Nord Stream: Hat die Ukraine ein Kriegsverbrechen in Auftrag gegeben?
Was jetzt?
October 14, 2026
Vor dem Oberlandesgericht Hamburg beginnt der Prozess gegen den Ukrainer Serhii K. Er soll die Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines im September 2022 koordiniert haben. Damals wurden drei der vier Gasleitungen zwischen Russland und Deutschland durch Explosionen zerstört.
Speakers Helena Schmidt, Christoph Heinemann, Uwe Ritzer
TopicsNews
Helena Schmidt (0:04)
Hallo und einen wunderschönen guten Morgen hier bei Was jetzt? dem Nachrichtenpodcast der Zeit. Wir haben Mittwoch, den 14 Oktober und in Hamburg beginnt heute der Prozess zu einem der politisch heikelsten Anschläge der deutschen Geschichte, dem Nordstream-Anschlag. Wedermann ist dem vorgeworfen wird, an einem Kriegsverbrechen beteiligt gewesen zu sein und wieso der Prozess die deutsche Ukraine-Politik in Frage stellen könnte. Darum geht es hier gleich. Außerdem sprechen wir darüber, wie aus Abwasser reines Trinkwasser werden kann und wieso die Verschmutzer davon aber nicht bezahlen wollen. Ich bin Helena Schmidt und hier kommen die Nachrichten.
Und die gibt es von mir, Sophia Boddenberg. Guten Morgen.
Papst Leo, der 14 hat Lungenkrebs. Das hat der Vatikan nach einer Operation des 71-Jährigen mitgeteilt. Ärzte hatten dem Papst in einer Klinik in Rom den unteren Lappen, der leichten Lunge entfernt. Anschließend bestätigten Untersuchungen, dass es sich bei dem Knoten um einen bösartigen Tumor handelt. Die rund 90-minütige Operation verlief nach Angaben der Ärzte erfolgreich und ohne Komplikationen. Der Papst sei normal aus der Narkose erwacht und erhole sich in seinem Krankenzimmer. Voraussichtlich muss er noch eine Woche im Krankenhaus bleiben. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wünschte dem Papst eine schnelle und vollständige Genesung.
In Berlin haben Grüne und SPD die Sondierungsgespräche mit der Linken unterbrochen. Die neue Linksfraktion hatte vorher eine Erklärung verabschiedet, in der sie sich zum Kampf gegen Antisemitismus, zum Schutz jüdischen Lebens- und zum Existenzrecht Israels bekennt. Alle 44 anwesenden Abgeordneten unterschrieben. Grüne und SPD wollen nun prüfen, ob die Erklärung mit der Vereinbarung der vergangenen Woche übereinstimmt. Darin hatten die drei Parteien unter anderem mögliche Sanktionen bei antisemitischen Vorfällen vereinbart, bis hin zum Fraktionsausschluss. Die Linke reagierte überrascht auf die Entscheidung von SPD und Grünen, die Sondierungsgespräche auszusetzen. Co-Fraktionschef Tobias Schulze sagte, aus seiner Sicht gelte die bisherige Vereinbarung weiterhin.
Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 5 Uhr.
Christoph Heinemann (2:27)
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Helena Schmidt (2:34)
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Christoph Heinemann (2:50)
Unter kärcher.de/karriere.
Helena Schmidt (2:57)
Die vier Nordstream-Pipelines in der Ostsee, die waren quasi Deutschlands Gasader nach Russland. Im September 2022, also ein halbes Jahr nachdem Russland die Ukraine angegriffen hat, wurden drei von diesen Pipelines zerstört durch Explosionen. Damals hat die deutsche Politik und Öffentlichkeit erstmal schnell Russland dafür verantwortlich gemacht. Aber dann gab es Hinweise in eine andere Richtung. Ein Team aus sechs Ukrainern soll mit Segelyacht auf der Ostsee gefahren sein, dann 80 Meter tief zu den Pipelines getaucht sein und dann dort Sprengsätze platziert haben. Ab heute steht in Hamburg derjenige vor Gericht, der die Aktion koordiniert haben soll und zwar Sergej K.
Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Mithiterschaft an einem Kriegsverbrechen vor. Denn die Pipelines, die seien ein ziviles Ziel, dass man selbst im Krieg nicht angreifen darf. Mein Kollege, der Politikredakteur Christoph Heinemann begleitet diesen Prozess. Hi Christoph.
Christoph Heinemann (3:55)
Hallo, Helene.
Helena Schmidt (3:56)
Christoph, erstmal, wer ist denn der Ukrainer Sergej K und was soll er eben bei dieser Aktion getan haben?
Christoph Heinemann (4:02)
Also er ist ein bisschen so, wie man sich einen Militär vorstellt. Er ist 50 Jahre alt, er hat einen kahlrasierten Schädel, ist sehr muskulös, wurde wohl von den Wärtern im Gefängnis auch James Bond genannt. Der eben die Rolle hatte, dass er eben diese sechs Verschwörer angeleitet haben soll, diese Aktion durchzuführen, die ja wirklich in Planung und Ausführungen sehr spektakulär war, auch lebensgefährlich war.
Und er soll eben eine der mutmaßlichen Schrittenzieher dahinter sein.
Helena Schmidt (4:29)
Jetzt ist ja die große Frage, war das Ganze beauftragt von der Ukraine oder nicht? Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky sagt, die Ukraine habe sich, Zitat, niemals offiziell an irgendeiner Operation beteiligt, die mit der Sprengung von Nord Stream zu tun hatte. Das ist ja eine interessante Formulierung. Das Gericht muss das jetzt klären. Aber was weiß man denn bisher darüber?
Christoph Heinemann (4:50)
Die Formulierung ist schon speziell, die du ansprichst. Unsere Kollegen aus dem Investigativressort der Zeit haben ja schon seit langem auch zu diesem Thema recherchiert. Was man an Erkenntnissen hat, ist, dass es schon starke Indizien dafür gibt, dass da eine staatliche Auftraggeberschaft dahinter steckt. Zum Beispiel eben, dass dieser Angeklagte in ein Spezalkommando versetzt worden ist bei den ukrainischen Streitkräften, das eben für die Zerstörung von Infrastruktur zuständig ist. Dann kann man allein an dem verwendeten Sprengstoff ablesen, dass es sehr wahrscheinlich militärischen Hintergrund hat. Es gibt weitere Indizien dieser Art, die dafür sprechen. Deswegen gehen eigentlich alle davon aus, dass der ukrainische Staat da eingebunden war. Die Gekinfrage ist so ein bisschen. Tatsächlich hat auch Präsident Zelensky davon gewusst, hat er diese Aktion möglicherweise sogar freigegeben oder sogar angeordnet. Ich wäre da aber noch skeptisch, ob wir das in dem Prozess erfahren werden.
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