Zölle: Liberation Day oder Liquidation Day? #446
Doppelgänger
April 4, 2025
Ist Trump wirklich so ein Zolltrottel? Was soll Europa jetzt tun? Welche Keynotes schauen wir uns auf der OMR an? Vielen Dank!
Speakers Philipp Glöckler, Philipp Klöckner
TopicsMarketingBusinessEntrepreneurship
Philipp Glöckler (0:00)
Willkommen zum Doppelgänger Tech Talk Podcast Folge 446 am 5 April 2025 Ich bin Philipp Klöckner und telefoniere zweimal die Woche mit dem Tech-Analysten. Philipp Klöckner und Pip, ich bin sehr froh, dass wir heute telefonieren. Diese Woche hat mich so ein bisschen an die Anfangszeit Corona erinnert, als ich dich verzweifelt angerufen habe und gefragt habe, was soll ich jetzt machen, wenn ich so in mein Depot schaue. Year to date sieht nicht so gut auch, obwohl ich ja alles in irgendwie ETFs verschoben habe und so. Ja, ich kann mir nicht vorstellen, wie schlecht die Laune in Amerika ist, weil die ja alle noch mehr in Aktien investiert sind, als wir so hier im kleinen Deutschland. What the fuck ist diese Woche passiert? Ich saß auf YouTube vor YouTube und irgendwann kam irgendwie so ein Live-Ding rein und da habe ich Trump nur gesehen mit so einer großen Tabelle und habe gedacht, das kann doch alles nicht wahr sein. Zölle, what the hell is going on?
Philipp Klöckner (1:13)
Ja, so sieht es aus, wenn man den Experten, den Unternehmern den Start überlässt. Die Wirtschaftsexperten haben es geschafft. Ich glaube, fairerweise ist es nicht der schlimmste Absturz der Börsen nach Amtsantritt. Ich glaube, die erste Bush-Amtszeit war noch schlechter, aber der hat einen Krieg angefangen, glaube ich. War das nicht gleichzeitig mit dem Krieg auch? Ja, also der sogenannte Liberation Day wurde er zum Liquidation Day, könnte man sagen, oder Obliteration Day, je nachdem, wie man will. Also die Trump-Regierung hat nebst ihrem gesamten sehr erratischen Handeln jetzt angeblich reziproke Zölle gegen eigentlich die gesamte Welt verhängt. Angeblich, weil sie deutlich höher sind als erwartet. Also womit Länder gerechnet haben, dass die USA eventuell sozusagen in Höhe der Handelshemmnis oder Zölle, die anderen ihnen auferlegen, verhängt werden, dass es nicht was passiert ist. Es ist auch nicht so, wie diese Tafel es erscheinen lässt, dass die USA die Hälfte des Schadens anderen Ländern antun. Tatsächlich ist es so, dass diese Zölle eben nicht reziproke sind. Also reziproke heißt, gleiches mit gleichen vergelten, wenn man so möchte, also Gegenseitigkeit, sondern sie sind ein vielfaches höher, wenn man sich das anschaut. Also die effektive Zollrate, zum Beispiel mit der EU, wenn man davon ausgeht, dass ganz viele Sachen hier ausgenommen sind durch Freihandelsabkommen und so weiter, ist irgendwo zwischen 3 und 5 Prozent, je nachdem, wie man hinschaut. Und die USA hat uns jetzt 20 Prozent übergeholfen. Das heißt, die Retribution der USA ist viel mal höher als das, was die EU-Anzöllen von den USA annimmt. Wir kommen gleich mal auf die Milchmenschenrechnung, die da gemacht wurde. Ein lustiger Fakt ist, er hat diese Tafel hochgehalten. Es waren, glaube ich, vier Tafeln insgesamt mit verschiedenen Ländern. Ich muss sie mir noch mal aufmachen.
Philipp Glöckler (2:59)
Ich habe gedacht, als ich das Bild das erste Mal gesehen habe, habe ich gedacht, er zeigt so, dass er jetzt ein Golfturnier organisiert und da werden so die Startzeiten von den verschiedenen Teams, die da werden.
Philipp Klöckner (3:10)
Die Start-Flights, genau.
Philipp Glöckler (3:12)
Start-Flights mit Handicap und so. War ein bisschen anders.
Philipp Klöckner (3:17)
Wir reden über eine Tabelle aus vier Seiten, glaube ich, die dann überschrieben war, also mit dem Namen des, also da steht Country, Country. Und dann, Sekunde, ich brauche eine bessere Auflösung. Ist gar nicht so einfach, das zu finden.
Philipp Glöckler (3:30)
Moment, da war ein Rechtschreibfeder drauf.
Philipp Klöckner (3:31)
Ich nehme die aus meinem eigenen Post einfach, die war einigermaßen sauber. Das hat mich auch gewundert, dass mein Post so abgegangen ist. Ich dachte eigentlich, das wäre relativ basic news gewesen. Also, erste Spalte Name des Landes, zweite Tariffs charged to the US, including currency manipulation and trade barriers. Also Zölle, die den USA in Rechnung gestellt werden, plus Währungsmanipulationen und Handelshemmnisse, würde man das im Deutschen übersetzen, Handelsschranken. Dann steht da eine Prozentzahl. Im Fall von der Europäischen Union zum Beispiel 39 Prozent, bei China 67 Prozent. Und dann steht in der nächsten Spalte, USA discounted reciprocal tariffs. Das heißt, die abgemilderten Reziproken, also darauf folgenden Zölle. Und daran stimmt außer USA und das Wort Tariffs nichts, weil es ist nicht discounted, sondern es ist künstlich erhöht. Und es ist nicht reziprok. Es ist nicht tit for tat gleiches mit gleichem, sondern es ist einfach. Also erst wurde behauptet random. Interessanterweise im deutschen Fernsehen haben die Leute noch bis mittags des Tages gesagt, dass es random wäre. Aber über Nacht ist eine vermeintliche Formel rausgekommen, wie man die berechnen kann. Und zwar scheint es so, als hätte ein Mathe-Genie im Weißen Haus folgendes getan. Und jetzt gibt es zwei verschiedene Sichtweisen. Die erste Sichtweise wäre, er hat das Außenhandelsdefizit der USA mit dem entsprechenden Land genommen, oder die Trade Balance einfach gesagt, das durch die Anzahl der Exporte in jeweils in Milliarden US-Dollar dividiert. Und dann käme man zum Beispiel bei China auf zwei Drittel, bei der EU auf rund 40 Prozent. Und dann hat man das halbiert, damit es in Anfängenstrichen discounted ist. Und daraus ergibt sich das. Und das würde für fast jedes Land also näherungsweise zutreffen. Das scheint tatsächlich die Formel zu sein. Und dann hat jemand anders herausgefunden, dass das auch genau das ist, was die meisten Chat-Agenten vorschlagen würden. Das heißt, wenn du...
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