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Post und Cholera (mit Philipp Jessen ins Wochenende)

Apokalypse & Filterkaffee

September 19, 2026

Die Themen: Heute beginnt das Oktoberfest; Heiko Maas wird 60; Wie gefährlich soziale Medien für die Demokratie sind und was Heidi Reichinnek richtig macht Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Du möchtest Werbung in diesem Podcast schalten?

Speakers Micky Beisenherz, Philipp Jessen

TopicsDaily NewsNewsPolitics

Micky Beisenherz (0:00)

Es ist Samstag, der 19 September.

Einen wunderschönen Samstag Morgen und herzlich willkommen zu Apokalypse & Filterkaffee mit der Wochenendbeilage und Abseits des harten politischen Geschehens. Wir beschäftigen uns hier mal ein bisschen mit dem Föhton, mit der Gesellschaft, aber auch mit der Politik. Und das läuft heute irgendwie alles ein bisschen zusammen. Das lässt sich gar nicht vermeiden. Denn ein Mann, der auf seiner zumindest digitalen Visitenkarte stehen hat, Founder Story Machine und Story Machine Analytics und Buchautor, der hat sich in einem Buch namens Shitfluencer damit beschäftigt, wie Social Media Deutschlands Demokratie zerstören wird oder retten kann. Wir sind also hoffnungsvoll und gehen auch so in dieses Gespräch rein. Ich sage herzlichen Willkommen zurück, Philipp Jessen.

Philipp Jessen (0:57)

Vielen Dank, dass ich wieder da sein darf.

Micky Beisenherz (0:59)

Heute, an diesem Tag, an diesem Samstag, an dem die Folge ausgestrahlt wird, da beginnt das Münchner Oktoberfest. Die Wiesen, wieder mit irgendwelchen Rekordpreisen. Ich glaube, das Handel ist jetzt irgendwie gefühlt so bei 48 Euro oder so.

Mal so ganz einfach gefragt, was bedeutet dir die Wiesen, Philipp?

Philipp Jessen (1:17)

Mir bedeutet die Wiesen persönlich gar nichts.

Micky Beisenherz (1:19)

Was?

Philipp Jessen (1:20)

Nein, ich war ein einziges Mal, glaube ich, auf der Wiesen. Darf ich ganz kurz elaborieren?

Micky Beisenherz (1:25)

Ja, aber unbedingt.

Philipp Jessen (1:26)

Dafür haben wir ja die Woche im Ballad. Ich war ja mal Bravo-Chefredakteur, wie ich gerne erzähle. Ja. Und die Bravo sitzt ja in München. Ja. Und da gibt es dann einmal die Bravo-Wiesen, wo Kunden eingeladen werden. Und da musste ich hin.

Micky Beisenherz (1:36)

Ich bin ja wie das Heidi-Fest.

Philipp Jessen (1:38)

Genau.

Eigentlich ist er der Vorläufer vom Heidi-Fest. Und das Absurde war, dass ich dann wirklich, das ging bis zum Geschäft, ich hatte irgendwann mal fallen lassen dann bei Bravo. Ja, aber ich verkleide mich nicht. Also ich ziehe mir jetzt keine Lederhose an. Und dann bekam ich einen Anruf von dem damaligen Geschäftsführer, Herrn Bogosch, der mir einen Termin einstellen ließ. Und der Termin hieß Lederhose.

Micky Beisenherz (1:57)

Wirklich?

Philipp Jessen (1:57)

Ja, dann wurde ich im obersten Stock.

Und ich dachte, das wäre ironisch. Und er hat mir relativ deutlich zu verstehen gegeben, dass ich da vernünftig angezogen erscheinen solle. Und dass man das hier eher sehr ernst nehmen würde.

Micky Beisenherz (2:09)

Und das war eine Jugendzeitschrift. Das finde ich interessant.

Philipp Jessen (2:11)

Ja, das war eine Jugendzeitschrift. Aber trotzdem geht es ja am Ende trotzdem um viel Geld. Das war einer der wichtigsten Titel des Bauerverlages.

Dann bin ich in der Mittagspause zu Lodenfreigefahren. Weil ich meine Assistentin gefragt habe, wo kauft man denn so was? Ja, bei Loden. Bei der ganzen Etage dafür.

Micky Beisenherz (2:29)

Ich glaube, das ist die dritte Etage. Da gibt es nur Dirndl, aber ganzjährig auch.

Philipp Jessen (2:33)

Genau, da bin ich hingegangen. Und dann kam ein älterer, distinguierter Verkäufer auf mich zu.

Und der sagte dann zu mir, was suchen Sie denn? Dann mache ich eine Lederhose. Ich dachte, was richtig ist oder irgendwie was Touristisches. Ich habe dann gesagt, naja, natürlich was richtiges.

Micky Beisenherz (2:46)

Ja, sicher.

Philipp Jessen (2:47)

Klar, also wenn, dann mache ich es auch richtig. Dann zeigte er mir so eine handgegerbte Hirschlederhose und es sagte am Ende noch so ganz ehrfürchtig, Boris Becker hat die gleiche.

Und dann habe ich gesagt, alles klar. Und dann stieg ich an der Kasse und du weißt, ich gebe ja auch ähnlich wie du gerne Geld auch für Style-Items aus. Rate mal, was sie gekostet hat.

Micky Beisenherz (3:04)

Oh Gott, wenn Boris Becker die gleiche, zum Glück nicht dieselbe. Ich tippe mal bei so einer Lederhose, wenn Boris Becker auch so ein Modell hat, ich tippe mal auf, ich greife mal ganz oben ins Regal, ich will die Historie nicht kaputt machen, 1,1.

Philipp Jessen (3:18)

1,9. Wow. Und 1,9 und ich weiß, 1,9 und wie gesagt, du kennst mich und da habe ich gesagt, nee, das ist mir jetzt natürlich ein Gag doch ein bisschen.

Micky Beisenherz (3:28)

Hättest du nicht in Rechnung stellen können beim Verlag?

Philipp Jessen (3:32)

Die Zeiten waren leider vorbei.

Micky Beisenherz (3:33)

Das ist ja wie bei Mewa, wo man sich die Arbeitskleidung holt.

Philipp Jessen (3:36)

Das war früher bei Gala und so, da konnte man sich auch auf eine Party absetzen. Dann bin ich wieder zurückgegangen in die andere Abteilung, dann kam Ers, der Verkäufer war schon relativ schlecht gelaunt und dann gab er mir so eine Lederhose für ihn, total profane, 400, 500 Euro. Das war für ihn der absolute Bodensatz.

Micky Beisenherz (3:55)

Geh zurück in dein Slum, bitte.

Philipp Jessen (3:57)

Dann zog ich die an, das weiß ich noch ganz genau, ich hatte so ein Polohemd an und das habe ich mir dann vorne so reingesteckt und die Hose so ein bisschen zu weit, für seinen Geschmack glaube ich, runtergezogen. Also so ein bisschen Baggy-Saß. Er sagte eher so, er ist keine Baggy-Hose, der Herr. Das ist schon ein relativ schneidender Ton. Und dann habe ich dummerweise folgende Formulierung, das weiß ich noch, wie er heute benutzt, und habe gesagt, ja ich bin eher so, und ich meine dann natürlich mein Hemd, ich bin eher so der vorne rein hinten raus Typ.

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