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Gedrosselte Drohnen – Streit um Starlink (Update)

Was jetzt?

October 15, 2026

Moderne Kriegsführung ist längst auch vom Internet abhängig. Gerade die Ukraine ist bei der Verteidigung gegen Russland auf das Satelliteninternet von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX angewiesen. Doch zuletzt soll die Verbindung zu ukrainischen Drohnen zeitweise abgebrochen sein.

Speakers Philipp Moser, Jörg Lau, Eva Wolfanger, Hannah Grünewald

TopicsNews

Philipp Moser (0:05)

Es steht gerade nicht gut, um die brüchige Partnerschaft zwischen den USA und der Ukraine.

Es sei bedauerlich, einen starken Partner zu verlieren, sagt der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyi. Und es gehe hier nicht ums Geschäft, sondern ums Leben.

Gesagt hat er das gerade im Interview mit dem britischen Moderator Piers Morgan. Warum Zelenskyi außerdem sagt, dass US-Präsident Donald Trump und der Tech-Oligarch Elon Musk gerade die Ukraine verraten, das erfahren Sie hier im Update von Was jetzt? Dem Nachrichtenpodcast der Zeit. Außerdem die digitale Brieftasche kommt. Und es gibt Durchsuchungen im Büro eines SPD-Bundestagsabgeordneten.

Das alles heute am Donnerstag, den 15 Oktober. Mit mir, Philipp Moser. Ja, Überraschung. Sorry, wenn Sie hier Erika Singer erwartet haben. Ich bin heute für Sie eingesprungen. Freue mich aber trotzdem, dass Sie hier dranbleiben. Redaktionsschluss war 16 Uhr.

Krieg bleibt immer gleich. Das ist der Leitsatz einer berühmten postapokalyptischen Videospiel-Serie. Für die Grausamkeit des Kriegs stimmt das vielleicht, was sich aber verändert hat. Moderne Kriegsführung braucht eine Internetverbindung. Zum Beispiel um Drohnen zu steuern und natürlich für die Kommunikation an der Front. Die Ukraine ist in ihrer Verteidigung gegen Russland stark auf Satelliteninternet von SpaceX angewiesen. Das ist die Raumfahrtfirma von Elon Musk. Und genau bei dieser Verbindung hat es jetzt Probleme gegeben. Bei schnell fliegenden ukrainischen Drohnen sei die Verbindung in der Nacht zumindest zeitweise abgebrochen. Das haben ukrainische Medien berichtet. Der Kontakt zu den Drohnen sei daraufhin unterbrochen gewesen. Auf X hat Musk angedeutet, dass das letztlich auf die US-Regierung zurückgeht. Gleichzeitig berichtet die Ukraine, dass bei russischen Angriffen wichtige Geheimdienstinformationen aus den USA gefehlt hätten, dass man sie also nicht gewarnt hätte, so wie früher. US-Präsident Donald Trump bestreitet, dass sich etwas am Austausch von Informationen zwischen den Ländern geändert hat. Jörg Lau ist internationaler Korrespondent derzeit. Er hat mir vorhin Sprachnachrichten geschickt. Ich habe ihn nämlich gefragt. Was kommt denn im Moment tatsächlich noch aus den USA bei der Ukraine an?

Jörg Lau (2:25)

Ja, Philipp, bei den Geheimdienstinformationen gibt es unterschiedliche Aussagen. Die Amerikaner behaupten, sie hätten nie Informationen den Ukrainern vorbehalten.

Die Ukrainer sagen, damit ist explizit gedroht worden und sie seien mehrere Tage praktisch blind gewesen. Man wird erst in den kommenden Tagen beurteilen können, ob die Kommunikation da wieder läuft. Beim Satelliteninternet scheint es so zu sein, dass alles wieder läuft, dass also die Amerikaner offenbar ihre Warnung ihr gesetzt haben. Wir können das jederzeit abschalten, wenn ihr nicht gehorcht. Aber erst einmal scheint alles wieder okay.

Philipp Moser (3:05)

Trump setzt die Ukraine gerade ziemlich unter Druck, auch öffentlich. Warum macht er das?

Jörg Lau (3:10)

Das hat mehrere Gründe, warum Trump hier derartig auf Sielenski und auf die Ukraine geht.

Er möchte, glaube ich, einmal davon ablenken, dass der wahre Grund dafür, dass die Dieselpreise so hoch sind, sein verfehlter Krieg gegen den Iran ist und nicht so sehr die Angriffe der Ukraine auf die Ölraffinerien in Russland. Und dann muss man leider feststellen, dass ganz grundsätzlich Donald Trump der Meinung ist, dieser Konflikt könne gelöst werden, indem man alleine Druck auf die Ukraine aufbaut. Er setzt schlichtweg voraus, dass Russland den längeren Hebel hat, dass Russland am Ende doch gewinnen wird. Und er hat ja ganz offensichtlich auch Sympathien mehr für die russische Seite. Und er versucht immer, immer wieder, wo er kann, den Druck gegen die Ukraine aufzubauen und letztlich gar Russland zu helfen. So bitter ist die Lage.

Philipp Moser (4:07)

Die Allianz zwischen der Ukraine und den USA ist unter Trump ja immer wieder ziemlich wackelig gewesen. Aber geht sie gerade endgültig zu Ende? Präsident Zelensky scheint das ja zumindest zu befürchten.

Das hat er gestern in einem Interview sehr deutlich gemacht. Jörg, was ist denn der Zustand der amerikanisch-ukrainischen Allianz so ganz grundsätzlich?

Jörg Lau (4:28)

Es ist absolut alarmierend, wie offen Präsident Zelensky im Grunde über die USA spricht, dass es ein Partner ist, den man schon verloren hat.

Das ist sehr alarmierend, denn diese Partnerschaft war von Anfang an problematisch. Trump hat immer mehr auf der Seite Russlands gestanden. Aber man hat das nicht so öffentlich gemacht, wie wir es jetzt erleben.

Dahinter steckt letztlich die Sicht von Donald Trump, dass sich Großmächte durchsetzen und mittlere Mächte und kleinere Länder sich dem zu fügen haben. Und ich fürchte, das schlägt jetzt hier immer mehr durch. Und es bringt natürlich die Europäer und alle Unterstützer der Ukraine in eine wirklich präkäre Lage. Denn das widerspricht auch ihren Interessen.

Philipp Moser (5:19)

Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten ihren Personalausweis auf dem Handy, ein bisschen so, wie Sie vielleicht jetzt schon Ihre Kredit- oder Bankkarte auf dem Handy haben. Dazu auch Ihren Führerschein oder Zeugnisse oder andere wichtige Nachweise. Sie könnten sich damit online ausweisen. Sie könnten einen Vertrag abschließen oder ein Konto eröffnen.

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