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Was die Junge Union von Friedrich Merz verlangt

Was jetzt?

October 18, 2026

Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim Treffen der Jungen Union in Bonn Reformen bei der Arbeit, der Rente und der sozialen Absicherung gefordert. Rund 300 Delegierte der CDU- und CSU-Nachwuchsorganisation kommen dort seit Freitag zusammen.

Speakers Erica Zingher, Johannes Winkel, Lisa Pausch, Friedrich Merz, Fabian Reinbold, Hauke Friederichs

TopicsNews

Erica Zingher (0:04)

Ohne die Jungen geht's nicht. Das weiß auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Gestern hat er deshalb in Bonn beim Deutschlandtag um die Unterstützung seiner Parteijugend geworben, der Jungen Union, deren Chef Johannes Winkel hat ziemlich klar gesagt, worauf es jetzt ankommt.

Johannes Winkel (0:20)

Wir haben eben jetzt die Chance, Verantwortung zu übernehmen als Union. Das Vertrauen, was verloren gegangen ist, das kann man ganz bestimmt nicht wiederherstellen, indem man jetzt wegläuft, sondern vor allen Dingen, indem man jetzt Entscheidungen trifft.

Erica Zingher (0:35)

Ist Merz dem entgegengekommen? Darüber sprechen wir gleich in dieser Was jetzt? Folge. Außerdem heute an diesem Sonntag, dem 18 Oktober. Wie gut ist Deutschland eigentlich auf einen Krisen- oder Kriegsfall vorbereitet, wenn Verletzte versorgt werden müssen? Genau das wurde in Hamburg bei einem Großmanöver geübt. Mein Kollege war dabei. Ich bin Erica Zinger. Herzlich Willkommen nach den neuesten Nachrichten. Hören wir uns gleich wieder.

Lisa Pausch (1:00)

Ich bin Lisa Pausch. Guten Morgen.

Die Proteste in Frankreich sind am Abend weitereskaliert. Videos aus Limoges etwa zeigen, wie das historische Rathaus dort in Flammen steht. Nach Angaben des französischen Innenministers sind gestern etwa eine halbe Million Menschen im ganzen Land auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen die hohen Lebenshaltungskosten und auch gegen Missstände an Schulen. Die meisten von ihnen friedlich, doch gab es auch einige gewalttätige Randgruppen, die in mehreren Städten öffentliche Gebäude angriffen, die Polizei attackierten und Geschäfte blünderten. Nach einer Krisensitzung am Abend sprach Premierminister Sébastien Lecornu von einem entsetzlichen Ausmaß an Gewalt. Rund 1200 Menschen wurden demnach festgenommen und 150 Einsatzkräfte der Polizei verletzt. Auch unter den Demonstrierenden gibt es Verletzte. So wurde etwa einem 17-Jährigen die Hand abgerissen durch eine Granate, die die Polizei geworfen hat, berichtet die Zeitung Le Figaro.

Wegen solcher Verletzungen war die Taktik der Polizei bei den Protesten zuletzt in die Kritik geraten.

Die USA fordern Israel dazu auf, etwas gegen die Siedlergewalt im Westjordanland zu unternehmen. Hintergrund ist ein Video, das zeigt, wie bei einem Angriff von radikalen israelischen Siedlern auf palästinensische Olivenbauer am Freitag auch eine US-amerikanische Fotojournalistin verletzt wurde. US-Außenminister Marco Rugio zeigte sich beunruhigt über diese Bilder. Gestern attackierten Siedler zudem mehrere Fahrzeuge, in denen europäische Diplomaten saßen. Ein französischer Bürgermeister wurde dabei verletzt. Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 5 Uhr.

Friedrich Merz (2:52)

Wir brauchen die Reformen unseres Arbeitsmarktes, der sozialen Sicherungssysteme, unsere Altersvorsorge, unseres Sozialstaates.

Denn nur so werden wir wieder zu wirtschaftlichem Wachstum zurückkehren. Nur so gibt es wieder steigende Löhne, mehr Netto vom Brutto und nur so gibt es auch wieder mehr Gerechtigkeit, gerade für die junge Generation.

Erica Zingher (3:16)

Bundeskanzler Friedrich Merz gestern auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn.

Rundreiner Delegierte sind dort seit Freitag zusammen und die haben durchaus einen eigenen Anspruch. Sie wollen Motor sein, gerade dann, wenn es in der Bundesregierung nicht so richtig vorangeht. Früher war der Auftritt bei der Jungen Union für Merzen Heimspiel. Seit der Kanzler ist, ist die Parteijugend allerdings zu einem seiner größten Kritiker geworden. Dabei ist er auf sie angewiesen. 18 Bundestagsabgeordnete kommen aus den Reihen der Jungen Union. Konnte Merz seine Kritiker also überzeugen? Fabian Reinbold hat den Auftritt in Bonn verfolgt. Hi Fabian.

Fabian Reinbold (3:53)

Ja, hallo Erika.

Erica Zingher (3:55)

Letztes Jahr beim Deutschlandtag, da ist es ja zwischen Merz und der Jungen Union ziemlich eskaliert. Auch damals das große Thema, die Rente. Ist die Junge Union dem Kanzler diesmal ein bisschen versöhnlicher begegnet?

Fabian Reinbold (4:07)

Ja, auf jeden Fall, das war mit Händen zu greifen hier. Beide Seiten haben ihr Bestes gegeben, versöhnlicher sich zu begegnen. Merz hat seine Worte sehr mit Bedacht gewählt und die JU in der Aussprache wiederum auch. Die wollte einen ja schon ziemlich angeschossenen Kanzler nicht noch weiter anschießen. Einer ist ausgeschert. Einer aus der JU hat den Rücktritt von Merz gefordert. Ansonsten war aber die Linie klar. Herr Kanzler, machen Sie die Reformen, die das Land zukunftsfähiger machen. Dann haben Sie uns an Ihrer Seite.

Erica Zingher (4:41)

Aber der wiedergewählte JU-Chef, Johannes Winkel, der hat ja der CDU vorgeworfen, Politik zu machen, als wäre das Jahr 2010 Was fordert denn er, was fordert die JU, außer jetzt dieser Reform, die du angesprochen hast, vom Kanzler und von der gesamten Partei?

Fabian Reinbold (4:57)

Herr Winkel meint damit, die CDU habe ihre Politik eigentlich nicht genug angepasst. An die Flüchtlingskrise, an den Ukrainekrieg, an Donald Trump und die AfD, an KI.

Und seine Diagnose lautet, dass man in den Jahrzehnerjahren so ein bisschen dem grünen Zeitgeist hinterher gerannt sei. Und jetzt warnt er davor, sich dem neuen rechten Zeitgeist zu sehr anzunähern. Also er sagt, die CDU muss in der Mitte bleiben, aber sie muss Themen besetzen, die offen geblieben sind. Und für ihn ist ein Beispiel, das fand ich ganz interessant, er möchte eine Politik, die junge Familien viel stärker fördert.

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