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Im Schatten des Iran-Kriegs: Merz im Weißen Haus

Machtwechsel

March 4, 2026

Der deutsche Bundeskanzler ist erneut im Weißen Haus gewesen – in einer Weltlage, die für Europa mit dem Angriff Israels und der USA noch dramatischer geworden ist. Der Krieg mit dem Iran überschattete die eigentlichen Anliegen des Kanzlers: die Zolldrohungen Donald Trumps und die Lage der Ukraine.

Speakers Dagmar Rosenfeld, Donald Trump, Robin Alexander

TopicsPoliticsNewsSociety & Culture

Dagmar Rosenfeld (0:21)

Für das Gesangsduo Renate und Werner Leismann ist Schweigen Gold. Bei einem Besuch im Weißen Haus ist Schweigen der Weg, um mit Donald Trump ins Gespräch zu kommen. Und der Weg, um ein Treffen im Oval Office bestehen zu können, ohne vor der Weltöffentlichkeit vom US-Präsidenten vorgeführt zu werden. So zumindest hat es Friedrich Merz im vergangenen Jahr bei seinem Antrittsbesuch in Washington gehandhabt. Den Unfall frei über die Bühne zu bringen, das galt damals schon als Erfolg. Jetzt ist der Kanzler erneut im Weißen Haus gewesen, in einer Weltlage, die für Europa mit dem Angriff Israels und der USA auf den Iran eine noch dramatischere geworden ist.

Der Iran-Krieg, er überschattete die eigentlichen Anliegen des Kanzlers, nämlich die Zolldrohungen Trumps und die Lage der Ukraine. Dieses Mal ging es also um mehr als das Treffen mit dem US-Präsidenten, unfallfrei zu bestehen. Wie die Begegnung von Merz mit Trump verlaufen ist, wie Merz sich positioniert hat und wie seine Haltung in der Iran-Frage entstanden ist, darum geht es in dieser Folge von Machtwechsel. Und zwar mit einem Robin, der im Oval Office dabei gewesen ist und unmittelbar danach zum Podcast-Mikrofon gegriffen hat.

SPEAKER_1 (1:56)

Wer regiert Deutschland? Mit Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander.

Donald Trump (2:08)

Vielen Dank, dass ihr alle da seid. Wir haben eine Begegnung mit einem Mann, der mein Freund geworden ist. Wir haben uns ein bisschen lange kennengelernt und haben einige sehr interessante Zeiten.

Robin Alexander (2:20)

Unsere Länder gehen sehr gut weiter.

Donald Trump (2:23)

Wir haben eine tolle Beziehung für einander.

Dagmar Rosenfeld (2:26)

Und der Chancellor hat sehr gut in Deutschland erzielt.

Donald Trump (2:30)

Er ist ein sehr erfolgreicher Mann, er wurde der Chancellor Deutschlands, Er ist ein großer Deal und er macht einen sehr guten Job.

Dagmar Rosenfeld (2:42)

Mit diesen überschwänglichen Worten hat Donald Trump seinen Gast, den deutschen Bundeskanzler im Weißen Haus, begrüßt. Robin, du bist in Washington, sitzt jetzt in einer Hotellobby, was übrigens die Hintergrundgeräusche erklärt und kommst geradewegs aus dem Oval Office, wo die Pressekonferenz von Trump und Merz stattgefunden hat. Du hast zu den Journalisten gehört, die mit im Raum dabei waren. Also wie war die Atmosphäre? Erzähl mal.

Robin Alexander (3:09)

Man kann sich das nicht krass genug vorstellen. Viele Hörer haben das ja wahrscheinlich wie du am Fernsehen verfolgt. Aber was sie im Fernsehen nicht sehen, ist diese Enge, in der die Journalisten da eingefärcht sind. Und wann immer Donald Trump die Stimme senkt, rufen ganz viele Reporter Fragen rein, ganz laut. Das ist also ein Shouting-Match. Und er nimmt dann Leute dran oder er zeigt auch auf Leute und sagt, it's not your turn.

Dagmar Rosenfeld (3:33)

Vielleicht ein paar Worte zu dem Setting. Also wer war neben Merz und Trump im Raum, jeweils für die deutsche Seite und für die amerikanische Seite? Das ist ja auch immer ganz interessant zu beobachten.

Robin Alexander (3:45)

Ja, dieses Oval Office ist ja ein standardisierter Raum, der immer gleich aussieht, aber trotzdem wahnsinnig viel verrät. Also man hat vorne den Kanzler neben den Präsidenten und dann gehen so rechts und links von den beiden Bänken ab, wo in der Hierarchie Leute aufgereiht sind. Dann gibt es eine weitere Bank, so eine Querbank und dann dahinter stehen Leute.

Dagmar Rosenfeld (4:09)

Und vor allem gibt es sehr viel Gold, oder? Hat das eigentlich in deinen Augen irgendwie wehgetan, das ganze Bling-Bling?

Robin Alexander (4:14)

Nein, aber das Irre ist, ich war da ja schon mal zu Obama-Zeiten und das war der gleiche Raum und der hatte tatsächlich eine anderes Ambiente, weil da nicht so viel Gold drin war. Also man kann einen historischen Raum, ich falle jetzt eine Sekunde in den Kommentar, also ästhetisch schon versauen, aber das war nur meine Privatmeinung. Also weiter im politischen Text. Wenn man sich anguckt, wie die Leute da aufgereiht sind, dann ist ja erstmal bei Trump wichtig. Bei Trump sitzen da JD Vans, der Vizepräsident, dann der Außenminister Marco Rubio und dann der Kriegsminister Pete Hexett. Und das sind ja drei Leute, die alle eine unterschiedliche Meinung haben zum Iran-Krieg und die auch dann die Öffentlichkeit getragen haben. Und dass die jetzt da sind, hat auch damit zu tun. Also man muss sich bei Pete Hexett keine Sorgen haben, dass ein Angriff auf Deutschland bereit stünde, sondern dass das eine der ersten Momente war, wo Donald Trump seit dem Angriff auf den Iran vor die Öffentlichkeit gegangen ist. Deshalb saß da Hexett.

Dagmar Rosenfeld (5:09)

Vielleicht ein Wort noch zur amerikanischen Seite. Dass dort auch JD Vans saß, ist ja schon ein Zeichen gewesen, denn Vans als Gesicht der Magerideologie gehört ja zu denjenigen, die eigentlich eine amerikanische Kriegsbeteiligung ablehnen.

Robin Alexander (5:27)

Ja und Vans ist auch ein geschworener Kritiker Deutschlands, ein Fan der AfD. Und als Merz beim Antrittsbesuch da war, hatten alle in der deutschen Delegation noch Angst, dass Vans sich in das Gespräch einmischt. Weil das hat er ja schon mal getan, als dort der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky war. Da haben ja Interventionen Vans das Gespräch erst zum Kippen gebracht. Und bei diesem Antrittsbesuch hat Vans die ganze Zeit geschwiegen. Und an diesem Dienstag hat er auch geschwiegen. Obwohl, also andere haben Beiträge geleistet. Aber Vans hat die ganze Zeit geschwiegen. Und ich glaube, da war Merz auch gottfroh drüber.

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