"Move, Motherf*cker" – warum Sport dich nicht vor zu viel Sitzen schützt
Gesundheitswerkstatt
August 7, 2026
Pia und Moritz diskutieren in diesem Podcast, wie du deine Gesundheit in die eigenen Hände nehmen und gleichzeitig die Möglichkeiten der konventionellen Medizin optimal ausschöpfen kannst.
Speakers Moritz Binder, Pia Hartmann
TopicsHealth & Fitness
Moritz Binder (0:00)
Herzlich willkommen in der Gesundheitswerkstatt. Dem Podcast, mit dem du deine Gesundheit in die eigenen Hände nimmst.
Deine Gastgeber sind Doktor Pia Hartmann und Doktor Moritz Binder. Schön, dass du da bist.
Pia Hartmann (0:19)
Hallo liebe Hörerinnen, hallo lieber Moritz. Wir sind hier wieder mit der Gesundheitswerkstatt. Und wir haben so viele schöne Rückmeldungen von euch bekommen zu unseren Folgen zur Trainingsgestaltung und VO2 Max.
Da haben wir glaube ich 1, 2, 3 Folgen dazu gemacht. Und das hat mich fast ein bisschen überrascht, aber auch richtig gefreut, dass ihr quasi so viel Interesse habt an diesem Thema, wie kann man denn Bewegung gut aufziehen und gut in seinen Alltag integrieren. Und genau, da gibt es irgendwie das eine, nämlich das Training. Und da gibt es das andere, nämlich wie ist denn überhaupt mein Alltag aufgestellt und was braucht es daneben? Und da haben wir uns ein paar Gedanken gemacht und haben deshalb die heutige Folge mit dem Titel, lieber Moritz.
Moritz Binder (1:04)
Haha, ja, das habe ich dir gerade im Vorgespräch gesagt. Das ist, glaube ich, das erste Mal, dass ich schon vor der Aufzeichnung wusste, wie die Podcast-Episode heißen wird, nämlich Move, Motherfucker.
Pia Hartmann (1:20)
Ich wusste es noch nicht. Sehr gut, schön.
Moritz Binder (1:23)
Pia fasst ihren Kaffee halbwärts wieder durch die Nase aus, geatmet und auf dem Küchentisch verteilt. Genau, also es gibt von Wim Hof, den wahrscheinlich viele kennen, weil er sehr bekannt geworden ist, durch das, was er zur Atmung sagt, den Ausspruch, breathe, motherfucker, breathe.
Und das finde ich irgendwie so nett, weil über die Atmen kann man sich so viel Gedanken machen und da ganz komplexe Theorien und Konzepte haben und auch tausend verschiedene Ansatzpunkte, wie man das dann für sich nutzt. Und gleichzeitig kann man es auch total simpel angehen und einfach sagen, breathe, motherfucker, wie Wim Hof das sagt. Und der Ausgangspunkt für die Folge heute ist eigentlich mal wieder sehr persönlicher, weil ich in meinem eigenen Leben und Alltag so im letzten Jahre einfach zwei Umstellungen hatte eigentlich. Und die waren, dass ich während meiner Selbstständigkeit und als ich da letztes Jahr noch das Buch geschrieben hatte, hatte ich einfach total eigene Alltagsgestaltungsflexibilität.
Also da konnte ich zwischen den Schreibtischsessions immer komische Rentnerriha, Bewegungsübungen machen und mal kurz um einen Block flitzen und so. Und seit Oktober bin ich jetzt wieder in der Klinik und da ist es einfach viel starrer. Also da versuche ich zwar auch so alberne oder also nicht alberne, aber irgendwelche Knieübungen so im OP-Saal dann zu machen und dabei nicht zu albern auszusehen, weil die ihr schon alle denken, ich habe einen an der Waffel. Aber es ist eben viel, viel schwieriger. Und das dezidierte Training, das kriege ich erstaunlich gut weiter unter. Das mache ich halt morgens oder da haben wir unseren Familienrhythmus, wie wir da beide das im Alltag platzieren. Aber diese Alltagsbewegung, die habe ich eben gemerkt, es war viel schwieriger dann umzusetzen. Und das war so der erste Shift. Und der zweite war dann, nachdem ich das irgendwie gecheckt habe und gemerkt habe, oh, oh, oh, mein Knie, das zwickt manchmal ein bisschen. Und irgendwie ab und zu habe ich auch so nicht richtig Rückenschmerzen, aber bin irgendwie ein bisschen verspannt und so. Genau, habe ich mir da in meinem eigenen Leben ein paar Gedanken zugemacht und habe jetzt, das ist dann der zweite Shift oder der zweite Unterschied, bin da jetzt wieder super dabei und habe das alles nicht mehr. Und darüber sprechen wir heute, also über Alltagsbewegungen und wie man das unter diesem Gesamtblick auf Bewegung betrachten kann. Weil du hast es, glaube ich, schon ein bisschen gesagt, in der Praxis bei dir, da sitzen manchmal Leute, die sagen, ja, ich habe einen Hund und ich gehe so und so viele tausend Schritte hier oder ich arbeite als Krankenschwester im Krankenhaus und ich habe da so viele Etagen, die ich jeden Tag laufe oder sowas. Und wenn du dann aber fragst, okay, und wie oft kommen sie denn richtig ins Schwitzen?
Dann ist es bei vielen Leuten so, dass sie dann nicht richtig eine Antwort darauf haben. Und umgekehrt ist es so, dass, glaube ich, gerade so in unserem Alterskohorten-Dings, da gibt es einige Schreibtischtäter, die haben irgendeinen tollen Job bei Siemens oder BMW oder sonst wo. Und dann machen sie zwar morgens ihren Sport und gehen vielleicht vor der Arbeit ins Fitnessstudio, hocken dann aber den ganzen lieben langen Tag eben am Schreibtisch und bewegen sich gar nicht mehr. Und das ist beides unklug. Also es braucht eine Ausgewogenheit eben zwischen dem wirklich trainieren, ein Trainingsreiz setzen, Krafttraining machen, Ausdauertraining machen. Wie das inhaltlich aussehen kann, da haben wir ja viel schon zu gesagt. Und dann aber eben auf der anderen Seite die Alltagsbewegung. Und das ist oft relativ vage. Also dass das jetzt nicht schlecht ist, sich im Alltag viel zu bewegen. Das würden die meisten sagen. Aber wie das dann genau aussieht, das ist erst mal gar nicht so offensichtlich.
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