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Klopp! In the Name of Love (mit Frank Stauss)

Apokalypse & Filterkaffee

September 18, 2026

Die Themen: Ein Pariser Gericht spricht Kim Kardashian nach Raubüberfall 2016 einen Euro zu; Ein Aufruf zu positivem Patriotismus: Jürgen Klopp will sich als Seitenhieb gegen die AfD die "Deutschlandfahne zurückholen"; Das TV-Duell der Spitzenkandidaten vor der Landtagswahl in...

Speakers Cornelius Pollmer, Frank Stauss

TopicsDaily NewsNewsPolitics

Cornelius Pollmer (0:00)

Es ist Freitag, der 18 September.

SPEAKER_2 (0:05)

Apokalypse & Filterkaffee, die frisch gebrühten Schlagzeilen des Tages mit Cornelius Pollmer.

Cornelius Pollmer (0:16)

Einen wunderschönen guten Morgen und herzlich willkommen zu Apokalypse & Filterkaffee, dem News-Omlette am Freitagmorgen. Auch heute analysieren wir wieder die wichtigsten Nachrichten des Tages und nehmen uns außerdem etwas Zeit fürs Kleingedruckte. Wir sprechen über die Frage, ob Kanada bald in Europa liegt, über den Patriotismus-Aufruf von Jürgen Klopp und auch über eine wichtige Weltmeisterschaft, die jetzt schon stattfindet und in Deutschland ausgetragen wird, die im Sauna-Aufguss. Und all darüber spreche ich mit einem Mann, der im Hochspannungsfeld zwischen Werbung und Politik sein Geld verdient. Er hat viele Wahlkämpfe für die SPD begleitet und über das Wahlkämpfen als solches immer wieder auch geschrieben, zuletzt in einem Aufsatz mit dem schönen Titel Gefühle als Ressource. Und er betreibt außerdem mit H. J. Schumacher den Podcast Elefantenrunde. Ich sage guten Morgen und Törör Frank Stauss. Hallo.

Frank Stauss (1:05)

Guten Morgen. Ich grüße Sie.

Cornelius Pollmer (1:07)

Herr Stauss, heute ist der Tag des Respekts. Und da musste ich, da der Diesel auf Rekordpreisniveau ist seit gestern, 2,45 Euro im Bundeschnitt, glaube ich, natürlich noch mal denken an die Wahlkampagne von Olaf Scholz, die mit großem Plakaten einherging auf den Stand. Respekt für dich. Er hat, glaube ich, sogar beim Zapfenstreich am Ende Respekt spielen lassen von Aretha Franklin.

Frank Stauss (1:32)

Da war ich sogar.

Cornelius Pollmer (1:33)

Da waren Sie. Dann können Sie mir bestimmt sagen, was Respekt in der Politik für eine Kategorie ist und ob es mehr ist als nur ein Wort.

Frank Stauss (1:41)

Also für Olaf Scholz, das weiß ich aus vielen Gesprächen mit ihm, ist das auf jeden Fall mehr als nur ein Wort. Und ich glaube, das kommt bei ihm aus seiner Zeit als Anwalt für Arbeitsrecht, was sein eigentliche Beruf ist. Und ich glaube, das hat ihn über seine ganze politische Karriere hinweg tatsächlich begleitet. Diesen Respekt vor Menschen, unabhängig von auch ihrem Einkommen, ihrem Status in der Gesellschaft, natürlich ihrer Herkunft und all dieser Dinge. Das hat ihn, glaube ich, tatsächlich sehr bewegt. Aber es ist natürlich in so einem Wahlkampf dann auch eine, fand ich schon damals, ein überraschendes Wort auch in dem Kontext einer politischen Kampagne.

Und ja, das Problem bei Olaf von den einigen, die man vielleicht gespürt hat, war ja, dass diese innere Überzeugung so schwer offensichtlich zu transportieren war für ihn.

Cornelius Pollmer (2:38)

Das ist freundlich ausgedrückt. Und das Wort überraschend ist auch ein Platz halt dafür vielleicht etwas deutlicheres, was sie sich hätten auch noch vorstellen können, zu sagen. Ich frage sie das aber auch deswegen, weil ich verstehe natürlich, dass Respekt eine Kategorie in diesem Sinne ist. Und ich habe Olaf Scholz auch mal eine Stunde lang zuhören dürfen, wie er über diese Zeit als Anwalt gesprochen hat, die ihn ja unter anderem nach Leipzig geführt hat, die Stadt, in der ich lebe. Und all das ist okay. Aber wenn wir jetzt diese Lebenshaltungskostenexplosion haben, wie wir sie beobachten, kann man mit dieser Art Semantik noch in politische Wahlkämpfe gehen? Oder haben die Leute auch einen nachvollziehbaren Anspruch jetzt, dass man erst mal an der Spritzäule wieder sehen will, dass Preise sinken, bevor man sich Kategorien wie Respekt wieder nähern kann?

Frank Stauss (3:19)

Das weiß ich nicht. Mir würde eigentlich viel zu wenig bei diesem ganzen Zusammenhang über die Ursachen gesprochen und auch gleichzeitig über das, was Politik eigentlich leisten kann. Und wir dürfen ja auch nicht vergessen, es gab ja jetzt schon mal den Versuch, die Spritpreise zu senken. Das hat uns alle gemeinsam, wenn ich das richtig gelesen habe, 1,6 Milliarden Euro gekostet. Und so wie es im Moment aussieht, würde der nächste Schritt ja nicht zwingend günstiger werden. Und ich habe einfach ein bisschen das Gefühl, wenn man die Leute mehr mitnehmen würde bei der Frage, was sind die Ursachen dafür?

Die kennen wir alle abstrakt, aber sie werden aus meiner Sicht viel zu wenig wiederholt, weil wir haben ja jetzt endlich zwei große Kriege gerade laufen in der Welt, die beide unmittelbaren Einflüsse auf diese Spritpreise haben. Und das andere ist, wollen wir uns das leisten, die zu subventionieren? Also wollen wir eigentlich auch alle die ranziehen, die nicht mit dem Auto fahren, oder die andere Autos fahren, die vielleicht unter anderen Energiekosten leiden, um denjenigen, die mit dem Auto fahren, jetzt das Leben zu erleichtern? Und dann ist wieder die nächste Frage, und da kommt wieder die Respektfrage rein, müssen wir das jetzt eigentlich für alle tun? Also unabhängig vom Einkommen, oder unabhängig von der Notwendigkeit, ob sie ihr Auto brauchen oder nicht? Ich würde da eher eine nationale Strategie entwickeln. Also ich würde da eher eine Frage an die Bevölkerung richten, wie sparen wir denn jetzt Sprit? Und ich glaube, das ist so ein bisschen, wir kommen ja nachher noch zu Jürgen Klopp, also das fand ich jetzt wiederum bei dieser Geschichte, einer von 83 Millionen, da fand ich genauso, das würde ich jetzt der Politik raten, zu sagen, sag mal, liebe Leute, was machen wir jetzt? Wir können das machen, das machen oder das, ist das gerecht, ist das weniger gerecht, oder wollen wir einfach bei alle gemeinsam schauen, dass wir weniger Sprit verbrauchen, was vielleicht das Cleverste wäre?

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