Cloudflare vs. Perplexity | Nordkoreanische IT-Infiltration #481
Doppelgänger
August 5, 2025
Amazon streicht bei Wondery rund ein Drittel der Belegschaft. Lyft will gemeinsam mit Baidu ab 2026 Robotaxis in Großbritannien und Deutschland einsetzen. CrowdStrike meldet tägliche Versuche nordkoreanischer IT-Spezialisten, sich in westliche Firmen einzuschleusen.
Speakers Philipp Glöckler, Philipp Klöckner
TopicsMarketingBusinessEntrepreneurship
Philipp Glöckler (0:00)
Willkommen zum Doppelgänger Tech Talk Podcast Folge 481 am 6 August 2025 Ich bin Philipp Klöckner und telefoniere zweimal die Woche mit dem Tech-Analysen Philipp Klöckner. Heute wieder alles dabei. Wir fangen mit ein bisschen Podcast News an und haben sogar Palantir Earnings. Ich musste eben dran denken, es gab irgendwann mal eine Folge, da hast du irgendwie gesagt, wenn Palantir, ich weiß es gar nicht mehr, höher als sieben oder zehn Euro oder so Dollar ist, dann würdest du einen Besen fressen. Aber das muss schon eine ganze, ganze Weile her sein.
Philipp Klöckner (0:36)
Gibt es das? Das ist ja sehr gut nachvollziehbar über die Transkripte. Kann ich mir gut vorstellen, dass da zum Zeitpunkt des IPOs, was ja ein Direct-Listing war, war ich da relativ skeptisch. Das war, würde ich sagen, damals nicht absehbar. Wie gesund die Company heute da steht. Aber da kommen wir später noch drauf.
Philipp Glöckler (0:55)
Erste News. Amazon hat vor, wann war es? Fünf Jahren, vier Jahren, irgendwann Wondery für, ich glaube, 300 Millionen gekauft. Wondery kennen wahrscheinlich die meisten von Kampf der Unternehmen. Guter Business-Podcast, der so über Firmengeschichten oder Rivalitäten berichtet, auf Englisch und auf Deutsch. Ja, nun wird dort ein bisschen aufgeräumt. Für mich hat sich das so gelesen, als ob man jetzt Post-Merger-Integration ein bisschen später macht, nachdem irgendwie alle das Earnout durchhaben. Wie hast du das interpretiert?
Philipp Klöckner (1:34)
Das kann sein. Ursprünglich sollte Wondery relativ eigenständig weiterlaufen. Dürfen, das war ein Podcaststudio, sehr erfolgreich, was gegründet wurde mit, ich glaube, Venture Capital auch. Dann hat Amazon es gekauft. Genau, viele erfolgreiche True Crime-Formate, aber das englische Business Wars, der deutsche Kampfunternehmen usw. gehören dazu. Und jetzt also Amazon dementiert die Gerüchte, dass das geschlossen wird, sondern sagt, es ist halt eine Umstrukturierung, das heißt, bei der 110 Menschen gehen müssen, muss man dazu aber sagen. Also 110 Menschen werden Amazon definitiv verlassen. Ein paar weitere Leute werden in die sogenannte, irgendwie so eine Creator-Betreuungs-Unit weitergeschoben oder zu Audible, also der Audiosparte von Amazon. Begründet wird es unter anderem auch so mit dem Aufkommen von Videopodcasten, dass so ein reiner Audioformat nicht mehr, oder dass es zunehmend schwerer wird. Nehme ich an, ich glaube aber auch einfach, dass Amazons Podcast-Strategie nicht besonders gut aufgegangen ist. Ich habe jetzt lange nicht mehr in unsere Download-Zahlen geschaut, aber das letzte Mal, dass mich hier ende, hat Amazons wirklich einen sehr, sehr kleinen Anteil da ausgemacht, oder?
Philipp Glöckler (2:39)
Ja, aber ich habe gerade gesehen, 350 Leute haben da gearbeitet oder arbeiten da aktuell laut LinkedIn. Also das ist da schon ein großer Cut.
Philipp Klöckner (2:47)
Ja, ein Drittel, ungefähr. Ja, und ich meine, es gab andere Podcaststudios, die geschlossen haben in letzter Zeit, berichtet Bloomberg auch richtig. Es trennt sich ein bisschen die Spreu vom Beizen, wahrscheinlich, dass es doch nicht mehr so einfach ist, Geld zu machen und es gibt eben welche, die machen noch größere Aufschläge. Es gibt aber auch welche, die einfach eine schwere Zeit haben gerade. Was ein bisschen nichts, aber es ist auch daran, dass durch mehr programmatische Werbung, die Werbepreise teilweise auch fallen. Und wie gesagt, das glaube ich viel Advertisergeld eher zu YouTube geht.
Philipp Glöckler (3:26)
Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass in der Podcast-Branche man irgendwie Radio, Werbeverkauf unterschätzt hat. Also man hat gedacht, man kriegt schneller Geld aus dem Radiomarkt. Und es ist so ein bisschen wie im E-Commerce. 2020, 2021 Corona, Post-Corona war das irgendwie alles super krass. Und danach, man ist davon ausgegangen, dass das irgendwie einfach so weiter wächst. So ist es halt nicht. Die Argumentation mit Video, die teile ich noch nicht so ganz.
