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Tech-Selloff erklärt | Dealer Mark braucht neuen Stoff | OpenAI “verschiebt” IPO #574

Doppelgänger

June 26, 2026

Warum profitieren die Aktienkurse der Hyperscaler aktuell nicht vom KI-Boom? OpenAI baut zusammen mit Broadcom seinen ersten eigenen Inferenz-Chip und verschiebt den geplanten IPO. Claude wächst 75 Prozent bei zahlenden Consumern.

Speakers Philipp Glöckler, Philipp Klöckner

TopicsMarketingBusinessEntrepreneurship

Philipp Glöckler (0:00)

Willkommen zum Doppelgänger Podcast Folge 574 am 27 Juni 2026 Ich bin Philipp Glöckler und telefoniere zweimal die Woche mit dem Tech Analysten Philipp Klöckner. Es ist heiß, aber es gibt auch vier. Ich habe eben geschaut, vier und Greed Index. Der ist so am Ende von vier zu extrem vier.

Und so hat sich auch die Sprachnachricht angehört, die wir bzw. du von Andi wegbekommen hast. Wir spielen sie mal für euch ab.

SPEAKER_2 (0:37)

Worauf basieren die Kursverluste gerade bei den Hyperscalern so? Ich finde es irgendwie so eine sehr interessante Gemengelage. Einerseits werden diese hohen Investitionen kritisiert. Auf der anderen Seite würden die Kurse noch mehr einbrechen, wenn sie nachlassen. Das ist schon mal irgendwie so ein sehr paradox. Also ist es jetzt gut, dass sie viel investieren? Oder ist es schlecht, dass sie viel investieren? Das ist irgendwie so ein bisschen...

finde ich irgendwie komisch am Markt. Dann bestimmt auch so Dinge wie jetzt keine Ahnung, die höheren Zinsen, die geplant sind. Aber irgendwie muss das ja mehr sein. Also dass es bei Microsoft so ist, weil die Software gerade irgendwie abgestuft wurde. Okay, aber du siehst es ja auch bei Google. Die haben auch 10% verloren im Vergleich zu, glaube ich, einem Monat.

Meta sowieso auch. Und das ist irgendwie, ich finde das irgendwie komisch, weil wir sehen eigentlich die ganze Zeit jetzt auch mit den Micron-Zahlen. KI-Boom, KI-Boom, KI-Boom hält an, gute Stimmung. Aber die Hyperscaler profitieren irgendwie gerade gar nicht davon. Und vielleicht könnte das mal ein Thema sein, das sie mit aufnimmt und was du mal in deiner typischen Art und Weise mal analysierst. Würde mich freuen, das mal aufgedröselt zu bekommen.

Philipp Glöckler (2:03)

Also warum profitieren die Hyperscaler aktuell nicht von dem KI-Boom?

Philipp Klöckner (2:08)

Also ich glaube, es ist nicht auf die Hyperscaler isoliert. Also die Frage war jetzt konkret nach den Hyperscalern. Aber wir haben ja insgesamt gerade seit vier Tagen am Stück. Also wir nehmen am Freitag Nachmittag auf. Und wir haben ja nicht die ganze Woche einen Tech-Selloff schon. Insbesondere das Ships-Sektor und alles, was so in der KI-Supply-Chain ist. Also Ships, Memory, Plumbing, keine Ahnung, wahrscheinlich auch Energie und Generatoren und so. Ich habe mir jetzt alles eins angeschaut. Aber es wird relativ stark abverkauft.

