Plötzlich eskaliert Trump / Ist das Merz' Geheim-Plan?
RONZHEIMER.
October 12, 2026
Plötzlich eskaliert der Streit zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj: Der US-Präsident verkündet einen überraschenden Diesel-Deal mit Wladimir Putin, Selenskyj wirft ihm Schwäche vor – und Trump fordert daraufhin einen neuen ukrainischen Präsidenten.
Speakers Philipp Piertow, Dmytro Kuleba
TopicsPoliticsNewsDaily News
Philipp Piertow (0:00)
Da sagten mir eben auch einzelne aus dem Selenskyj-Umfeld, also sie haben schon damit gerechnet, dass das in dieser Richtung losgeht, aber dass es so heftig würde und man dann direkt wieder die Pistole an den Kopf bekommt, damit hätten sie nicht gerechnet.
Die Ereignisse zwischen Kiew, Moskau und Washington überschlagen sich. Seit dem Wochenende gibt es eine regelrechte diplomatische Eskalation zwischen US-Präsident Donald Trump, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und natürlich hat auch der russische Diktator Wladimir Putin seine Finger im Spiel. Trump verkündet einen Waffenstillstand, nachdem er einen großen Deal mit Russland verkündet hatte. Er fordert, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten braucht und es gibt die Drohung, dass die Ukraine womöglich weniger Hilfe, noch weniger Unterstützung von der USA bekommt als bislang. Also eine sehr unklare, aber sehr dramatische Lage, die natürlich auch inmitten einer militärischen Eskalation stattfindet, denn die Ukraine, darüber wurde hier im Podcast bereits gesprochen, wird von Russland massiv bombardiert, kurz bevor der Winter hereinbricht.
Und während die Welt damit beschäftigt ist, ist die CDU mit etwas ganz anderem auch noch beschäftigt, denn es findet zur Stunde eine Präsidiumsklausur statt mit Bundeskanzler Friedrich Merz, verschiedenen Ministerpräsidenten und auch Bundespräsident Ade Joachim Gauck, der eine Dinner-Speech halten soll und dem Führungsgremium ins Gewissen redet. Und die große Frage ist, was wird das Ergebnis dieser Präsidiumsklausur sein, die inmitten einer schweren Koalitionskrise, ja ehrlicherweise in einer ganz großen Regierungs- und Parteienkrise stattfindet. Über all das sprechen wir heute. Mein Name ist Philipp Piertow. Ich bin Journalist und Kollege von Paul Ronzheimer. Hallo Paul. Hi Philipp.
Paul, du bist, glaube ich, heute aus der Ukraine wiedergekehrt. Ich verliere bei deinen vielen Reisen den Überblick. Ich muss natürlich noch dazu sagen, wann wir aufnehmen, es ist 21 Uhr und eine Minute.
Du hast Interviews geführt, du warst viel in Kiew unterwegs, hast dir diese schrecklichen Drohnen und Raketenangriffe nicht nur angeschaut, sondern warst da mittendrin. Wie unterschied sich dieser Besuch in der Ukraine von deinen letzten Reisen, die du dahin unternommen hast?
Ja, wir sind mit Luftalarm angekommen in Kiew. Zeitgleich mit dem Bundeskanzler vor einer Woche, an dem Samstag, da wurde eine Brücke angegriffen, dauerhaft Alarm und wir sind zurückgekehrt. Samstagnacht ebenfalls mit Luftalarm und das alles in einer, du hast es angesprochen, hochsensiblen politischen Lage. Wir sind dann durchgefahren durch die Nacht mit dem Auto.
Mittlerweile ist es so, dass auch die Züge immer stärker bombardiert werden. Darüber haben wir auch schon gesprochen. Insofern kann man sich auf die nicht verlassen. Wir fahren ohnehin schon sehr viel mit den Autos. Insgesamt, wie hat sich es unterschieden? Sehr viel intensivere Bombardierungen, größere Sorge davor, noch größere Sorge, was im Winter kommt, ob möglicherweise sogar Leute fliehen müssen aus Kiew. Eine Frontlage, die sich ein wenig stabilisiert hat, aber, und das ist der größte Unsicherheitsfaktor, niemand weiß, was US-Präsident Donald Trump jetzt in den nächsten Wochen bis zu den Midtramps oder danach noch tun könnte. Und das ist momentan der größte Sorgenfaktor. Aber die Ukrainer hören das nicht so gerne, aber ich muss sagen, ich bin immer wieder wahnsinnig beeindruckt, wie sehr sie sich wirklich an alles gewöhnen will ich gar nicht sagen, weil man kann sich nicht an diesen Horror gewöhnen. Aber weiterleben, vielleicht ist es das. Es waren auch wahnsinnig schöne Herbsttage da. Und ich bin dann auch irgendwie mit Freunden spazieren gegangen am Wochenende und dann krachte da wieder was runter und Rauch und manche rannten in den Keller. Wir sind in dem Fall in dem Café sitzen geblieben. Ja, es ist seltsam.
Es ist auf jeden Fall ganz anders nochmal als im Sommer und vor allem auch als im letzten Jahr. Und deswegen ist es auch so wichtig, dass wir und andere immer wieder dort hinfahren und über diese Situation berichten. Lass uns direkt mit dieser diplomatischen Farce einsteigen, die Donald Trump da begonnen hat. Bevor wir darüber sprechen, das ist ein ziemlich großes Ding, oder? Also das, was Trump da mit Putin gemacht hat, das wird in Kiew nicht einfach so Schulterzuckend hingenommen wie, ja mein Gott, irgendwie eine weitere Trump-Wolte, sondern das nehmen die schon sehr ernst, oder? Ja, das nehmen sie sehr ernst. Sie waren sehr geschockt. Sie haben, wie ich finde, auch auf eine Weise reagiert, wo man diskutieren kann, war das jetzt wirklich klug, war es emotional, was wollte Selenskyj mit dieser ersten Reaktion? Aber bevor wir darauf kommen, vielleicht nochmal für die Zuhörerinnen und Zuhörer eine kleine Geschichtsstunde der Beziehungen zwischen Donald Trump und Selenskyj, die ja schon in der ersten Amtszeit von Donald Trump, Ende der ersten Amtszeit, als Selenskyj Präsident wurde, 2019, schlecht wurden, weil Donald Trump wollte Informationen über den Sohn von Joe Biden, Hunter Biden, der in der Ukraine gearbeitet hatte, setzte damals Selenskyj unter Druck. Er hat das nicht abgegeben, von da an war die Beziehung schon schlecht. Dann werden sich alle an das berühmte Meeting im Oval Office erinnern, als Selenskyj da von Trump und vor allem von JD Vans zu Sau gemacht wurde. Er solle mal Respekt zollen und dankbar sein und überhaupt eine Krawatte tragen. Danach ging es hin und her und das kann man hier ein bisschen zurückblättern. Hätte ich fast gesagt, wie ist das beim Podcast zurückhört. Kann man das alles sich nochmal anhören, wenn man denn Zeit hat, hätte.
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