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Trump unchained: Wie Europa an diesem US-Präsidenten scheitert

Machtwechsel

April 22, 2026

Die Bemühungen der Europäer, Donald Trump an ihrer Seite zu halten, sind im Sande verlaufen. Der Iran-Krieg hat auch diejenigen, die sich als Brückenbauer wähnten, an Einfluss verlieren lassen: Emmanuel Macron, Keir Starmer, Friedrich Merz und Giorgia Meloni.

Speakers Dagmar Rosenfeld, Robin Alexander

TopicsPoliticsNewsSociety & Culture

Dagmar Rosenfeld (0:18)

Im Sande verlaufen, das sind die Bemühungen der Europäer, Donald Trump an ihrer Seite zu halten. Denn der Iran-Krieg hat auch die Spuren derjenigen verwischt, die sich als Brückenbauer wähnten. Keir Starmer, Friedrich Merz, Giorgia Meloni. Und den vierten im Bunde, Emmanuel Macron, den hatte es bereits in der Grönlandfrage gerissen. Das transatlantische Verhältnis, es hat einen weiteren Tiefpunkt erreicht. Zugleich versuchen sich die führenden Europäer mit Blick auf die Lage in der Straße von Hormus an einer eigenständigen Positionierung.

Was aber heißt das für den zukünftigen Umgang mit Trump, wenn auch diejenigen, die bisher zumindest noch einen Zugang zu ihm hatten, in Ungnade gefallen sind? Und was folgt aus der Erkenntnis, dass die bisherige Strategie des Schmeichelns und des Anbieters gescheitert ist? Vor allem, warum ist sie eigentlich gescheitert? Darum geht es in dieser Folge von Machtwechsel. Robin und ich, wir begeben uns sozusagen auf Spurensuche.

Diese Suche, sie führt uns auch in das Dilemma der europäischen Demokratien. Denn was Starmer, Macron, Merz und Meloni gemeinsam haben, sie alle stecken innenpolitisch in Schwierigkeiten. Einerseits sinkt ihre Zustimmung in der Bevölkerung teils dramatisch, andererseits steigt angesichts der wirtschaftlichen Lage der Reformdruck.

Oder, um bei Howard Carpendale und den Sporen zu bleiben, auch hier droht etwas zu versanden.

SPEAKER_3 (2:11)

Wer regiert Deutschland? Mit Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander.

Dagmar Rosenfeld (2:23)

Am vergangenen Freitag hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach Paris zu einer Konferenz geladen. Das Thema, die Sicherung der Straße von Hormus. Vertreter von über 50 Ländern nahmen an dem Beratungenteil, teils per Videokonferenz, teils vor Ort. Das Ergebnis, unter der Führung Frankreichs und Großbritanniens soll eine Mission Handelsschiffe, die den Golf entlang der iranischen Küste durchqueren, begleiten und absichern.

Es werde eine streng friedliche und defensive Mission, so sagte es der britische Premier Keir Starmer. Und Friedrich Merz erklärte die Bereitschaft Deutschlands, sich zu beteiligen, formulierte aber Bedingungen. Ein Ende des Kriegs und eine sichere Rechtsgrundlage, etwa eine Resolution des UN-Sicherheitsrats. Robin, die eigentliche Botschaft dieses Treffens, die formulierte aber Emmanuel Macron. Ich zitiere, Wir verlangen die sofortige, vollständige und bedingungslose Öffnung der Mehrenge von Hormus durch alle beteiligten Parteien. Zitat Ende.

Alle beteiligten Parteien, damit sind auch die USA gemeint, die seit mehr als einer Woche ihrerseits die Seepassage blockieren.

Robin Alexander (3:40)

Ja, klingt ungeheuerlich, weil, wie Äquidistanz zu Iran und zu den USA.

Andererseits aber auch fast selbstverständlich, weil es geht ja darum, diese Wasserstraße offen zu halten. Und wenn die Amerikaner sie blockieren kann, dieses Offenhalten erst nach der Blockade beginnen. Soweit also ganz logisch.

Dagmar Rosenfeld (4:00)

Was hat denn diese Konferenz bewirkt? Oder welches Zeichen wollte man damit senden?

Robin Alexander (4:06)

Eigentlich war das ein Versuch, ein europäisches Zeichen zu senden und umstritten war, in welcher Nuance man das tut. Hier waren sich vor allen Dingen Berlin und Paris nicht einig.

Paris, also die Einlader, die haben eingeladen und haben gesagt, sie möchten eine Mission aufstellen, bei der nur nicht involvierte Länder beteiligt sind. Und das ist natürlich ein Code für ohne die USA.

Also, wir reden alle davon, wenn der Krieg vorbei ist, wenn es einen Waffenschildschrank gibt, wenn die Blockaden nicht mehr da sind. Aber selbst dann möchte Macron ohne die USA agieren. Und aus dem Kanzleramt war zu hören, man könne sich das vorstellen, Zitat, innerhalb eines Systems kollektiver Sicherheit. Zitat, Ende. Und das wiederum ist ein Code-Wort für lieber mit den USA. Das klingt wie eine Nuance, aber da geht es natürlich ums Ganze. Weil Macron, kann man sagen, hat die Faxen dicke nach diesen Trump-Handlungen. Macron hat auch nicht mehr so lange Präsidentschaft und möchte sein Land da in einer großen Autonomie präsentieren. Und Friedrich Merz denkt immer noch, es wäre besser, das irgendwie im Geleitzug mit den USA zu tun. Und auch dafür kann man natürlich Argumente finden.

Dagmar Rosenfeld (5:20)

Wie hat man sich denn dann geeinigt mit Amerika oder ohne Amerika?

Robin Alexander (5:25)

Ich glaube, das ist noch offen, weil man ja noch gar nicht weiß.

All das beginnt ja erst nach dem Waffenstillstand. Dann muss dieses internationale Mandat gefunden werden. Und dann beginnen sozusagen die Verhandlungen. Also das ist noch nicht entschieden.

Dagmar Rosenfeld (5:39)

Nach innen also durchaus noch Debatte. Nach außen aber ein großes Zeichen der Geschlossenheit, nämlich Starmer, Macron, Merz und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sind gemeinsam vor die Kameras getreten, haben sich also auch hinter den Aufruf Macrons gestellt.

Und diese vier sind ja die Hauptakteure einer Strategie gewesen im Umgang mit Trump, die auf Anbiedern, Schmeicheln ja fast schon unter Werfung ausgerichtet gewesen ist. Und diese Strategie, die ist mit dem Iran-Krieg an ihr Ende gekommen. Und um zu verstehen, was das bedeutet und wie man versucht hat, Trump zu umwerben, Robin, wollen wir noch einmal zurückblicken. Schlaglichtartig und dabei nutzen wir die Worte Trumps, mit denen er die vier, Macron, Starmer, Meloni und Merz, einst beschrieben hat. Und ich möchte mit Macron beginnen. Lass uns mal hören, was Trump einst über Macron sagte.

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