Deathbyclawd | PE braucht Garantierendite von OpenAI | ChatGPT-Werbekunden enttäuscht | Amazon Smartphone-Comeback #547
Doppelgänger
March 24, 2026
OpenAI bietet Private-Equity-Partnern eine garantierte Mindestrendite von 17,5%. Parallel will OpenAI seine Belegschaft bis Ende 2026 auf 8.000 verdoppeln. Die ersten ChatGPT-Werbekunden können die Wirksamkeit ihrer Anzeigen nicht belegen – ein Ex-Meta-Manager soll das Werbegeschäft retten.
Speakers Philipp Glöckler, Philipp Klöckner
TopicsMarketingBusinessEntrepreneurship
Philipp Glöckler (0:00)
Willkommen zum Doppelgänger Podcast Folge 547 am 25 März 2026 Ich bin Philipp Klöckler und telefoniere zweimal die Woche mit dem Tech-Analisten Philipp Klöckler. Es ist ganz ungewohnt, Pip, du bist schon wieder hier. Warst du nicht Freitag schon hier? Wir sitzen im gleichen Raum. Mal gucken, ob ihr es hört. Angeblich muss Jan weniger schneiden, wenn wir in einem Raum sind. Du konzentrierst dich besser. Du sprichst besser, wenn du mit mir im Raum bist.
Philipp Klöckner (0:28)
Du willst nur, dass ich immer hier heran bekomme und dich entlaste.
Philipp Glöckler (0:32)
Genau so sieht es aus. Wir haben eine volle Bubble-Folge.
Gefühlt das große OpenAI Update. Also eine Story nach dem nächsten. Da scheint auf jeden Fall noch viel gearbeitet zu werden. Die erste Story geht ein bisschen wieder über den Beef zwischen OpenAI und Anthropic. Ich bin gespannt auf die OMR. Ich habe das Gefühl, die beiden Firmen werden nicht gemeinsam auf einer Bühne stehen.
Philipp Klöckner (1:02)
Ja, relativ unwahrscheinlich, würde ich sagen. Wir haben letztes Mal darüber berichtet bzw. sogar in den letzten zwei Sendungen, dass sowohl OpenAI als auch Anthropic, Anthropic hat zumindest den Gerüchten zufolge begonnen und dann hat der OpenAI schnell nachgezogen bzw. ist es in der Reihenfolge in die News gekommen, aber beide sind dabei, sich Private-Equity-Partnerschaften zu suchen, um Joint Ventures zu bauen, also gemeinsame Firmen mit den größten Private-Equity-Playern der Welt, um dann deren Portfoliofirmen zu modernisieren, mit Hilfe der KI zu transformieren, würde ich mal sagen. Eventuell auch zusammen neue Firmen zu kaufen mit dem Ziel, dass man sie transformiert und so weiter und so fort. Jetzt steht man da im Wettbewerb. Ich glaube, Anthropic hat das ursprünglich mit Helmut & Friedman & Primera oder so annonciert und Blackstone. Und dann hat OpenAI nachgelegt mit TPG und schon die größten Namen in der Branche. Und jetzt hat Reuters herausgefunden, dass OpenAI seinen Private-Equity-Partnern wohl tatsächlich sehr starke Vorzugskonditionen zu gewähren scheint. Also einen echten Sweetheart-Deal daraus macht. Und zwar bietet man den Private-Equity-Firmen, die sozusagen der Preferred Partner in diesem Konstrukt werden würden, eine Minimum-Return von 17,5% an. Das heißt, dass die Private-Equity-Firmen eigentlich fast nichts falsch machen können, außer dass sie die Bude insgesamt gegen die Wand fahren. Also, sofern das Joint Venture überlebt und OpenAI überlebt, und an beides muss man ein Fragezeichen machen, wahrscheinlich zumindest an das zweite, würden die Private-Equity-Player quasi 17,5% Mindestrendite geschenkt bekommen. Also, ganz egal, wie die Performance der Assets ist, die man managt. OpenAI sorgt dafür, dass die anderen 17,5% bekommen. Und erst danach würde OpenAI quasi seinen Gewinnanteil bekommen. Wenn der Gewinn größer als 17,5% wäre, würde man sich das eben dann teilen nach Anteil der Shares.
