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USA bremsen bei KI – Europa will aufholen

Was jetzt?

September 15, 2026

In den USA warnen immer mehr führende IT-Experten vor den Gefahren von künstlicher Intelligenz. Sie fordern Politik und Techunternehmen auf, das Wettrennen um die besten KI-Modelle zu verlangsamen.

Speakers Elise Landschek, Christina Felschen, Lisa Hegemann, Jörg Lau

TopicsNews

Elise Landschek (0:09)

Das war die EU-Außenbeauftragte Kaya Kallas gestern beim Arktis-Gipfel in Finnland. Und sie sagt das, was viele denken, nämlich der Angriff auf einen ukrainischen Zug war eine bewusste Aktion Russlands, um den Westen einzuschüchtern. Inwiefern das eine neue Qualität der Eskalation ist, darüber sprechen wir gleich.

Und danach darüber, wie sich Europa jetzt anstrengt, in Sachen KI aufzuholen, während andere Länder schon längst wieder auf die Bremse treten.

Dienstag ist heute der 15 September, den ich jetzt einfach mal zum offiziellen Tag der Huupe küre. Warum, das erfahren Sie später. Ich bin Elise Landschek und wir hören uns gleich wieder nach den Kurznachrichten.

Christina Felschen (0:50)

Ich bin Christina Felschen, guten Morgen. US-Präsident Donald Trump ist endgültig mit seinem Plan gescheitert, die Briefwahl einzuschränken. Der oberste Gerichtshof in den USA hat das abgelehnt, obwohl von Republikanern ernannte Richter dort eine Mehrheit haben. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass vor den wichtigen Zwischenwahlen im November nicht genug Zeit zur Umsetzung bleibt. Die Trump-Regierung wollte die Bundesstaaten dazu zwingen, einheitliche Umschläge zu verwenden und Wählerlisten an ein Online-Portal zu übermitteln. Ansonsten hätte die Post die Zustellung verweigern können. Der Versand der Unterlagen hat aber schon begonnen. Außerdem gibt es bei dem Online-Portal laut einem Bericht technische Probleme, die zur Aussortierung von Stimmen geführt hätten. Die geplanten Regeln hätten dazu führen können, dass viele Briefwahlstimmen nicht gezählt werden. In den USA wählt fast jeder Dritte per Brief, vor allem Wählerinnen und Wähler der Demokraten.

NATO-Kampfjets haben eine Drohne abgeschossen, die in den Luftraum über Litauen eingedrungen ist. Das hat der Litauische Präsident Gitanes Naus-Hede auf X geschrieben. Woher die Drohne kam, sagte er nicht. Allerdings schrieb er, dass die Einsatzbereitschaft der NATO wichtig sei, vor allem wegen der wachsenden Aggression von Russland gegen die Ukraine.

Das EU-Land Litauen zählt zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine. Und es grenzt direkt an Belarus, das mit Russland verbündet ist. Deshalb hat Deutschland in Litauen auch Soldaten stationiert. Litauen und seine baltischen Nachbarstaaten haben seit Beginn des Ukraine-Kriegs immer wieder das Eindringen von Drohnen in ihren Luftraum gemeldet. Auch von ukrainischen Drohnen, die laut der Regierung in Kiev von Russland umgeleitet wurden.

Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 5 Uhr.

Elise Landschek (2:43)

Es gibt ja in dieser Zeit so Tage, da steht man auf, schaltet das Handy an, um kurz die Nachrichten zu lesen und hat danach sofort wieder Lust, die Decke über den Kopf zu ziehen. Einfach weil die Weltlage nicht zum Aushalten ist. Am Wochenende war es bei mir mal wieder soweit. Führende IT-Spezialisten warnen davor, dass künstliche Intelligenz die Menschheit vernichten könnte. Und zwar ziemlich bald. Na super.

Diese Warnung kam aus den USA, verbunden mit der Forderung der Experten an die Politik und die Tech-Branche ganz schnell mit auf die Bremse zu treten. Und was macht Europa? Dort freut man sich immer noch über die Fortschritte in Sachen KI und dass man noch eine Menge aufzuholen hat.

Ein Expertengremium hat gestern ein Strategiepapier vorgestellt, wie Europa mit künstlicher Intelligenz umgehen sollte. Was da drin steht, das frage ich jetzt unsere Digitalressort-Leiterin Lisa Hegemann. Hallo Lisa.

Lisa Hegemann (3:33)

Hallo Elise.

Elise Landschek (3:34)

Was fordern die denn genau?

Lisa Hegemann (3:36)

Ja, wenn ich es jetzt salopp zusammenfassen darf, dass Europa beim KI-Rennen endlich mal in die Pötte kommt. Also die großen leistungsfähigen KI-Systeme, die stammen ja meistens aus den USA oder aus China.

Und in Europa wird sich schon lange über die Frage gestritten, braucht Europa auch solche Modelle? Das Papier sagt nun nicht unbedingt, aber man muss sich eben den Zugang zu diesen leistungsfähigen Modellen sichern. Also dass man die US oder archivistische Modelle auch hier nutzen kann.

Elise Landschek (4:04)

Er sitzt denn in dem Gremium, was jetzt dieses Papier dargestellt hat?

Lisa Hegemann (4:08)

Ja, das sind zwölf Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und zusammengewürfelt, aber durchaus einige prominente Namen dabei. Die Ex-EU-Kommissarin Margeite Westager, zum Beispiel der renommierte KI-Forscher Joshua Benjio und auch Monika Schnitzer, die Deutsche Wirtschaftsweise.

Elise Landschek (4:26)

Ist es nicht schräg, dass Europa gerade jetzt in das KI-Renn einsteigen will, wo ja die US-Firmen es verlangsamen wollen?

Lisa Hegemann (4:33)

Ja, es ist eine total verrückte Gleichzeitigkeit.

Das Papier ist natürlich schon länger in Planung, das hat mir Monika Schnitzer erzählt. Und sie sagt, es passt sogar zusammen. Denn ein weiterer Aspekt, den die Expertinnen und Experten als Teil ihrer Strategie benennen, ist Sicherheit. Und Europa ist schon bekannt dafür, dass es Sicherheitsstandards setzt und die auch umsetzt. Regulatorisch ist der AI-Act ein Beispiel dafür. Das ist das KI-Gesetz, das die EU sehr früh verabschiedet hat. Und in diversen Ländern wie Großbritannien oder auch Deutschland werden jetzt KI-Sicherheitsinstitute aufgebaut. Die sollen die Sicherheitsrisiken von leistungsfähiger KI prüfen.

Und wenn die Firmenchefs das so meinen, wie sie es sagen, dann wäre Europa extrem gut dafür aufgestellt, bei der Verlangsamung dieses Vertrennens, dabei diese Risiken besser zu managen zu helfen.

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