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Verbrenner aus, Verbrenner an (Update)

Was jetzt?

October 16, 2026

Deutschland und Frankreich haben sich im Streit über das geplante Verbrenner-Aus ab 2035 auf einen Kompromiss geeinigt. Demnach sollen Autohersteller den Kohlendioxidausstoß ihrer Neuwagen ab 2035 nur noch um 90 statt um 100 Prozent senken müssen.

Speakers Erica Zingher, Petra Pinzler, Tina Groll

TopicsNews

Erica Zingher (0:04)

Einigkeit ist in der Politik ja keine schlechte Sache. Ob es aber eine gute Idee war, dass sich Bundeskanzler Friedrich Merz mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron darauf geeinigt hat, das geplante Verbrenner auszulockern, das besprechen wir gleich hier im Update von Was jetzt? am Freitag, dem 16 Oktober. Und wir sprechen über eine andere Einigung, die zur sogenannten Frühstartrente. Ob das eine gute Altersvorsorge für junge Menschen ist, die der Bundestag da beschlossen hat, das erfahren Sie später in der Sendung. Mein Name ist Erica Zingher und der Redaktionsschluss für diesen Podcast ist heute 16 Uhr.

Gab es das nicht schon mal? Das Aus vom Verbrenner aus? Von allen Seiten wurde immer mal wieder dran gesägt. Ja, blicken Sie noch durch.

Deutschland und Frankreich haben sich auf eine gemeinsame Position zur Zukunft der Autoindustrie verständigt. Und die könnte das geplante Verbrenner aus bis 2035 abschwächen. Wichtig dabei, beschlossen ist das auf EU-Ebene nicht. Was bedeutet der Vorstoß also? Petra Pinzler aus unserem Politikressort hat sich das Papier angeschaut. Hallo Petra.

Petra Pinzler (1:18)

Hallo.

Erica Zingher (1:19)

Was genau haben Friedrich Merz und Emmanuel Macron da vereinbart?

Petra Pinzler (1:23)

Zum einen will Friedrich Merz, dass Autos auch nach 2035 weiter CO2 ausstoßen dürfen. Eigentlich war das Verbrenner auch so geplant, dass dann Schluss sein sollte. Jetzt soll danach zehn Prozent der Flotte weiterhin nicht klimaneutral sein müssen, also CO2 ausstoßen und das ohne, dass es irgendwie anders kompensiert werden muss. Die Franzosen hatten dazu lange nee gesagt. Jetzt haben sie sich aber mit Deutschland geeinigt und was die Franzosen dafür kriegen, ist so ein Siegel, das heißt Made in Europe, dass bei Autos der meiste Teil künftig, wenn er denn dann subventioniert werden soll oder wenn es beim Verkauf Zuschüsse von der Regierung gibt, dass der dann in Europa produziert werden muss.

Erica Zingher (2:02)

Wenn Frankreich und Deutschland sich jetzt einig sind, dann hat das ja in der EU ja schon Gewicht. Wie groß ist denn die Chance, dass sich jetzt dieser Vorschlag tatsächlich durchsetzt?

Petra Pinzler (2:12)

Ich würde sagen relativ groß. Das wird an der einen oder anderen Stelle sicher noch gefeilt werden. Aber traditionell ist es so, dass Deutschland und Frankreich eben einfach am meisten Gewicht haben und oft sehr unterschiedliche Interessen. Und wenn die beiden sich einigen, dann kommen die anderen eigentlich schon nicht mehr dran vorbei. Also ich gehe mal davon aus, dass das in den nächsten Wochen und Monaten umgesetzt werden wird.

Erica Zingher (2:33)

Befürworter sagen jetzt, das verschafft der Autoindustrie Luft. Und die Kritiker waren, dass die Unternehmen dadurch den Umstieg auf Elektroautos verschlafen könnten. Also hilft es der Branche oder wird das Problem nur verschoben?

Petra Pinzler (2:46)

Das ist immer die Frage, wem es hilft. Also den Unternehmen Spossen hilft es bestimmt noch, weil die meisten Umsätze und die meisten Gewinne mit den dicken Benzinern und Diesel gemacht werden.

Ob es den Arbeitern hilft, weiß man nicht. Die fliegen ja im Moment trotzdem zu Zehntausenden raus, sodass werden Arbeitsplätze abgebaut. Und langfristig kann man ziemlich deutlich sagen, es würde nicht helfen. Denn wenn man sich die globalen Zahlen anguckt auf den globalen Märkten und sogar in Europa, Deutschland hinter wie in anderen Bereichen auch noch hinterher, boomt die Elektromobilität. Das heißt, die Märkte der Zukunft sind die E-Märkte. Und wenn man in Um steht dahin im Moment verlangsamt oder in den nächsten Jahren verlangsamt, dann kann das eben auch dafür sorgen, dass Deutschland weiter Marktanteile im Automobilmarkt verliert. Und das ist schon ziemlich bitter für Deutschland.

Erica Zingher (3:32)

Und was wird dann eigentlich mit der deutschen Klimaneutralität 2045? Das passt dann ja auch nicht mehr zusammen, oder?

Petra Pinzler (3:38)

Also wenn man so davon ausgeht, dass so ein Auto 15, vielleicht sogar 20 Jahre lang fährt und 2035 dann noch Benziner und Diesel verkauft werden dürfen, dann ist das mit der Klimaneutralität 2045 kaum zu schaffen. Das ist fast inzwischen wie so eine Fußnote bei der ganzen Diskussion. Aber wir haben ja im letzten Sommer wieder erlebt, wie wichtig das ist, dass wir da schneller werden und dass das gerade jetzt, wo der Markt in die Richtung geht und es auch ökonomisch Sinn macht, die Politik da bremst. Das finden, glaube ich, nicht nur Umweltschützer schon da.

Erica Zingher (4:09)

Ich danke dir, Petra.

Petra Pinzler (4:11)

Danke. Tschüss.

Erica Zingher (4:13)

Die Rentenreform, das ist eines der großen und schwierigsten Themen für diese Bundesregierung. Klar ist, eine Reform wird kommen. Wie sie aber genau aussehen wird, das ist noch offen. Einen konkreten Entwurf gibt es bisher nicht.

Eine Maßnahme zur Altersvorsorge hat der Bundestag heute aber schon beschlossen. Die sogenannte Frühstartrente. Die Idee dahinter, der Staat will ab kommenden Jahr für Kinder ab 6 Jahren jeden Monat 10 Euro am Aktienmarkt investieren. Das Geld soll dann 12 Jahre lang investiert bleiben und im besten Fall Monat für Monat weiter wachsen. Mit 18 Jahren soll daraus dann ein Grundstock für die private Altersvorsorge werden. Sozusagen ein Startkapital fürs Alter. Und wer möchte, kann Geld dazugeben, zum Beispiel vom Taschengeld. Auch die Eltern können etwas einzahlen.

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