Nvidia, Snowflake, Crowdstrike Earnings & Nobelpreis für M&A #488
Doppelgänger
August 29, 2025
Wir durchleuchten die Nvidia-Earnings, China will seine KI-Chip-Produktion verdreifachen. DeepSeek kündigt die Kompatibilität seines neuesten Modells mit heimischen Chips an, während Cambricon Rekordgewinne erzielt.
Speakers Philipp Glöckler, Philipp Klöckner
TopicsMarketingBusinessEntrepreneurship
Philipp Glöckler (0:00)
Willkommen zum Doppelgänger Tech Talk Podcast Folge 488, kurz vor der 500 Am 30 August 2025 Ich bin Philipp Klöckner und telefoniere zweimal die Woche mit dem Tech-Analysen Philipp Klöckner. Und diese Woche gab es eigentlich nur ein Thema. Darüber reden wir jetzt eine halbe Stunde und danach gibt es Earnings. Wie fandest du die Verlobung?
Philipp Klöckner (0:24)
Also erstmal, das Trello-Board ist voll. Es gibt mehr als ein Thema. Keine Ahnung, es interessiert nicht, wenn Leute ihre Beziehung medientechnisch irgendwie organisieren oder so.
Philipp Glöckler (0:35)
Keine Sorge, darüber reden wir nicht. Lasst uns direkt zum Thema gehen.
Philipp Klöckner (0:38)
Warte, willst du meine Lieblings-Headline der Woche? Kennst du wahrscheinlich.
Philipp Glöckler (0:45)
Auch raus.
Philipp Klöckner (0:46)
Ich muss mal gucken, bevor ich hier was Falsches sage. Einfach nur, weil es so lustig ist und ich irgendwie Popo Humor mag. Also, aus dem Magazin Mannschaft, Überschrift Analverkehr bei DADL. Auch Unternehmer Frank Thelen will nicht in Anux investieren. Das ist nicht meine Kern-DNA-Zitate.
Es ist nicht gut zu wissen, dass Frank Thelen einfach wieder zu Hause in der TV-Unterhaltung ist und sich überwiegend aus Anlegerverarsche und Politik raushält. Ich finde das schön. Stattdessen guckt er sich mit den Löwen Popo, Cleansing, Start-ups im Fernsehen an. Der erste Milliardendeal, große Überschrift Milliardendeal, so ganz coole Apps, um Pflanzen-Gesundheit zu überwachen. Leider auch schon wieder geplatzt im Nachhinein. Nicht passiert. Großgefeiert in den Medien, dann stellt sich raus, nicht passiert. Na gut, aber wie gesagt, das ist Unterhaltung. Travis Kelsey und Taylor Swift auch Unterhaltung für mich. Ist ja kein Boulevard-Podcast hier. Dafür haben wir die Schmuddelecke und da wiederum gehört Taylor Swift ja nur wirklich nicht rein.
Philipp Glöckler (1:47)
Genau. Deswegen Earnings. Diese Woche war Nvidia dran. Aber wenn das schief gelaufen wäre, wären wir alle ein bisschen ärmer. Nicht weil wir Nvidia-Aktien haben, sondern weil die ganze Welt hängt an Nvidia, würde ich sagen. Auf jeden Fall meine ETFs. Wie war es?
Philipp Klöckner (2:04)
Also nach den Earnings ist der Kurs kurz 5% eingebrochen. In einer kleinen kurzen Enttäuschungsreaktion hat sich dann aber sehr schnell gefangen. Ich glaube, das letzte Mal als ich draufgeschaut hatte an den Tag, ich habe später noch mit dem im Loop Podcast von Finanzlust kurz über das Thema geredet, da war sie nur noch anderthalb, ein Prozent im Minus. Warum die Enttäuschung? Ich habe das so zusammengefasst, die Zahlen waren sehr gut, aber Nvidia muss großartig oder outstanding liefern. Und deswegen hat es nicht gereicht. Also der Umsatz ist immer noch um 56 Prozent gewachsen. Das wäre ja an sich super gut. Das Net Income ist auch um 59 Prozent gewachsen, auf 26 Milliarden im Quartal, muss man sich vorstellen, 100 Milliarden Gewinn, Net Profit, Runrate. Inzwischen aber das täuscht so ein bisschen über kleine Schönheitsfehler hinweg. Und zwar, was ich da herausstellen würde, das, was Nvidia ausmacht oder den Charakter und die Story dieser Unternehmung baut, ist ja das Data Center Revenue, also die KI-Chips. Dieses Revenue ist zwar 56 Prozent gewachsen, aber sequenziell, also zum Vorquartal, ist man nur noch 5 Prozent gewachsen. Und das ist insofern eine Enttäuschung, dass dieses sequenzielle Wachstum, also wenn wir von Umsatzwachstum sprechen, vergleichen wir immer mit dem Vorjahr, um die Seasonalität und so auszugleichen. Der Vergleich mit dem Vorquartal ist eher selten, aber hier macht das natürlich Sinn, weil das ein sehr gleichmäßig steigendes Business ohne große Seasonalität ist. Es ist nicht so, dass Mark Zuckerberg Weihnachten entscheidet, jetzt gebe ich mal mehr Fit Chips aus. Insofern ist dieses sequenzielle Wachstum schon ganz wichtig und das liegt nur noch bei 5% in der Data Center Sparte und das war immer zweistellig zuvor. Ich habe das hier mal auch eingetragen für den Gesamtumsatz zumindest in dem doppelgänger.io.
