Nvidia-Deal: Wer soll bei KI in Deutschland mitmischen?
Was jetzt?
October 17, 2026
Die Bundesregierung will mit dem US-Chipkonzern Nvidia im Bereich künstliche Intelligenz kooperieren. Am Montag wollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Nvidia-Chef Jensen Huang die Kooperation vorstellen, wie die ZEIT aus Regierungskreisen erfuhr.
Speakers Elise Landschek, Christina Felschen, Jakob von Lindern, Pradnya Bivalkar
TopicsNews
Elise Landschek (0:05)
Es ist mal wieder Wochenende, Sonnabend, der 17 Oktober, genauer gesagt. Beste Zeit zum ausgiebigen Podcast hören und schlafen. Wie sie damit sogar Geld gewinnen können, das erzähle ich ihnen gleich. Warten sie es ab. Vorher geht es hier darum, wie Deutschland in Sachen KI aufholen will und wieso es in Indien schon wieder Massenproteste der Kakerlakenbewegung gibt.
Ich bin Elise Landschek. Das ist Was jetzt? Und das, was hier gleich kommt, sind die Kurznachrichten.
Christina Felschen (0:34)
Mit Christina Fälschen. Guten Morgen. US-Präsident Donald Trump hat die geplante Verschärfung von Sanktionen gegen Russland ausgesetzt. Eigentlich sollten morgen höhere Importzölle auf russische Waren verhängt werden. Das war per Gesetz beschlossen worden, wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Auch Drittländer, die noch Energie aus Russland beziehen, hätten höhere Zölle zahlen müssen. Trump hat den Stopp der neuen Sanktionen per Dekret beschlossen, also am Kongress vorbei. Er beruft sich auf das Zitat nationale Interesse der USA.
Die Ukraine wirft Trump vor, neuerdings Russland zu unterstützen. Trump hatte nach einem Gespräch mit Russlands Machthaber Vladimir Putin verkündet, dass die USA große Mengen Diesel aus Russland kaufen werden. Ihm wird vorgeworfen, kurz darauf, den Zugang des ukrainischen Militärs auf das Satellitensystem Starlink eingeschränkt zu haben. Trump weist das zurück.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat SPD und Grüne aufgefordert, die Sondierungsgespräche mit der Linken in Berlin zu beenden. Der CDU-Politiker sprach von, Zitat, antisemitischen Tendenzen bei den Berliner Linken. Die Partei war zuletzt wegen ihrer Abgeordneten Vanessa Emde in die Kritik geraten. Emde hat mehrmals das Existenzrecht Israels in Frage gestellt. Die Partei war einige Stunden vor Wüsts Rede aber auf Distanz zu Emde gegangen. Der Fraktionsvorsitzende Tobias Schulz sagte, dass Emde mit ihren Äußerungen gegen eine Vereinbarung der Linken verstößt. So könne man mit ihr nicht zusammenarbeiten. Nächste Woche soll über das weitere Vorgehen beraten werden.
Vor einem Monat hat die Linke die Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin klar gewonnen. Seit vorgestern berät sie mit Grünen und SPD über eine mögliche gemeinsame Regierung.
Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 5 Uhr.
Elise Landschek (2:26)
Was künstliche Intelligenz angeht, ist Deutschland weltweit gesehen nicht gerade der Leitwolf. Bundeskanzler Friedrich Merz will das jetzt ändern oder offenbar zumindest Rückstände aufholen.
Einem Bericht des Handelsplatzes zufolge plant die Bundesregierung dazu eine Partnerschaft mit dem US-Chiphersteller Nvidia, um den Einsatz der sogenannten physischen KI in der Industrie zu fördern. Physische KI, die kommt zum Beispiel bei Robotern oder beim autonomen Fahren zum Einsatz.
Dafür will der Bund einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Nvidia soll dafür nicht nur Chips liefern, sondern auch Ingenieure entsenden. Aber es gibt auch Kritik an den Plänen. Unser Technikexperte Jakob von Lindern kann einschätzen, ob dieser Deal die Zukunft für uns alle ein bisschen goldener macht. Hallo Jakob.
Jakob von Lindern (3:11)
Hallo Elise.
Elise Landschek (3:12)
Was verspricht sich denn die Bundesregierung von diesem Deal mit Nvidia?
Jakob von Lindern (3:16)
Nicht zuletzt Aufmerksamkeit. Es ist ja eine schöne Geschichte.
Hunderte Millionen, die Bundesregierung machen das jetzt irgendwie zusammen, dass es vorangeht mit KI. Und das soll wohl am Montag bei einem großen Investitionsgipfel vorgestellt werden mit Jensen Huang, dem CEO von Nvidia als Stargast.
Das wird es eine. Inhaltlich geht es darum, wie du es gesagt hast, künstliche Intelligenz zu entwickeln für Industrie und Robotik. Auch diese Modelle müssen trainiert und entwickelt werden. Das soll möglichst hier passieren mit den Daten von deutschen Industrieunternehmen. Und die sind auch Teil von diesem Konsortium. Und darum geht es irgendwie in diesem Projekt.
Elise Landschek (3:56)
Es gibt ja auch Kritik an dem Vorstoß. Welche denn?
Jakob von Lindern (3:59)
Eine Kritik, die oft kommt, wenn es um Partnerschaften mit Unternehmen wie Nvidia geht, dass hier nun eine Firma ist, die aus den USA kommt, ist, macht man sich damit nicht abhängig.
Und es ist nun tatsächlich so, Nvidia ist eine Firma aus den USA, die ihre Chips in Taiwan herstellen lässt. Also nichts davon kommt aus Europa. Und damit macht man sich abhängig, in gewisser Hinsicht vielleicht auch erpressbar. Das ist jedenfalls die Kritik, die in diesem Fall aus meiner Sicht so ein bisschen wohlfeil ist, weil es auf der Ebene von Hardware zumindest eigentlich keine Alternative dazu gibt.
Wenn man KI-Rechenzentren bauen will, hat man keine große Auswahl, von wem man die Chips kauft. Alle Firmen, die in Frage kommen, sind nicht aus Europa, sind eigentlich nur zwei. AMD und Nvidia, beide aus den USA. Und es wäre total wünschenswert, wenn wir mehr Kapazitäten aufbauen würden, sowas auch in Europa zu machen. Aber jetzt darauf zu warten, bis es soweit ist, wäre wohl ein Fehler.
Elise Landschek (5:00)
Jetzt gibt es ja in Deutschland auch viele KI-Skeptiker, die eher die Gefahren durch künstliche Intelligenz im Vordergrund sehen als den Nutzen. Und die finden es sehr besser, wenn der Deal gar nicht zustande käme. Aber hat denn Deutschland da überhaupt eine Wahl?
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