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OpenAI als Plattform, Bubble Time & Peak Social Media #499

Doppelgänger

October 7, 2025

OpenAI launcht App-SDK mit Expedia, Spotify und Canva als erste Partner. AMD-Deal: OpenAI sichert sich 10% Aktienanteil für 6 Gigawatt GPU-Bestellung. Sora-Update mit umstrittenem Opt-Out für Rechteinhaber. ROI-Übernahme stärkt OpenAIs Finanz-App-Ambitionen.

Speakers Philipp Glöckler, Philipp Klöckner

TopicsMarketingBusinessEntrepreneurship

Philipp Glöckler (0:00)

Willkommen zum Doppelgänger Tech Talk Podcast Folge 499 am 8 Oktober 2025 Ich bin der Party-Organisator Philipp Kloeckler und telefoniere zweimal die Woche mit dem Tech-Analisten Philipp Kloeckler. Ich habe gedacht, heute wird so eine easy peasy Folge. Du laberst ein bisschen über AI, es gibt keine Earnings, so Elon hat bestimmt wieder irgendeinen Mist gemacht. Und so schön entspannt, schön entspannt.

Philipp Klöckner (0:27)

Elon hat die Produktion gesteigert von Tesla, den Verkauf von Tesla. 7% mehr als im Vergleichsquadrat des Vorjahres. Aber das ist ein Einmaleffekt, weil die Förderungen auslaufen und die Leute, wer sich einkaufen will, der kauft sich jetzt noch schnell ein. Das heißt, das ist jetzt nicht die Cat-Wind, auf die man eventuell gewartet hat. Aber ich bin gespannt, was jetzt kommt. Warum befürchtest du, dass alles könnte nicht so laufen?

Philipp Glöckler (0:51)

Na ja, dann habe ich mich irgendwie so auf Sofa gesetzt, habe mein Telefon angemacht, habe da so ein bisschen rumgescrollt, wie man das so macht. Und auf einmal sehe ich da Live-Feed, OpenAI, hier neue Produkte, Keynote, Sam Altman, schön in blau angezogen, erzählt da wieder was in seinen besten Adidas Sneakern. Die geben richtig Gas. Irgendwie letzte Woche TikTok kaputt gemacht und jetzt machen sie das Internet komplett kaputt. Oder wie siehst du die neuen Produkt-Features von ChatGPT?

Philipp Klöckner (1:28)

Also auf jeden Fall wird es irgendwann gleichbedeutend mit der Apple-Keynote sein, oder? Also das, worauf Leute, wo alle Journalisten anreisen und sich drauf freuen. Und fairerweise, Apple hat wahrscheinlich zwischen 30 und 40 Jahre angebraucht, um 500 Milliarden wert zu werden. Das hat OpenAI deutlich schneller geschafft, in die Relevanz reinzukommen, ob das jetzt berechtigt ist oder nichts.

Frage, war das jetzt ein Riesendurchbruch? Also es war der Dev-Day, Entwicklertag von OpenAI.

Philipp Glöckler (1:59)

Moment, hast du Dev-Day oder Death-Day gesagt?

Philipp Klöckner (2:04)

Erstmal nur der Dev-Day. Aber ich würde mein Szenario-Risiko von Bubble-Platz im Frühjahr inzwischen von 15 bis 20 auf 25 bis 30 Prozent erhöhen, ehrlich gesagt.

Philipp Glöckler (2:19)

Im Frühjahr?

Philipp Klöckner (2:22)

Spätestens im Frühjahr. Also ich tippe auf Frühjahr, aber wenn das überhaupt vorher sichtbar ist, was es nicht ist, dann kann niemand das wissen. Schon gar nicht oder auch nicht, je nachdem, wie man es sieht. Aber das Problem ist halt, in der Hochphase einer Bubble kann sich auch alles einfach nochmal verdoppeln, weil es diese brutalen Dynamiken gibt. Egal, darauf komme ich später. Was ist jetzt tatsächlich passiert? Ich glaube, die größte Änderung ist, dass OpenAI ein App-SDK oder Apps SDK einführt. Das ist einfach gesagt ein Entwicklungsstandard, um Apps für OpenAI zu bauen. So wie man das vielleicht auch aus dem Play Store oder Android Play Store oder App Store kennt. Das heißt, andere Anbieter, Dienstleister, Plattformen können Integration in ChatGPT bauen. Die ersten Kunden, die genannt werden, sind zum Beispiel Expedia Booking aus dem Reisebereich, Figma Canva aus dem Kreativitäts- oder Building-Bereich, Coursera Education, Spotify Musik, Zillow, Immobilienmarkt, und sind schon weitere Sekunden in Aussicht gestellt, Door Dash Trip Advisor, Thumbtack, Uber, Target Open Table, Peloton, Dekan Academy, Instacard. Du kannst ChatGPT jetzt dadurch noch einfacher anprogrammieren und mit einfachsten Befehlen diese Apps aufrufen. Also ich kann sagen, Coursera bring mir das und das. Also Coursera Teach me Python, was du vielleicht nicht mehr brauchst in Zukunft oder weniger brauchst, aber kannst du sagen. Oder Spotify, mach mir mal eine schöne Bali Playlist zum Entspannen. Oder Expedia, zeig mir mal alle Hotels unter 250 Euro, die entweder im Marriott oder Acor Partnerprogramm sind für das nächste Wochenende in Hamburg.

