wäre sie noch drin.

Paul Ronzheimer (2:59)

Die neuesten Zahlen, die reinkommen, die sind sehr beunruhigend für die CDU.

Es gab ja schon die ersten Statements. Auch da hat man von einer katastrophalen Wahlniederlage gesprochen. Was würde das ändern, Paul, wenn das jetzt kippt, wenn die CDU nicht mehr bei 5, irgendwas steht, sondern bei 4, irgendwas?

Also ich habe aus dem Präsidium gehört, dass da sehr viel Totenstille war und wirklich Eisiskälte und dass alle noch mal geschockt waren von dem Ergebnis, was sie dort dann gesehen haben um 18 Uhr und dann auch im fortlaufenden Abend.

Und wir sehen es ja, du hast nach den Reaktionen gefragt. In Wahrheit sehen wir diesen Schock auch an den Reaktionen. Wir werden gleich über das Statement des Bundeskanzlers natürlich sprechen. Aber ansonsten gibt es bislang nicht so viele Reaktionen. Wir wissen ja, dass alle Ministerpräsidenten hier sind, dass es eben die Präsidiumssitzungen gab, dass die alle in der Stadt sind, hier gerade in Berlin. Und natürlich miteinander zusammensitzen. Aber Daniel hat es gesagt, angesichts des Ausmaßes dieses Ergebnisses, wenn ich das mal vergleiche mit anderen, vergleichen kann man es nicht, aber mit schlechten Ergebnissen, was dann schon los waren, die Reaktionen abenden, sowohl bei der SPD als auch bei der CDU, ist es sehr interessant, wie ruhig es gerade ist. Und ich denke, du hast ja danach gefragt, wie diese Dynamik sein kann.

Ich stimme da Daniel zu. Natürlich würde das nochmal eine andere Symbolik sein, wenn man tatsächlich rausgeflogen ist. Aber selbst wenn man jetzt bei 5% bliebe, verändert das ja nichts wirklich vom Gefühl, wie schlecht man mittlerweile dasteht. Insofern gehe ich davon aus, dass das momentan nur eine Atempause ist, die wir erleben. Der Kanzler hat es geschafft, durch dieses frühe Statement dafür zu sorgen, dass diese Debatte zumindest heute eher in seine Richtung geführt wird, im Sinne von Ich bleibe, CDU-Vorsitzender und Bundeskanzler. Und das auch nicht mehr so in Frage gestellt wurde. Aber es könnte in der Nacht, am Morgen schon wieder anders aussehen. Denn normalerweise in so einer großen Partei gibt es dann auch irgendwann öffentliche Reaktionen. Die Sache ist ja die, das haben wir auch für den Podcast besprochen, dass in den vergangenen Monaten eben vor allem hinter verschlossenen Türen gesprochen wurde, am Telefon, zwischen den beteiligten Personen. Aber dass das bislang eben wenig in der politischen Öffentlichkeit, also eben mit offenen Aussagen passiert ist. Ja, ich will auf jeden Fall gleich nochmal natürlich auf den Kanzler zu sprechen kommen, wie das auch für die Bundesregierung weitergeht. Aber lass uns einmal in Mecklenburg, in Mecklenburg sagt man ja, Vorpommern, Verzeihung bleiben. Die SPD hat massiv aufgeholt. Sie ist in Anführungszeichen nur auf Platz zwei gelandet, aber trotzdem ein Ergebnis von mehr als 35 Prozent. Das ist weit, weit, weit über dem SPD Bundeswert. Das ist einer sehr starken Wahlkämpferin und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zu verdanken. Aber kann sie denn jetzt auch regieren oder hängt das noch davon ab, ob die CDU reinkommt oder nicht? Kannst du schon absehen, ob Manuela Schwesig mit Linkspartei und Grünen in Meck-Pommern weiter regiert?

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