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Doppelgänger
March 11, 2026
Anthropic beziffert den Umsatzschaden auf $350 Mio. und klagt gegen die Supply-Chain-Risk-Einstufung. Big Tech stützt Anthropic: Amazon, Google und Microsoft bestätigen, dass Claude auf ihren Plattformen bleibt. 37 OpenAI- und DeepMind-Mitarbeiter reichen einen Amicus Brief ein.
Speakers Philipp Klöckner, Philipp Glöckler
TopicsMarketingBusinessEntrepreneurship
Philipp Klöckner (0:00)
Willkommen zum Doppelgänger Podcast Folge 543 am 11 März 2026 Ich bin Philipp Klöckner und telefoniere zweimal die Woche mit dem Tech-Analysten Philipp Klöckner. Und heute wird es wie die letzten Folgen eine Kriegs-AI-Folge und fangen an mit dem Thema der letzten zwei Folgen, Anthropic vs. Department of War und wer da so Seiten bezieht. Was die letzten Tage geschah.
Philipp Glöckler (0:28)
Ja, also genau, die Geschichte geht weiter. Wir versuchen es nicht zu weit zu strecken. Ich habe im News-Seite auch darüber geschrieben, wer das noch nachlesen möchte. Das, was jetzt, worüber wir noch nicht gesprochen haben, ist einerseits, gibt es unter anderem bei Wired ein Artikel, wo ein Sprecher von Anthropic so ein bisschen beziffert, was da eigentlich an Schaden entsteht. Also zum Beispiel, dass man dieses Jahr eine halbe Milliarde Umsatz mit Regierungsbehörden gemacht hätte oder das geplant hat und jetzt noch bestenfalls mit 150 Millionen statt 500 Millionen rechnet, dass man aber auch eben aus dem privaten Sektor, also es ist ja so, kleine Erinnerung, dass einerseits die Regierungsbehörden angeordnet wurden von Trump, nicht mehr mit Anthropic zu arbeiten und gleichzeitig gewissen privaten Companies, die mit dem Pentagon arbeiten möchten, in dem Prozess Anthropic nicht mehr nutzen dürfen, weil es als Supply Chain Risk designiert ist. Genau, man beziffert jetzt hier den Schaden auf natürlich mehrere hundert Millionen an Verdienstausfällen oder Umsatzausfällen, was wiederum für die Bewertung von Anthropic natürlich dann zig, wenn ich hunderte Milliarden ausmachen könnte, weil einfach die Wachstumsgeschwindigkeit dadurch deutlich beeinträchtigt. Wir packen einen Wired-Artikel, in den ich schon als Versitativer einlesen möchte. Spannender und erwähnenswert sind zwei Dinge, nämlich das aus, man könnte sagen, unerwarteter Ecke, wobei es, glaube ich, dann doch nicht so unerwartet ist, wie man dachte, aber kommt jetzt Hilfe, herangenarrt. Einerseits ist es so, dass mindestens 37 Angestellte von Google DeepMind und OpenAI einen sogenannten Amicus Courier, also einen Unterstützerbrief, an das Gericht geschickt haben. Ich glaube, wir haben in irgendeiner anderen Episode schon mal darüber geredet, aber das ist letztlich quasi, ich bin in dem Verfahren gar kein Beteiligter, aber als so mittelbar Beteiligter oder Experte mische ich mich trotzdem ein und schreibe an die Jury oder sagen die Kammer, einen Brief, um meinen Punkt klar zu machen. Und da gibt es eben 37 Angehörige von DeepMind, also dem KI-Labor von Google und Menschen, die bei OpenAI arbeiten. Unter anderem auch der Chief Scientist von Google DeepMind, Jeff Dean, die sich quasi auf die Seite von Anthropic stellen und der US-Regierung bzw. der Grand Jury hier klarmachen, dass das für die KI-Entwicklung in den USA tatsächlich weitreichende Konsequenzen haben könnte, wenn man die Zusammenarbeit mit Anthropic verbietet, beendet und so weiter. Das ist natürlich, ich würde sagen, so ein gutes Sportsmanship, dass man da, obwohl man natürlich auf vielerlei Ebenen erbittert, konkurriert, aber das zumindest einige, man muss jetzt sagen, sind 37 Leute von Tausenden von Angestellten.
Philipp Klöckner (3:15)
Genau, also das habe ich gedacht. Ich habe die Überschrift gesehen, habe gesehen 37 Das würde man sagen, ist ein Parking-Ticket. Also das ist kein Prozent.
