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Welche Folgen 9/11 nach 25 Jahren hat

Was jetzt?

September 11, 2026

Der Terroranschlag vom 11. September jährt sich heute zum 25. Mal. Beinahe 3.000 Menschen starben damals unmittelbar – doch an den Spätfolgen von 9/11 erkrankten oder starben weitere Tausende Menschen.

Speakers Philip Moser, Sophia Boddenberg, Klaus Brinkbäumer, Maxim Kireev

TopicsNews

Philip Moser (0:04)

Guten Morgen. Sie hören Was jetzt? Den Nachrichten Podcast der ZEIT und zwar am 11 September 2026 Heißt das hier. Das ist jetzt genau 25 Jahre her.

Der 11 September 2001

Terroristen von Al-Qaeda entführen Flugzeuge. Zwei davon schlagen in das World Trade Center ein. Ein weiteres in das Pentagon, ein viertes stürzt ab. Fast 3000 Menschen sterben unmittelbar bei diesen Anschlägen. Doch die eigentliche Opferzahl ist deutlich höher. Darum geht es gleich als erstes. Außerdem geht es heute um Putins Geisterschiffe. Mein Name ist Philip Moser. Schön, dass Sie dabei sind. Los geht's mit den Kurznachrichten.

Sophia Boddenberg (0:55)

Und die gibt's von mir, Sophia Boddenberg. Guten Morgen. Bei einem russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum in der Ostukraine sind mindestens sieben Menschen getötet worden. Weitere 70 Menschen seien verletzt worden. Das teilten die Behörden in der Region mit. Bei dem Angriff seien Geschäftsräume und Fahrzeuge beschädigt worden. Der ukrainische Innenminister teilte mit. Der Angriff im Stadtzentrum habe sich am helllichten Tag ereignet, als die Straßen voller Menschen waren. Ukrainische Drohnen wiederum trafen die russische Grenzregion Belgorod. Dabei wurde Rettungskräften zufolge ein Mensch getötet. Sechs weitere seien verletzt worden.

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Frauen hat zum ersten Mal einen WM-Halbfinale erreicht. Das Team gewann mit 93 zu 74 gegen die amtierende Europameisterin Belgien. Das bisher beste WM-Ergebnis einer bundesdeutschen Frauenmannschaft des DBB war der 11 Platz bei der WM 1998 Das DDR-Frauenationalteam erreichte 1967 den vierten Platz. Der Sieg gegen Belgien in Berlin war der vierte WM-Sieg der DBB-Frauen in Folge.

Im Halbfinale trifft das deutsche Team am Samstag auf Frankreich.

Redaktionslos für diesen Podcast ist 5 Uhr.

Philip Moser (2:19)

Bei der 9-11-Gedenkfeier in New York, die auch heute stattfindet, gibt es immer sechs Momente der Stille. Sie sollen erinnern an die wichtigsten Ereignisse dieses Tages, die Einschläge der Flugzeuge, die weiteren Flugzeugabstürze und dann den Einsturz der Türme.

In diesem Jahr kommt ein siebter Moment der Stille hinzu. Er gelt den Menschen, die später erst durch den Staub und die giftigen Stoffe gestorben sind, die bei den Aufräumarbeiten z.B. betroffen waren.

9-11 wirkt bis heute weiter. Wie? Darüber spreche ich jetzt mit Klaus Brinkbäumer. Klaus ist seit vielen Jahren Journalist und Reporter für diverse Medien. Und sie kennen seine Stimme, und zwar von OK America, dem USA Podcast der Zeit, den Klaus zusammen mit Rike Havertz hostet. Hallo Klaus.

Klaus Brinkbäumer (3:04)

Grüße dich, Philipp. Hallo.

Philip Moser (3:05)

Warum erinnert denn die Gedenkfeier erst heute, also 25 Jahre danach, an die Menschen, die von den Spätfolgen von 9-11 betroffen waren?

Klaus Brinkbäumer (3:14)

Die Antwort ist, dass wir so spät, also wirklich 25 Jahre danach, erst so richtig begreifen, dass der 11 September nicht am 11 September zu Ende ging, dass viele Menschen an den Spätfolgen gestorben sind.

Und die Hinterbliebenen oder die Kranken mussten lange, lange für die Anerkennung kämpfen. Das ist dann wieder ein Aspekt des polarisierten Amerikas. Es war nicht leicht, dem Kongress überhaupt angehört zu werden. John Stewart, weltbekannter Comedian, hat sich für die Opfer, die Langzeitopfer eingesetzt. Aber die Anerkennung, die öffentliche, den öffentlichen Respekt und dann natürlich auch wirtschaftliche Entschädigungen durchzubringen, das war ein langer Kampf. Du hast es gerade schon gesagt. Sechs Momente des Schweigens werden jetzt ergänzt. Nach der Verlesung der Namen der Opfer gibt es endlich einen siebten Moment des Schweigens für die Langzeitopfer.

Philip Moser (4:08)

Wie viele Langzeitopfer gibt es denn? Wie viele Menschen sind erst später krank geworden oder gestorben durch 9-11?

Klaus Brinkbäumer (4:15)

Es ist bei solchen, gerade ja eben Langzeitfolgen, immer schwer, es ganz präzise zu fassen, weil oft die Kausalität nicht wirklich nachweisbar ist, auch wenn man einen Zusammenhang festlegen kann. Schätzungen reichen von 9.4 Toten bis 9.7 Toten durch, sagen wir mal, 9-11 bedingte Krankheiten.

Wichtig ist aber, da kommen noch viele weitere hinzu. Allein im vergangenen Jahr, also in den vergangenen zwölf Monaten, kamen 10 neue Krebs, wie soll man sagen, Zertifizierungen. Also dass das mit 9-11 im Zusammenhang stehe hinzu. Und da werden noch sehr viele Menschen sterben. Und das wird diese Zahlen noch größer werden lassen.

Philip Moser (5:02)

Jetzt hast du schon den Krebs erwähnt. Ist das die häufigste Spätfolge oder welche anderen gibt es da noch?

Klaus Brinkbäumer (5:09)

Ja, direkt nach den Anschlägen. Das steht jetzt von den Wochen und Monaten nach dem 11 September 2001 Da haben Feuerwehrleute und Helfer Atemwegsprobleme bekommen. Damals tauchte ein Begriff erstmals auf World Trade Center Cough, also World Trade Center Wusten.

Heute wissen wir, es geht um Asthma, es geht um chronische Erkrankungen der Atemwege, psychische Erkrankungen auch und vor allem Krebs. Krebs ist das, was Schilddrüsen, Lungenkrebs, Prostata-Krebs, Betrifft und und vielfach aufgetreten ist und geradezu beschämend ist es, dass inzwischen bewiesen scheint, dass die Stadt New York damals die Luftwerte geschönt hat, wenn ich es jetzt korrekt ausdrücke, also nicht wirklich offengelegt hat, welche Gefährdungen es für Helfende damals gab. Und nach allem, was wir heute sagen können, haben dann tatsächlich viele, die damals geholfen haben, Langzeitschäden erlitten.

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