Also bis auf das YouTube und Spotify, das immer wieder erwähnen, sehe ich das auf Creator-Sicht noch nicht so. Und auch auf Vermarkter-Sicht noch nicht so, dass das so gewünscht ist.
Philipp Klöckner (4:11)
Nee, ich würde auch nicht sagen, dass Videopodcasts jetzt gegen Audio-Podcasts per se gewinnen oder so was. Vielleicht lässt sich das mit Zahlen irgendwie zeigen, aber ich glaube, das ist eigentlich nicht was wirklich gemeint. Ich glaube, das Problem ist tatsächlich, dass Podcasts halt mit vielen anderen Entertainment-Formaten konkurrieren und dass Dinge wie TikTok, Instagram Reels und YouTube einfach stark in die Zeit, Nutzungszeit reinfressen. Nicht weil Leute da ausgerechnet die Videopodcast schauen, sondern weil die irgendwelche videobasierten Formate, unter anderem auch Podcasts von Stephen Bartlett oder so dort schauen.
Philipp Glöckler (4:43)
Ja, dann ein bisschen News aus der Mobilitätsbranche. Lyft & Baidu wollen Robotaxis nach Europa bringen. Müssen wir uns Sorgen machen, ist das so ein bisschen so, wie wenn jetzt hier irgendwie Telefonmasten aus China kommen oder einfach Business as usual?
Philipp Klöckner (5:02)
Das ist auf jeden Fall eine berechtigte Frage, glaube ich. Also Lyft, das ist die abgeschlagene Nummer 2 nach Uber in den USA. Die haben jetzt angekündigt, in UK und Deutschland ausgerechnet, ab 2026, also schon nächstes Jahr, erste Robotaxis mit Baidu Technologie auf den Markt bringen zu wollen. Dahinter, oder sagen, dazu gehört ja, dass Lyft zuletzt FreeNow übernommen hat. Und das macht dann strategisch natürlich deutlich viel mehr Sinn, wenn das quasi der Markt eintritt für Lyft ist in Europa. Und man damit schon die Buchungsplattform für potenzielle Robotaxis hat, ist es zumindest nachvollziehbarer, warum die sich jetzt ausgerechnet für FreeNow interessiert haben. Also das muss man glaube ich im Zusammenhang sehen. Und dann ja, die wichtige Frage ist, wollen wir mit chinesischen Robotaxis im Privat- und Businessleben umherfahren? Wollen wir, dass unsere Straßen eventuell von über Nacht überwacht werden? Das heißt, ich gehe davon aus, dass es eine politische Debatte darum geben wird. Die Lösung wäre prinzipiell erstmal, dass man das Ganze auf Servern in Deutschland oder der EU macht. Am Ende gilt aber das gleiche wie bei der Palantir-Debatte. Da kann man 100% sicherstellen, dass diese Autos nicht zum Mutterschiff in China funken. Also das sind natürlich perfekte Überwachungsdaten. Du könntest irgendwelche chinesischen Dissidenten auf den Straßen der deutschen Großstädte damit auffinden. Du könntest deutsche Leute, die sich im Taxi finden, bespitzeln. Da können wir immer sagen, da kann man ja einwilligen zu. Aber ein Taxi beobachtet ja immer auch den Verkehr um sich oder ein Auto beobachtet immer den Verkehr um sich rum. Und die ganzen Menschen, die sozusagen mitbeobachtet werden, deren Nummernschöle gescannt werden vielleicht. Also du kannst ja, du könntest ja, wenn du Nummernschöle von jemandem hast, mehr oder weniger per Taxi eine Ringfahndung nach einer Person machen. Du kannst mit Gesichtserkennungstechnologie Leute, die auf den Bürgersteig gehen, erkennen, theoretisch. Das heißt entweder muss man sehr hart daran arbeiten, sowas technisch alles auszuschließen. Dann ist die Frage, wie stellt man sich ja, dass die Technologie weiter lernt, immer besser wird, wenn sie nicht mit China verbunden ist, wenn sie keine Software Updates bekommt. Ich glaube, es ist eine große Herausforderung. Ich glaube, dass Lyft sich jetzt auch nicht vorwerfen lassen will, dass sie sozusagen das truanische Pferd für chinesische Überwachung sind. Muss man dann mal schauen, wie das tatsächlich eingeführt werden soll, was dann die typischen NGOs und Verbraucherschützer dazu sagen. Also vielleicht wieder die gleichen, die über Palantir auch sagen wollen. Chaos Computer Club wird dazu eine Meinung haben, nämlich an eventuell auch andere NGOs. Ja, aber prinzipiell könnte es heißen, dass wir nächstes Jahr schon lauter Influencer-Videos sehen von Leuten, die das erste Mal Taxi, Robotaxi fahren, in einer deutschen Großstadt. Juhu.
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