Philipp Glöckler (3:25)
Man kann ja erst mal die 37 feiern, die in ihre Hose gegriffen haben und ihr Rückgrat gefunden haben, vorsichtig gesagt. Man könnte auch bemängeln, warum das nicht noch mehr tun. Es gibt Proteste, es gibt Leute, die kündigen, boykottieren. Aber ja, man kann sagen, das ist ja nicht mal ein Prozent der Belegschaft, die es dafür ausspricht. Und trotzdem umso wichtiger, dass es Leute gibt, die es machen. Man weiß ja nicht, ob sich dann noch welche anschließen. Ich weiß auch gar nicht, wie viele Leute jetzt glaubwürdig so einen Amicus-Brief unterzeichnen könnten, ehrlich gesagt. Das ist jetzt nicht wie eine Petition oder so, wo man auch mit 10 Leuten mal unterschreiben kann, sondern es ist mehr oder weniger so ein Experten-Gutachten oder Unterstützungsbrief eben fürs Gericht. Aber ich finde es prinzipiell positiver, wenn sich die Leute, obwohl sie damit vermeintlich einem Konkurrenten helfen, sich auf die richtige Seite stellen. Ich finde das erstmal gerade in jetzigen Zeiten eine schöne Geste. Und außerdem haben auch unabhängig voneinander sowohl Amazon als auch Google als auch Microsoft und jetzt nicht einzelne Angestellte, sondern die Firmen klargestellt, dass man über ihre Plattformen weiterhin Claude benutzen können wird. Sie schmeißen jetzt nicht voreilig Anthropics Claude von ihren Cloud-Plattformen, sondern stärken auch Anthropic insofern in den Rücken, dass sie sagen, bei uns kann man weiter mit Claude arbeiten. Jetzt muss man sagen, das, ja.
Philipp Klöckner (4:51)
Genau, also die drei sind ja auch mit die größten Shareholder von der Firma.
Philipp Glöckler (4:56)
Ja, also zugegebenermaßen sind die natürlich Shareholder bei Anthropic, wie auch bei jeder anderen KI-Company, würde man vermuten. Da wüsste ich jetzt nicht, ob das tatsächlich reicht, um sich mit seinem Hauptgeschäft und der großen Company dahinter zu stellen, hinter irgendeinem Venture Investment. Ich glaube, was viel wichtiger ist und das größte Risiko aus Business-Sicht, dass Claude wahrscheinlich einen signifikanten Teil ihres Cloud-Geschäfts ausmacht. Also du buchst Claude, also du willst Claude nutzen und buchst das eventuell über AWS, über Google Cloud Platform, über Microsoft Azure und von ihrem so wichtigen KI-Umsatz und von der Wachstumsgeschwindigkeit des Cloud-Geschäfts der großen Tech-Konzerne hängen vielleicht fünf bis zehn Prozent auch, also relativ gesehen, nicht insgesamt, sondern vom Cloud-Umsatz, also vom Cloud-Umsatz Wachstum, um präzise zu sein, auch an Anthropics Claude. Wenn man sieht, wie viel B2B-Share Claude inzwischen hat, ich will die Boden noch nicht ausschütten, aber das ist schon beeindruckend, wie stark Anthropic gewinnt im B2B-Geschäft gerade. Das heißt, wenn die großen Cloud-Hosts jetzt sagen können, bei uns gibt es keinen Claude mehr, dann muss man entweder darauf hoffen, dass ganz viele Firmen ganz schnell auf Microsoft Copilot switchen, was ich für unwahrscheinlich halte. Oder, also ich glaube, dem bleibt gar nichts anderes übrig und das müssen sie vielleicht auch mal ihrem Präsidenten verklickern, dass das nicht so schlau ist, was er da macht. Der will natürlich auch nicht, dass Claude auf Dauer verboten bleibt, sondern sie wollen einfach diese Company unterjochen und brechen und sich durchsetzen gegen die vermeintlich links woken Extremisten, die alle links radikale Woke Firma. Ich habe jetzt zuletzt noch mal diesen Ex-Uber-Guy, Emil, wie heißt der? Ich habe schon vergessen, Sekunde. Der hier ist Undersecretary im Verteidigungsministerium. Emil Michael heißt er. Das ist auch eine ganz spannende Personalie. Der war mal die rechte Hand von Travis Kalinick mit allen dazugehörigen Skandalen, die man sich vorstellen kann. Und Pentagon, der hat ja im All-In-Podcast so ein bisschen erklärt, dass sie quasi gesehen haben, wie geil sie da Caracas auseinandergenommen haben mit der Hilfe von Claude. Und dann irgendjemand bewusst geworden ist im Pentagon, dass die Software zwar sehr mächtig und praktisch ist, aber dass da immer noch eine Firma ist, die das jetzt auch von heute auf morgen ausschalten könnte, wenn sie wollte und so weiter. Und das scheint wohl, zumindest beschreibt er das so, dass das ein Aha-Moment gewesen wäre, wo man beschlossen hat, man muss diese Software so irgendwie autark wie möglich sich einverleiben, sodass wenn das Pentagon, die NSA oder was weiß ich, da irgendwann mal vielleicht auch was ein bisschen Halbseidenes damit machen möchte, nicht irgend so ein idealistischer CEO eventuell dem ein Riegel vorschiebt. Das scheint so ein bisschen die Angst zu sein, warum man jetzt ein für ein alle mal klar machen will, wer die Grenzen setzt für die Nutzung von Claude.
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