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Apple-Google-Deal: Gemini für Siri | Cloudflare droht Italien | Universal Commerce Protocol #527

Doppelgänger

January 13, 2026

Apple lizenziert Googles Gemini-Modell für Siri. Google kündigt das Universal Commerce Protocol an, ein neues E-Commerce-Ökosystem mit Walmart, Shopify und Target – Amazon macht nicht mit.

Speakers Philipp Glöckler, Philipp Klöckner

TopicsMarketingBusinessEntrepreneurship

Philipp Glöckler (0:00)

Willkommen zum Doppelgänger Podcast Folge 527 am 14 Januar 2026 Ich bin Philipp Glöckler und telefoniere zweimal die Woche mit dem Tech-Analisten Philipp Glöckner. Und Philipp, ich glaube, ich kann dir wieder gratulieren. In irgendeinem Spieldepot hast du doch Alphabet. Die läuft weiterhin auch dieses Jahr gut für dich.

Philipp Klöckner (0:23)

Ja, fünf Prozent dieses Jahr. Hat das erst mal die 4 Billionen Marke überschritten, notiert glaube ich immer noch knapp über vier. Läuft für Google auch weiterhin dieses Jahr erst mal.

Philipp Glöckler (0:36)

Weil Apple jetzt mit den AI versucht zu reparieren. Auf jeden Fall für sich.

Philipp Klöckner (0:43)

Apple gilt so ein bisschen, also nicht ein bisschen, sondern relativ offensichtlich als hinten dran bei KI. Das muss noch nicht schlimm sein. Die haben selber bisher noch kein Modell auf die Beine gestellt oder kein marktfähiges oder State-of-the-art-Modell. Und gleichzeitig haben sie aber eigentlich das Produkt, nämlich Siri, den Assistenten oder die Assistentin, dazu. Und die soll in Zukunft mit Googles Gemini unterstützt werden, sage ich mal. Das ist nicht so 100% klar wie genau, das erkläre ich gleich noch. Aber prinzipiell wird Apple das Gemini-Modell von Google lizenzieren. Das heißt, es bekommt eine eigene angepasste Version davon. Es ist nicht so einfach, wie Apple spricht mit der Google Cloud und Google bekommt die Daten der Apple-Nutzer. Das würde Apple natürlich nicht nur aus kulturellen Gründen, sondern einfach auch, weil es dumm wäre, ihre Nutzer so günstig an Google weiterzugeben, würden sie es nicht machen. Das würden sie sich teurer bezahlen lassen. Stattdessen bezahlt Apple Google. Also in der Vergangenheit war da so eine Zahlung von in Milliardenhöhe diskutiert worden. Das ist nicht bestätigt, aber man kann davon ausgehen, dass Apple für diese Lizenz bezahlt und dafür quasi so eine Art On-Premise-Version bekommt, die abgeschottet läuft, wo die Daten der Apple-Nutzer erstmal sicher bleiben. Und dann, nach meinem Verständnis und der Logik und Sachen, die ich darüber gelesen und zusammengefasst habe, ist es so, dass das so ein bisschen eine Art Fallback oder auch eine direkte Lösung für Siri wird. Also Siri wird das Google-Modell anscheinend nutzen, aber Apple wird basierend darauf auch sein eigenes Modell weiterbauen. Also so ein bisschen Gemini nutzen, um selber schon noch irgendwie mit KI voranzukommen.

Mal schauen, ob Siri dadurch besser wird, ob das irgendwann merkbar wird. Bisher ist das logischerweise noch nicht so schnell nachvollziehbar. Muss man da ein bisschen beobachten. Hat Google aber erstmal Rückenwind gegeben. Wobei, wie gesagt, wenn das so umgesetzt wird, wie ich gerade gesagt habe, ist es für Google eigentlich kein so großer Deal. Spannend wäre es, wenn Google die Daten bekäme oder die Fähigkeit, das zu monetarisieren und dann natürlich wie immer mit Apple die Ergebnisse zu teilen. Da kommen wir aber gleich drauf, wie Google das gelingen könnte beziehungsweise können wir das einfach auch direkt im Anschluss mal hochziehen. Und zwar hat Google außerdem angekündigt, dass sie ein neues Protokoll für den E-Commerce bauen wollen. Und zwar wird das Universal Commerce Protocol, UCP, heißen. Es gab in der Vergangenheit schon verschiedene andere kleine Interfaces, Schnittstellen, die Agenten, KI-Agenten, Chatbots ermöglicht haben, zum Beispiel mit Webseiten oder mit anderen Agenten zu kommunizieren. Das ist zum Beispiel das Model-Context-Protokoll von Entropic oder das Agent-to-Agent-Protokoll.

