Link mit dem Zaunpfahl (mit Gregor Peter Schmitz)
Apokalypse & Filterkaffee
September 25, 2026
Die Themen: Bäume von Uli Hoeneß dürfen stehen bleiben; Jüdische Unterstützung für Berliner Linksbündnis; Was, wenn Frauen nicht mehr gegen ihre Interessen wählen?
Speakers Yasmine M'Barek, Gregor Peter Schmitz
TopicsDaily NewsNewsPolitics
Yasmine M'Barek (0:00)
Es ist Freitag, der 25 September.
SPEAKER_2 (0:05)
Apokalypse & Filterkaffee, die frisch gebrühten Schlagzeilen des Tages mit Yasmine M'Barek.
Yasmine M'Barek (0:17)
Einen wunderschönen guten Morgen und herzlich willkommen zu Apokalypse & Filterkaffee, dem Nachrichten-Müsli. Am Freitagmorgen, auch dieser vollen innenpolitischen Woche, schauen wir auf die Themen des Tages und das darf ich heute mit Gregor Peter Schmitz machen, dem Chefredakteur des Sterns. Ich sage guten Morgen.
Gregor Peter Schmitz (0:32)
Guten Morgen, schön, dass ich dabei sein kann.
Yasmine M'Barek (0:34)
Wir sprechen heute über ganz verschiedene Dinge. Wir fangen an mit Uli Hoeneß, über den es Neuigkeiten gibt. Wir sprechen natürlich noch mal über die Wahl in Berlin, über Stimmen aus der jüdischen Diaspora. Wir sprechen über das Wahlverhalten von Frauen, über Trump und auch über Open AI. Und bevor wir in diese tiefen Themen gehen, ist heute ein sehr schöner Tag, wie ich finde, denn es ist der Tag des deutschen Butterbrotes.
Haben Sie da eine innige Verbindung zu? Ich meine, wenn man in Deutschland aufwächst, dann hat man zwangsläufig mal ein Butterbrot gegessen. Sind Sie Freund oder Feind des Butterbrotes?
Gregor Peter Schmitz (1:06)
Ich habe heute Morgen noch Butterbrote geschmiert. Wir haben vier Jahre alte Zwillinge und es war heute Obsttag in der Kita, sodass die Butterbrote mit Obst belegt werden mussten. Deswegen habe ich eine ähnliche Beziehung dazu.
Yasmine M'Barek (1:18)
Okay, aber das heißt, die ist ambivalent, wie ich raushöre.
Gregor Peter Schmitz (1:21)
Ambivalent, ja. Man vergisst dann doch, dass der Akt des Butterbrotemachen nicht ganz so unterhaltsam ist, wenn man es irgendwie nostalgisch in Erinnerung hat.
Yasmine M'Barek (1:28)
Ich weiß nicht, wie sie das wahrnehmen, aber es gibt sehr, sehr viele Eltern, die das jetzt zum Hochleistungssport treiben, die Brotdose. Die dann verschiedenste Förmchen verwenden und dann gibt es Gurken in Sternform und Tortilla geschnitten und was weiß ich nicht.
Gregor Peter Schmitz (1:43)
Dieser Leistungsgedanke endet ja nicht beim Butterbrot. Es sind ja quasi die Olympischen Spiele in der Kita, die jeden Tag neu ausgetragen werden. Also auch bei so Dingen wie der Obstwoche.
Da reicht es ja nicht einfach, Obst mitzubringen, sondern es muss dann ein ganz besonderes und überraschendes Obst sein. Der Leistungsdruck macht vor der Kita oder vor den Kita-Eltern nicht halt. Friedrich Merz wäre sehr zufrieden mit uns.
Yasmine M'Barek (2:05)
Wobei das Butterbrot doch eigentlich in seiner Simplicität da genau dafür steht, dass man nicht extravagant sein muss. Also ein gutes Brot mit einer guten Scheibe Käse und ein bisschen Butter. Das ist doch eigentlich deutsche Leitkultur.
Gregor Peter Schmitz (2:16)
Genau, deutsche Leitkultur. Da kommen wir jetzt aber auf ganz halbes Thema schon.
Die deutsche Leitkultur in der Kita symbolisiert am Butterbrot. Ja, das ist der Dampf, den man erst mal kriegen muss. Aber es stimmt, einfacher wäre besser. Da ich nicht viel kann, bin ich auch immer sehr simpel unterwegs.
Yasmine M'Barek (2:30)
Haben Sie diesen Aufreger gesehen aus New York, dass ein Österreicher dort Brot, das in Österreich für 13 Euro verkauft wird, dort für 60 Dollar an New Yorker andreht?
Gregor Peter Schmitz (2:39)
Das ist Kapitalismus. Ja, irgendjemand bezahlt es ja.
Yasmine M'Barek (2:43)
Glückwunsch.
Urteil in München. Bäume von Uli Hoeneß dürfen stehen bleiben. Das berichtete die Süddeutsche Zeitung. Haben bestimmt alle mitbekommen, dass Uli Hoeneß Probleme mit seinen Bäumen hatte. Und das Münchner Landgericht hat in einer Eilentscheidung bekannt gegeben, dass die zwei Linden, die der Ehrenpräsident des FC Bayern auf seinem Grundstück in Bad Wiessee hatte pflanzen lassen, dort stehen bleiben. Eine Nachbarin wollte mit einer Klage erreichen, dass die Bäume beseitigt werden müssen, weil diese den Blick auf das Gut Kaltenbrunn verstellen würden. Uli Hoeneß widersprach, dass man das Gut Kaltenbrunn seit 30 Jahren nicht mehr sehen könne wegen tausender Bäume. Die Vorsitzende Richterin konnte sich in der Sitzung des Eindrucks nicht erwehren, dass es vielleicht gar nicht um die Bäume, sondern um andere Probleme im nachbarschaftlichen Verhältnis gehen könnte. Man wolle dem Ehepaar Hoeneß das Leben nicht schwer machen, versicherte der Klägeranwalt, was der Ehrenpräsident mit einem Da lachen ja die Hühner quittierte. Sind Sie auch erleichtert, dass Uli Hoeneß endlich seine Bäume sicher wissen darf?
Gregor Peter Schmitz (3:38)
Ich bin einerseits erleichtert, andererseits auch gestürzt, denn man würde ja denken, dass an einem Ort in Deutschland die Welt noch in Ordnung ist und das ist am Tegernsee und in dieser Region. Ich weiß nicht, wie gut Sie die Region erkennen, aber ich bin ein großer großer Fan von bayerischen Seen.
Die Ecke ist wirklich traumhaft und ich habe mich mit dem Anwesen von Uli Hoeneß schon seit Jahren beschäftigt, weil es das alte Anwesen von Gunther Sachs ist, den ich ja auch sehr verehre. Und das hat er ihm damals abgekauft, das Ganze neu gestaltet. Also es ist wirklich so schön, wie man sich das vorstellen kann. Gut kalten Bohnen ist ja übrigens auch diese Gegend, wo die Bayern-Spieler dann gerne heiraten oder große Feste feiern. Deswegen kann man schon verstehen, dass er da hinschauen will. Also ich bin ein bisschen bestürzt, dass selbst da offenbar der Frust unter Nachbarn so ausgeprägt ist, dass man nicht einfach mal sagen kann, wir haben es alle schön hier.
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