Da kann man das nachvollziehen, da kommt man auf eine Google-Tabelle, wo unter anderem auch Nvidia Revenue analysiert wird. Und da sieht man sehr gut, in den letzten drei Quartalen war das sequenzielle Wachstum, also das heißt immer zum direkten Vorquartal, 17%, 12%, 12% und jetzt noch 6%. Also es hat sich halbiert. Und das ist schon eine Deaxzelleration oder Verlangsamung des Umsatzwachstums. Also es wird schwerer, noch Milliarden hinzuzugewinnen. Die Gründe dafür sind natürlich so ein bisschen das Ausbleiben des China-Geschäfts. Es wurde dieses ganze Quartal nicht ein Age 20, also die abgespeckten Hopper 100-Chips, von denen wurde nicht ein einziger nach China versendet. Man konnte 180 Millionen Chips im Gegenwert von 180 Millionen verkaufen, die nicht nach China gegangen sind. Das wurde ganz gut aufgenommen, dass irgendjemand außer China diese Chips überhaupt haben will. Aber man sieht auch ganz gut, wenn man sich das Inventory anschaut. Also der Posten-Inventory unter den Assets, also in der Bilanz, beschreibt, wie viele Vorräte ein Unternehmen hat. Und dass die ansteigen, ist erstmal normal. Bei einer Firma, die sehr stark wächst, wird das Inventar auch immer wachsen. Also ich kann nichts verkaufen, was ich nicht am Lager habe. Aber man sollte natürlich das Inventar immer in Verbindung zum Umsatz setzen. Also die Quote, wie viel Prozent des Umsatzes habe ich im Lagerhaus, die sollte einigermaßen stabil bleiben oder sogar minimal runtergehen, je größer man wird. Und da sieht man schon, dass letztes Jahr hat entweder 22 Prozent des Umsatzes am Lager gehabt und jetzt sind es 32 Prozent. Also es staut sich offenbar Ware an. Das sind die H20-Chips, die für China bestimmt sind, die sie aber nicht verkaufen können. Weil dieser 15 Prozent Deal, die man mit Trump angeblich verhandelt hätte, da gibt es keine Gesetzgebung zu. Das ist alles nur Medienblabla bisher. Das heißt, Nvidia wartet auf eine Ausfuhrgenehmigung, wo sie 15 Prozent Exportsteuer höchstwahrscheinlich verfassungswidrig zahlen dürfen, um diese Chips endlich loszuwerden. Die positive Nachricht ist, wenn ihnen das gelingen sollte. Das heißt, wenn Trump irgendwie es schafft, diese Gesetzgebung mal in die Bahn zu schicken. Und entweder seine Age-20s wieder an China verkaufen darf, dann könnten das nochmal 2 bis 5 Milliarden Zusatzumsatz im nächsten Quartal sein, die im Moment in dem Vorkast nicht berücksichtigt sind. Das heißt, das wäre eine positive Fantasie, die noch nicht eingepreist ist im Moment. Beziehungsweise eingepreist ist sie wahrscheinlich, aber im eigenen Vorkast ist sie nicht berücksichtigt. Aber auch ohne China-Geschäft läuft entweder gut. Also man sollte sich nicht täuschen lassen. Die Zahlen sind sehr gut. Die Margen sinken etwas. Das liegt daran, dass die Black World-Chips ein bisschen weniger Marge haben. Und insbesondere in der Ramp-up-Phase, also während man sozusagen aufbaut die Produktion, ist die Rohmarge ein bisschen niedriger. Die H20-Chips haben auch niedrige Rohmarge. Dass die im Lager verrotten, hilft der Rohmarge auch nicht. Und deswegen ist die operative Marge leicht runtergegangen. Aber fast zu vernachlässigen, die Profit-Marge nach Finanzergebnis ist sogar ein bisschen hochgegangen durch Zinseinnahmen. Weil Nvidia natürlich auf massiven Cash sitzt, was sie beschlossen haben, dann aber in ein Sharebuyback-Programm zu stecken. Das spricht auch so ein bisschen dafür, dass sie dieses nicht so tolle Quartal glätten wollen, indem sie gleichzeitig, also der Markt kann schlecht abverkaufen die Aktie, wenn man gleichzeitig ein Sharebuyback-Programm annonciert. Also sie wollen bis zu 60 Milliarden US-Dollar in den Rückkauf eigener Aktien investieren. Bei 100 Milliarden cash-free Cashflow, die sie machen, ist das kein großes Problem, das zu finanzieren. Was man natürlich kritisieren kann, ist, warum Nvidia bei einer 4,5 Billionen US-Dollar-Bewertung selber mit 30 Mal Umsatz bewertet, warum man zu dem Kurs eigene Aktien zurückkaufen sollte. Also mal ein bisschen frech formuliert, da gibt es bestimmt günstige, sie sollten Google-Aktien kaufen, stattdessen würde ich behaupten. Aber gut, das dient natürlich der Stützung des eigenen Kurses und der negativen Verwässerung der Anleger. Irgendwie müssen sie diese 100 Milliarden, die übrig bleiben jedes Jahr investieren. Und deswegen steckt man es in Share-Buybacks. Ansonsten, was muss man noch sagen?
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