Was total sinnvoll ist, glaube ich. Und es hat vor allen Dingen, ich glaube, produkttechnisch ändert das ja gar nicht so viel, außer ich würde sagen, es gibt zwei wichtige Effekte. Zwei, drei. Das eine ist, ChatGPT bekommt wahrscheinlich so Zugang zu Inventar. Also sie bekommen Zugang zu einer Hotel-API, zu einer Immobilien-API, zu Education, zur Musik-API. Also einerseits, du kannst das natürlich so sehen, dass diese ganzen Plattformen bekommen Zugang zu ChatGPT, aber andersherum erhöht ChatGPT auch seinen Wert, indem es, stell dir mal vor, Booking hätte vorher seine Seite, ich weiß nicht, ob die das gemacht haben, aber er hätte jetzt ein Konter, einer, die sperrt oder so. Jetzt bekommst du deren Content, und zwar Content jetzt nicht nur im Sinne von deren Webseite, sondern strukturierte Daten, also zum Beispiel den Hotel-Katalog, den Musik-Katalog, bekommst du auf ein Silbertablett angeliefert. Das andere ist natürlich die Möglichkeit, eine monetarisierbare Plattform zu bauen. Wir glauben ja nicht, dass es so eine Art App Store, das ist ja ein impliziter App Store, der sich dadurch bildet. Das heißt nicht so, aber es ist lästlich, wird es eine App-Plattform sein. Wir glauben ja nicht, dass der kostenlos dauerhaft zur Verfügung stehen wird. Also entweder wird OpenAI da immer einen Share bekommen, so wie das bei Google oder Apple auch schon ist, an den Verkauf von digitalen Gütern, wo man bis zu 30 Prozent bekommt oder Subscriptions, die über die Plattform getätigt werden, wo man so 15, manchmal ein bisschen mehr Prozent bekommt. Das heißt, Supermonitarisierungsmöglichkeit. Du kannst es sagen, von jedem Hotel, was darüber gebucht wird, will ich 6, 7 Prozent haben. Das kriegen andere Affiliates auch bei Expedia und Booking. Warum solltest du das nicht bekommen als OpenAI-Premier? Ich bin mir sicher, dass solche kommerziellen Verträge noch dahinterstehen und warum es auch dauert. Das basiert auf das Model-Context-Protocol, was ursprünglich mal von Entropic entwickelt wurde, dass es quasi so einfach gesagt die Schnittstelle oder die API, über die man arbeitet, sodass die Chatbots die Webseiten oder deren Inhalte verstehen, deren strukturierte Daten auslesen können und die Webseiten wiederum effizient mit den Chatbots kommunizieren können. Auch nicht weiter überraschend wahrscheinlich. Was man zu bedenken geben sollte, worüber ich deutlich noch zu wenig gelesen habe, außer einer hat, ich glaube, Eric Newcomer hat das, glaube ich, dessen Freund fairerweise, muss man sagen, als Hintergrund arbeitet bei Entropic, aber der hat das ganz gut gesagt, nämlich die Privacy-Probleme, die sich damit ergeben. Es wird natürlich so sein, dass das hier macht nur Sinn, wenn die Plattformen auch den Kontext des Nutzers oder der Nutzerinnen mit erforschen können. Also wenn Booking oder Expedia zum Beispiel Informationen darüber bekommt, was ist eigentlich die Reiselocation, die ich am meisten gesucht habe in den letzten 30 Tagen, oder in welcher Hotelkategorie oder bei welcher Hotelkette schlafe ich präferiert, oder dort der Schweiß, dass ich Sushi prinzipiell nicht esse, weil ich mir damit mal den Magen verdorben habe, oder, oder, oder. Und das jetzt gut zu trennen, also welche Nutzerdaten gebe ich eigentlich diesen Apps weiter und welche nicht, das ist relativ gefährlich. Eric Newcomer verbindet das mit dem Social Graph von Facebook. Da gab es ja mal Bestrebungen, denen zur Verfügung zu stehen, Fair Apps, um das auch ebenfalls zu monetarisieren. Das hat man dann gelassen, weil Cambridge Analytica das mal so perfekt ausgenutzt hat, den Zugang zu Facebook-Daten. Deswegen war das dann auf einmal nicht mehr en vogue, das zu tun.

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