Aber die Durchschnittsrendite im Private-Equity liegt so bei, ich würde sagen zwischen 10 und 12%, um die 11%, wenn man auf die letzten 10, 20 Jahre schaut. Tendenziell überlegt man eher, ob die vielleicht sinken wird auf unter 10% oder knapp unter 10%. Jetzt gibt es dann besonders gute Firmen, die vielleicht auch mal ein bisschen mehr, vielleicht 14, 15, 16% erreichen. Aber 17,5% als Garantierendite anzubieten, ist schon fast ein No-Brain-Idee. Wie gesagt, mit dem Asterisk, mit dem Sternchen dran, dass OpenAI natürlich lang genug leben muss, um diese Minimalrendite zu bezahlen. Man könnte auch sagen, wenn sie sich erst 50, 50 teilen und nur 9% Rendite machen, dann bekommt der Private-Equity-Partner 100% der Rendite. Und das ist ja lustigerweise, was ich letzte Woche gesagt habe, dass eigentlich für die KI-Partner, also die Frontier Labs, die hier sozusagen der Junior-Partner sind, eigentlich vollkommen egal ist, wie viel Geld sie damit verdienen. Viel wichtiger ist der Effekt, den das auf die Industrie und die Nutzung von KI hat. Und so könnte man das jetzt wohlwollend interpretieren, dass OpenAI einfach verstanden hat, dass es vollkommen egal ist, ob sie da jetzt viele Rendite machen. Sie können ihrem Partner sogar ein bisschen Rendite garantieren, indem sie auf eigene verzichten. Wichtiger ist, die Implementierung von AI voran zu treiben. Man könnte es natürlich auch so deuten, dass OpenAI kein Deal zustande bekäme, also dass niemand mit ihnen kooperieren möchte, wenn sie nicht diese Vorzugskonditionen gewähren. Außerdem wollen sie auch noch Zugang zu den neuesten AI-Models geben, das jetzt so exklusiv wertvoll ist, würde ich mal in Frage stellen. Und noch ein paar andere Nebenkonditionen, die auch tendenziell attraktiver sind als so normale Private-Equity-Partnerships.
Philipp Glöckler (4:51)
Aber das liest sich doch schon so ein bisschen, als ob sie desperate wären. Also als ob sie unbedingt zeigen müssen, dass das funktioniert.
Philipp Klöckner (4:59)
Ja, also einfach gesagt, wenn der Private-Equity-Player an den Erfolg dieser Firma glauben würde, müsste man keine Mindestrendite garantieren. Sondern würde sich das aus der Hypothese für die neue Firma, die man gründet, ergeben. Also man würde die gründen, weil man mal Rendite machen möchte. Also geht man davon aus, dass man da die durchschnittliche oder irgendwie der Top-Quartal Private-Equity-Rendite mit erreicht, dass man sich hier 17,5 Prozent garantieren lässt, spricht für eine gewisse Grundskepsis, würde ich behaupten. Und die ist ja auch angebracht. Wenn man mit Sam Altman verhandelt, ist es vielleicht schlau, ein paar mehr Haken und Ösen einzubauen, als man sonst würde, einfach um sich zu versichern. Man kann ja einfach mal erinnern an die Leute, die dachten, sie bauen jetzt große E-Commerce-Protokolle und E-Commerce-Kooperationen mit OpenAI und dann von heute auf morgen mit nichts in der Hand da standen, weil OpenAI die Strategie geändert hat und jetzt doch. Also du hast gerade irgendwie ein 10-Millionen-Projekt freigezeichnet, um die gemeinsame E-Commerce-Zukunft mit OpenAI zu entfesseln. Und drei Tage später liest du aus der Zeitung, dass das eingestellt wurde auf OpenAI-Seite. Von daher vielleicht auch gar nicht so dumm, sich hier so ein bisschen das Risiko mitigieren zu lassen von den Private-Equity-Playern.
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