Und das UCP, das Universal Commerce Protocol, soll die jetzt alle so ein bisschen verbinden oder darauf aufsetzen und eigentlich eine End-to-End-Lösung zwischen den Konsumenten und den Businesses bauen. Also Google sagt quasi, wir wollen ein Gesamtökosystem bauen. Und das Ökosystem ist in dem Fall ein Plattform-Protokoll-Schnittstelle, wie auch immer man das nennen möchte, oder Kombination von Schnittstellen eventuell auch, die dafür sorgen, dass letztlich jeder, der ein Chatbot nutzt oder eine Suche nutzt, bei einem Business, was einen Webshop hat zum Beispiel, oder einen Marktplatz, einkaufen kann. Und das alles, was dann Kommunikation passiert, eben nicht mehr über HTML-Seiten zwangglauisch passieren muss, sondern über so eine Vielzahl von Schnittstellen. Und dafür bauen sie so, also regulieren sie so ein bisschen die Kommunikation. Da könnte man sagen, Google ist natürlich so groß, dass sie ein bisschen Macht haben, um das durchzusetzen. Also die Partner, die da mehr oder weniger sofort mitgemacht haben, sind zum Beispiel Walmart, Target, Shopify, Etsy, Wayfair, also große Marktplätze und Plattformen. Faireweise, denen geht es auch allen nicht großartig gerade, sondern die können jeden fändlich Zusatzumsatz gebrauchen. Ob das strategisch so schlau ist, sich hier wieder noch mehr Abhängigkeit von Google zu geben, ist eine andere Frage. Amazon macht zum Beispiel nicht mit. Google hat diese Partner gefunden oder konnte, fairerweise, das sind ja alles schon immer Google Partner gewesen im Werbeökosystem. Vielleicht hat man dir doch einfach nur gesagt, ihr könnt hier Teil einer Beta sein und wollt ihr dabei sein, dann ist der Sticker da oder das Logo. Die Gefahr ist natürlich, dass Google hier den Standard setzt und am Ende über ein vermeintlich freies Protokoll eben doch so ein bisschen den Markt mitreguliert, wie man das in der Vergangenheit mit dem Android-Ökosystem, mit anderen Sachen, mit dem Chrome-Browser oder Chromium, mit verschiedenen Open-Source-Initiativen schon gemacht hat. Da ist Google sehr gut drin. Und der Name Universal ist immer so ein bisschen trügerisch. Es gab vor bestimmt 20 Jahren so mal eine Initiative bei Google, damals, ich glaube noch, von Marissa Mayer, also der Yahoo-Executive gestartet, das Universal Search hieß. Und Universal Search war eigentlich der Beginn sozusagen des Marktmachtmissbrau, vielleicht nicht der Beginn, aber ein großer Wendepunkt im Marktmachtmissbrau von Google. Nämlich, weil man da begonnen hat, diese zehn blauen Links auszutauschen mit Maps-Integration, mit Shopping-Integration, mit Hotel-Integration, mit Bildersuche, mit direkten Antworten. Also da hat man quasi gesagt, Suche ist nicht mehr das Zurückgeben von zehn Links, sondern Suche ist, was immer wir für gute Antworten erhalten. Und das waren ganz oft Produkte von Google. Und der Name Universal ist trügerisch. Universal heißt einerseits so allumfassend, also es ist überspannt einfach das ganze Netz, es soll universell und damit auf alles anwendbar sein. Universell, da steht auch das Wort Uni drin, also einer. Das heißt auch, dass sozusagen ein einziges System noch ist, was umfassend ist und es keine Parallelensysteme geben sollen. Das sozusagen ist die Gefahr, die ich daran sehe. Es gibt so eine legendäre, legendär ist vielleicht übertrieben, aber für Antitrust-Nerds gibt es so eine legendäre Anzeige von AT&T, also der American Telephone & Telegraph Company, die eins der wenigen Monopole war in den USA, die zerschlagen wurden später, weil sie Markt macht, missbräuchlich gearbeitet, weil sie ein Problem