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Sell America & Boykott rückgratloser Tech-Firmen | Epstein Files | Waymo sammelt $16Mrd. ein #533 artwork

Sell America & Boykott rückgratloser Tech-Firmen | Epstein Files | Waymo sammelt $16Mrd. ein #533

Doppelgänger

February 3, 2026

Scott Galloway ruft mit "Resist and Unsubscribe" zum Boykott der großen Tech-Unternehmen auf. Capgemini trennt sich von seiner US-Tochter wegen ICE-Zusammenarbeit. Die Epstein Files wurden veröffentlicht: Peter Thiel, Bill Gates, Elon Musk und viele weitere Tech-Namen tauchen in den FBI-Akten auf.

Speakers Philipp Glöckler, Philipp Klöckner

TopicsMarketingBusinessEntrepreneurship

Philipp Glöckler (0:00)

Willkommen zum Doppelgänger Podcast Folge 533 am 4 Februar 2026 Ich bin Philipp Glöckler und telefoniere zweimal die Woche mit dem Tech-Analysten Philipp Klöckner. Und wir fangen an mit einer Story, die wollte ich eigentlich schon letzte und vorletzte Folge reinbringen. Aber irgendwie habe ich es vergessen. Sell America ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um alles zu verkaufen bzw. kann man Amerika ein bisschen in die normale Richtung wiederbringen, indem man Sell America macht. Was ist das überhaupt? Sollen wir jetzt als nur kleine Retail-Anleger auch anfangen, amerikanisches Zeug zu verkaufen?

Philipp Klöckner (0:42)

Ich würde dazu jetzt keine Anlageberatung machen, wie immer. Aber wir können einmal erklären, was der Sell America Trade ist. Eigentlich verstecken sich hinter dem Begriff zwei Dinge. Das eine ist ein ganz rationales Motiv und eine Bewegung, die eigentlich schon seit Längerem anhält. Und zwar ist das, dass man das Chancen-Risiko-Verhältnis bei Aktien außerhalb der USA für besser achtet als bei den US-Titeln. Einfach weil die US-Titel so gut gelaufen sind und vergleichsweise hoch bewertet sind. Sie wachsen zwar im Schnitt auch schneller, aber sie wachsen nicht so viel schneller, wie es die Kurse und die Bewertung gerade implizieren würden. Deswegen könnte man sagen, stattdessen in Europa oder Südostasien, in Emerging Markets oder weltweit ex USA alle Aktien außer USA zu kaufen, könnte ein Anlagemotiv sein, was gut läuft. Das ist unter anderem die Meinung vieler Großbanken, die hauptsächlich das Bewertungsproblem sehen. Das passiert auch schon seit Längerem. Es ist ja auch so, dass die DAX-Titel besser lauften. In Euro oder Schweizer Franken oder Gold gemessen laufen die besser als die USA, weil die US-Acquities, also die Aktien, die nicht profitieren, sondern was das Gegenteil von profitieren, die leiden unter der Dollar-Schwäche. Wenn ich eine Aktie bei einem Kurs von 1 zu 1 kaufe, dann verliert der Dollar 15% an Wert. Die Aktie macht nur 20% Gewinn, dann ist eigentlich ein Großteil davon aufgefressen, wenn man so möchte. Genau, das ist sozusagen das rationale Motiv, dass man einfach glaubt, Aktien außerhalb der USA sind gerade günstiger und man hat auch ein bisschen Angst vor der weiteren Aufweichung des Dollars. Die Trump-Regierung tut ja wenig, um den Dollar zu festigen, er wird immer wertloser. Auch das sehen internationale Anleger und bereiten sich darauf vor. Dann gibt es jetzt seit Kürzeren eine Bewegung, die ein bisschen aktionistischer ist. Und das ist, das hat ja unter anderem in Davos schon begonnen, dass teilweise EU-Staaten begonnen haben, US-Anleihen auf den Markt zu schmeißen. Dadurch würde der Kurs sinken und die Rendite steigen. Und wenn die Rendite steigt, müssten die USA mehr Zinsen zahlen, um ihre neuen Anleihen loszuwerden, also um sich neu zu verschulden. Das wäre die Logik. Das ist eine oder wahrscheinlich die größte Achilles-Ferse der USA, dass sie sehr stark verschuldet sind und abhängig vom Zinssatz. Deswegen möchte Trump eine Fett haben, die ihm die Zinsen senkt, weil das Staatsbudget entlastet.

Wenn Anleihen verkauft werden, dann wirkt das absolut kontraproduktiv. Das heißt, die Staatsverschuldung wird noch teurer. Dadurch könnte man, wenn man das jetzt wirklich konsequent durchzieht, also man würde US-Anleihen, US-Dollar, also fangen wir mal mit US-Anleihen und US-Aktien an verkaufen, dann verkauft man automatisch auch Dollar, wenn man so möchte, weil du die Aktien ja mehr oder weniger in Dollar kaufen würdest, wenn du sie an der US-Börse kaufst. Das heißt, die Nachfrage nach dem Dollar sinkt noch weiter, der Dollarkurs stützt noch weiter ein. Erhöhen sich die Finanzierungskosten für die Unternehmen und den US-Staat, für die Unternehmen, weil, wenn wir jetzt die Aktien alle verkaufen, dann würden die Bewertungen sinken. Das heißt, die Kapitalkosten der Unternehmen steigen. Also, wenn ich mit 20-mal Umsatz bewertet bin, dann ist es relativ einfach, neue Aktien rauszugeben und Geld einzusammeln. Wenn ich jetzt aber deutlich günstiger bewertet bin, dann ist es nicht mehr so spannend, einfach Kapitalerhöhungen zu machen zum Beispiel. Das heißt, die Finanzierungskosten wären adversa oder ungünstiger für private Unternehmen und würde man jetzt glauben, der Dollar wird weiter schwächer und die Zinsen steigen, dann würde auch die Staatsfinanzierung teurer werden. Wobei die Entwertung des Dollars ja wiederum es ein bisschen einfacher macht, die Schulden. Also das Abwerten des Dollars macht es ja auch einfacher, die Schulden zurückzuzahlen. Die Inflation ist für die Konsumenten, wenn man so möchte, eine indirekte Steuer. Also es macht das Leben für die Konsumenten, für die US-Bürger relativ teuer. Aber gleichzeitig, dadurch dass der Dollar, ich sage jetzt mal stark vereinfacht, nichts mehr wert ist oder weniger wert ist, ist es günstiger, die Schulden zurückzuzahlen, die die USA gemacht haben. Das heißt, es könnte auch Strategie sein. Genau, so sollen wir jetzt alle unsere MSCI-Worlds auflösen, unsere US-Tech-Aktien verkaufen. Das muss man selber entscheiden. Also wer das jetzt als Aktionismus machen möchte, der kann das machen. Das ist keine rationale Anlagestrategie, obwohl es, wie gesagt, es gibt auch die Bewegung, die das aus rationalen Motiven macht. Man kann gut argumentieren, die US-Aktien sind die teuersten, aber das waren sie historisch auch relativ oft. Und es kann gut sein, dass sie weiter teuer bleiben.

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