Und der Grund oder der Hauptgrund, würde ich sagen, ist das theoretisch veränderte Zinsszenario. Also der neue Notenbank-Chef, Kevin Warsh, den angeblich also Trump so ein bisschen da inauguriert hat, der hat angekündigt, dass er nicht das tun wird, was alle ihm unterstellen, nämlich, dass er für Trump die Zinsen senkt, sondern dass man wahrscheinlich in Zukunft die Zinsen um bis zu 75 Basispunkte erhöhen müsse. Auf 4,75, wenn ich mich nicht irre, weil da habe ich jetzt gar nicht genau im Kopf. Und ich würde jetzt nicht sagen, es hat die Märkte schockiert oder was das tut. Also der Grund ist, warum hat er das überhaupt gemacht? Weil er sieht, dass die Inflation gestiegen ist. Das liegt so ein bisschen an der generellen Überhitzung der Konjunktur, dass viele Dinge teurer werden, auch weil sie zum Beispiel mit Data-Centern konkurrieren, zum Beispiel die Arbeit. Aber außerdem ist es natürlich vor allem das Öl, was die Preise hochtreibt. Also einerseits ist Öl selber, also Benzin zum Beispiel, Treibstoff teurer. Aber in jedem oder fast jedem Produkt, was man nutzt, ist mittelbar irgendwo Öl drin. Unsere Agrarwirtschaft läuft auf fossilen Fuels überwiegend. Das heißt, es sind auch landwirtschaftliche Erzeugnisse, die teurer werden, alles, was aus Plastik ist, alles, was geflogen oder mit dem Schiff gefahren werden muss. All das wird teurer und das treibt die Inflation an. Also du kriegst weniger Ware für dein Geld oder die gleiche Ware wird teurer. Mit Zinserhöhung kriegt man das so ein bisschen regulierter. Das kühlt die Wirtschaft ab, es wird weniger investiert, eventuell weniger konsumiert und so sinken die Preise wieder. Deswegen stellt man in Aussicht, die Zinsen zu erhöhen, was nicht erwartet war. Da gibt es kurzer Exkurs, da gibt es jetzt auch spekulative Vermutungen, um nicht Verschwörungsnarrative zu sagen, dass er das eventuell macht, um sich so ein bisschen unabhängiger erscheinen zu lassen. Damit war ja nicht gerechnet worden, dass er jetzt die Preise erhöhen würde. Man hätte schon die Zinsen erhöhen wollen, sondern hat mit dem Gegenteil gerechnet, dass er für Trump die Börsengröße anheizt und Zinsen senkt. Was gut sein könnte, ist, dass er das jetzt, oder was ihm teilweise unterstellt wird, ist, dass er es jetzt mit Absicht macht, um so ein bisschen unabhängiger zu wirken. Dass sein ultimatives Ziel ist, aber die Zinsen später zu senken, wenn man idealerweise den Iran-Konflikt schnell klärt.

Und er verändert ja ganz stark die Buchhaltung oder die Datensammlung der FED. Also man will sich quasi selber eine neue Datenlage schaffen. Indizes verändern teilweise. Damit sie eventuell auch andere Handlungen rechtfertigen. Und man überlegt zumindest, ob es einen größeren Plan dahinter gäbe. Nämlich, dass er später die Zinsen doch senken will. Was dafür spricht, der Rationalste, so Cloud Wisdom aktuell sind ja die Märkte selber. Und da sieht man, die glauben ihm die Zinserhöhung eigentlich nicht. Also schaut man sich die langfristigen Zinsen an, dann sind die nicht doll hochgegangen dadurch. Also der Markt glaubt nicht, dass es zu einer dauerhaften Zinsenkung kommt, sondern glaubt, dass die Zinsen relativ gleich bleiben oder hat das nur minimal eingebaut quasi in die Zinserwartung, was dafür spricht, dass man eigentlich nicht glaubt, dass es zu dieser Erhöhung wirklich kommen wird. Wie auch immer sollte es eben doch eine Zinserhöhung geben. Dann passieren verschiedene Dinge, aber vor allen Dingen wären Investitionsprojekte teurer, weil die ganzen Data-Center zum Beispiel sind ja alle oder überwiegend auf Pump finanziert. Um die zu bauen, nehme ich Kredite auf. Und wenn die Zinsen höher sind, muss ich vergleichsweise mehr zahlen, weil die Kreditgeber als Alternative den Staat hätten, da sie Geld im Staat leihen können, dann kriegen sie relativ risikofrei ihre 4,5 bis 4,75% Zinsen. Wenn Unternehmen sich Geld borgen wollen, müssen sie eine Risikoprämie zahlen. Wenn der Grundzins, der Basis-Zinssatz, aber schon teurer ist, dann steigen die Kosten der Kreditaufnahme gleichzeitig, wirken Investitionen in Aktien weniger attraktiv, insbesondere Aktien, die noch nicht profitabel sind oder wo Großteil der Gewinne in der Zukunft liegt, weil man diese zukünftigen Gewinne abzinsst. Das macht man mit dem Markzinssatz. Wenn der Markzinssatz steigt, dann ist zukünftiges Geld heute weniger wert.

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