für die Preisfindung und so weiter am Markt gemacht haben, weil Konsumenten zu viel Geld für Telefonverbindungen zahlen mussten, weil es ein Monopol war. Und die hatten mal eine Anzeige geschaltet, die hieß One Policy, One System, Universal Service. Also da ging es genau darum, hey, wir brauchen nicht zehn verschiedene Anbieter für Telefonleitungen. Wir können das alles unter einem Service, einem Protokoll vereinfachen und damit so ein bisschen auch das Monopol bauen. Und daran denke ich immer, wenn ich Universal höre. Und bei Universal Search damals wäre es bei Google sehr angebracht gewesen, aufzupassen, zu sagen Moment. Das hier ist eigentlich das Ende aller Preissuchmaschinen, aller vertikalen Suchen, aller Flug suchen, aller Shopping suchen, aller Hotelsuchen. Und man hat gesehen, für diese anderen vertikalen Suchen ist es nicht einfacher geworden, als Google die Universal Search aufgebaut hat und sein Monopol in der horizontalen Suche damit auf viele andere Bereiche ausgedehnt hat. Und den gleichen Hintergedanken habe ich jetzt als gebranntes Kind, sage ich mal natürlich, wenn Google ein Universal E-Commerce-Protokoll ins Leben ruft. Weil da sollen andere Protokolle wie zum Beispiel das von Entropic quasi mit vereinigt werden. Also die Message könnte auch sein, das paraphrasiere ich jetzt, das würde Google natürlich niemals so sagen. Wir bauen einfach, dass sie werben selber, damit das interoperabel ist, also dass es mit anderen Protokollen funktioniert. Aber ich mache jetzt so eine Art Bearhug, also ich sage natürlich funktioniert das auch mit dem tollen Entropic-Protokoll. Und natürlich funktioniert es mit Agent to Agent und neuen APIs, die ihr noch bauen werdet. Und da kann jeder mitmachen, das ist nur ein Protokoll, damit wir alle wissen, welche Richtung wir programmieren. Am Ende wird Google dieses Protokoll aber sehr stark mitbestimmen und kontrollieren. Auch darüber kann man eben so regulative Macht auf das Internet ausüben, würde ich behaupten. Der Anwendungsfall oder einer der ersten Anwendungsfälle für dieses UCP ist natürlich, kommerzielle Angebote im AI Mode von Google anzubieten. Das heißt, das Universal Commerce Protocol verbindet natürlich die Daten der Google Advertiser, also der Merchants, die ihre Produktdaten sowieso im Google Advertising Backend drin haben, mit KI-Funktion. Und ich kann dann eben meine Produkte freischalten, dass die zu passenden KI-Suchen angezeigt werden sollen und kann sagen, was ich dafür ausgeben möchte, was mir das wert ist. Und somit hätte man einen ersten Weg der Monetarisierung von KI-Ergebnissen in der normalen Google-Suche, also da, wo der AI Mode im Moment wohnt, gefunden. Und ich habe in der Vergangenheit gesagt, ich hielt es endlich für schlau, wenn Google nicht zu früh beginnt, KI zu monetarisieren, weil es ein Vorteil sein kann, einfach die schönste KI, schnellste KI zu machen, ohne viel Werbung, ohne Clutter, weil wahrscheinlich Open AI sich das nicht leisten kann, das auf Dauer so zu machen. Jetzt muss man sagen, dass fairerweise E-Commerce-Werbung kann natürlich in dem Fall unter Umständen durchaus auch gar nicht so sehr störend und nützlich sein. Also wenn ich das wirklich nur anzeige, wenn jemand sagt, ich möchte hier das und das kaufen, oder was ist eine gute beschichtete Pfanne, in der ich ein einzelnes Rühe-Ei machen kann. Wenn ich da direkt Shopping-Angebote bekomme, ist das natürlich erst mal nicht störend. Das heißt, das wäre vielleicht sogar noch eine charmante Art der Monetarisierung.

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