Jetzt verliert Trump die Kontrolle. Mit Kristina Kausch
RONZHEIMER.
October 15, 2026
Paul Ronzheimer spricht mit Kristina Kausch, Nahost- und Sicherheitsexpertin beim German Marshall Fund, über die Eskalation zwischen Saudi-Arabien und den Huthis, den festgefahrenen Iran-Konflikt und Donald Trumps zunehmend umstrittene Außenpolitik.
Speakers Kristina Kausch, Paul Ronzheimer
TopicsPoliticsNewsDaily News
Kristina Kausch (0:00)
Im Endeffekt, und das ist das ironische auch in Bezug auf die, im Hinblick auf die Midterms, wie sie im Endeffekt zum Start des Quante zurückkommen können. Also wie sie nicht nur haben sie die Kriegsziele nicht erreicht, sondern sie haben noch andere große Probleme geschaffen, die sie nicht schaffen einzudämmen jetzt.
Paul Ronzheimer (0:21)
Weil in der deutschen Innenpolitik so viel passiert ist, sprechen wir hier im Podcast zuletzt kaum noch über US-Präsident Donald Trump. Aber heute müssen wir das, denn Trump dreht gerade mal wieder das ganz große Rad. Und es hat direkte Folgen für uns hier in Deutschland und Europa. Zum einen eskaliert der Iran-Konflikt immer weiter. Und zwar an einer neuen Front, nämlich in Saudi-Arabien. Dort bombardieren die Huthi-Theoristen die Infrastruktur. Und weil Saudi-Arabien einer der größten Ölproduzenten der Welt ist, hat das natürlich direkte Konsequenzen auf Spritpreise und die Weltwirtschaft.
Und gleichzeitig, auch das ist heute großes Thema, macht Trump Deals mit Putin und dreht der Ukraine offenbar und doch überraschend noch mehr als bekannt die Unterstützung ab. Darüber, warum Trump das macht, was da auch in Sachen Starlink passiert und was das Ganze bedeutet, spreche ich jetzt mit der Expertin für Nahost- und Sicherheitspolitik, Kristina Kausch. Sie ist stellvertretender Direktorin und Senior Fellow beim German Marshall Fund. Hallo, Kristina. Schön, dass du da bist.
Kristina Kausch (1:31)
Hallo Paul. Freue mich, da da zu sein.
Paul Ronzheimer (1:34)
Kristina, Donald Trump steht ja nur wenige Wochen vor den Midterms und er steht unter erheblichem Druck. Wir haben hier viel über die Energiepreise geredet. Wir wissen, seine Umfragewerte sind schwach und im Iran-Krieg gibt es keine dauerhafte Lösung, genauso wie in der Ukraine. Gleichzeitig verändert er offenbar deshalb seine Haltung gegenüber Russland und der Ukraine. Wenn du darauf schaust, wie stark bestimmt die Angst vor einer Niederlage bei diesen Midterms, er ist ja auch persönlich in den Wahlkampf eingestiegen, wie sehr bestimmt das inzwischen seine Außenpolitik?
Kristina Kausch (2:12)
Also ich muss mich da fast ein bisschen über das Wort inzwischen wundern, denn ich denke, gerade dieser Russland, das ist ja ein Thema, was wir ja über lange Zeit, auch hier bei dir in diesem Postkurs habe ich das gehört, wir beobachtet haben, dass Innenpolitik eben sehr, sehr dominant ist in Trumps Außenpolitik. Gerade der Diesel Deal mit Russland ist ja ein Leerstück darin, wie Trumps schwierige innenpolitische Lage und der Druck der Midterms mit Trump auch erpressbar macht und wie sehr das wirklich die Grundfesten seiner Außenpolitik beeinflusst. Und ich glaube, etwas ähnliches können wir in etwas geringerem Maße auch in Iran sehen, wo ja gerade die Midterms eine Art Bremse auf die Situation sind und eine kurzfristige Eskalation wahrscheinlich von US-Positionen her eher verhindern werden, weil eben so eine Eskalation vor den Midterms für Trump nicht in Trumps Interesse liegt.
Paul Ronzheimer (3:06)
Trump ist ja vor allem in seinem Wahlkampf und die Präsidentschaft mit dem Versprechen angetreten, Amerikas Kriege zu beenden und sich am Ende stärker um die Probleme im eigenen Land zu kümmern. Stattdessen hat er im Iran einen neuen Krieg begonnen und schafft es nicht, Putin zu einem Frieden in der Ukraine zu bewegen.
Habt Trump aus deiner Sicht diese Schwierigkeiten der beiden Konflikte unterschätzt oder verfolgt er eine außenpolitische Strategie, die wir Europäer, wie soll ich sagen, einfach falsch verstehen?
Kristina Kausch (3:43)
Also auch das, ich denke, ist schon vielerlei beantwortet worden. Insofern, dass, ich glaube, die meisten Beobachter sich darüber einig sind, dass es da keine große, kohärentes Grand Strategy gibt. Eher würde ich die Frage stellen, was sind so die, was sind so die Muster, die man, die erkennbaren Muster, die man da sieht. Und da ist natürlich Transaktionalismus ein ganz großes Muster. Also im Endeffekt ist Trump außenpolitik. Von dem, was wir da sehen, was hinter der geschlossenen Tür vorhanden wird, kann natürlich keiner genau sagen. Aber was wir beobachten können, ist im Endeffekt ein ständiges, kurzfristiges Feilschen um, um sich möglichst den US-Beutel möglichst voll zu machen und sich Vorteile zu verschaffen.
Und manchmal wird das durch kurzfristige militärische Einsätze versucht zu erreichen. Im iranischen Fall ist das nach hinten losgegangen.
Paul Ronzheimer (4:37)
Jetzt ist es aber ja nicht so, dass diese Politik auch in den letzten Wochen oder Monaten vor allem etwas an den Umfragen verändert hätte.
Also auch beim Diesel-Deal ist es zumindest bis jetzt nicht erkennbar. Auch seine sehr emotionalen Aussagen Richtung Iran, Straße von Hormuz, Angriffe auf Zelensky, Unterstützung am Ende oder zumindest keine Kritik an Vladimir Putin. Das, was wir da die letzten Wochen, wenn wir darauf schauen, erlebt haben, es hat ja nicht dazu geführt, dass er irgendwie besser dasteht in der amerikanischen Innenpolitik, oder?
Kristina Kausch (5:13)
Nein, das sieht nicht so aus. Wenn wir mal gucken, was für Themen in den US-Wahlen so eine Rolle spielen, außenkürlich spielt traditionell keine entscheidende Rolle. Punktuell, wenn irgendwas passiert, was die Gesellschaft polarisiert, kann das einen Einfluss haben. Aber grundsätzlich ist ja die Wirtschaft, die Wirtschaftsfaktoren sind immer der entscheidende Faktor in diesem Fall.
27 more minutes of transcript below
Thousands of transcripts fetched by people building searchable podcast archives
Fetch the whole transcript
The demo key returns a sample episode in full, no card needed:
curl -H "x-api-key: pt_demo" \
https://spoken.md/transcripts/1000651996090Markdown with the speakers named, for your notes, your knowledge base, or anything that makes HTTP calls.
From $0.10 per transcript. No subscription. Credits never expire. Prices exclude VAT, added at checkout for EU customers. Not what you expected? Email us within 14 days with 20 or fewer credits used and we refund the pack in full.
Using your own key:
curl -H "x-api-key: YOUR_KEY" \
https://spoken.md/transcripts/1000796416068