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#388 OpenAI o1 | Klarna: AI-PR oder ist B2B SaaS in Gefahr? | NotebookLM Podcast | Adobe Earnings | Apple & Google Strafe artwork

#388 OpenAI o1 | Klarna: AI-PR oder ist B2B SaaS in Gefahr? | NotebookLM Podcast | Adobe Earnings | Apple & Google Strafe

Doppelgänger

September 13, 2024

Wie viel steckt hinter Klarnas Ankündigung, Salesforce und Workday durch AI zu ersetzen? Sind wir bald alle Gläubiger bei Lilium? NotebookLM macht aus PDFs Podcasts. Elon sinkt selbst für seine Verhältnisse tief. OpenAIs o1 beeindruckt mit reasoning.

Speakers Philipp Glöckler, Philipp Klöckner

TopicsMarketingBusinessEntrepreneurship

Philipp Glöckler (0:00)

Willkommen zum Doppelgänger Tech Talk Podcast Folge 388 am 14 September 2024 Ich bin Philipp Glöckner und telefoniere zweimal die Woche mit Philipp Glöckner. Heute wir nehmen auf Freitag der 13 Mal schauen, ob die Aufnahme durchgeht. Es wäre das erste Mal und eine kurze kleine Matheaufgabe. Was ist 2024 minus 2020?

Philipp Klöckner (0:31)

Vier.

Philipp Glöckler (0:33)

Sehr gut. Falls du das nächste Mal gefragt wirst, wie lange du diesen Podcast machst, was antwortest du dann?

Philipp Klöckner (0:39)

Dreieinhalb Jahre.

Philipp Glöckler (0:43)

Wie kommst du denn da drauf?

Philipp Klöckner (0:44)

Ist es nicht so?

Alter. Weil wir 350 Episoden sind. Aber ich weiß, dass wir am Anfang nur eine pro Woche gemacht haben. 380 390 Episoden haben wir fast schon. Dann sind das mehr als vier Jahre sogar, ne? Ja.

Philipp Glöckler (0:58)

Also ist schon.

Philipp Klöckner (0:59)

Da nicht so pingelig, Gott.

Philipp Glöckler (1:02)

Aber wenn das Mathegenie schlechter rechnet als OpenAI, dann mach ich mir schon langsam Sorgen.

Philipp Klöckner (1:06)

Das ist ja keine Rechnung, sondern Erinnerung. Egal wie lange wir das machen. Guck mal, wie viel Falten ich bekommen hab in der Zeit.

Philipp Glöckler (1:14)

Du hast wenigstens mal Haare.

Philipp Klöckner (1:17)

Das ist nicht so, als wenn du weggehattest, als wir angefangen haben.

Philipp Glöckler (1:22)

Sollen wir mit Klarnas anfangen? Ich hatte ja vor ein paar Tagen MBA-Kurs, Change Management. Und da konnte man sich so Sachen wünschen, über die man gerne reden wollen würde. Meine Frage war, wie macht man Change Management, wenn man einfach schon ankündigt, dass man die Hälfte der Leute jetzt nicht mehr braucht, weil AI das alles macht?

Das fand der Professor ein bisschen zu krass und meinte, so Change ist bezüglich Leuten und so. Man müsste da aufpassen, so schnell könnte man das gar nicht machen. Aber das scheint ja jetzt der Turnus zu sein, den alle hören wollen, dass man mit AI sehr viel Leute nicht mehr braucht. Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass das jetzt die nächste Welle nochmal wird, dass alle, die denken, sie sind in Foundermode, und ihren Leuten sagen, wenn Klarnas das kann, dann müssen wir das auch machen. Was ist die große neue Klarnas AI-Story oder die dritte Klarnas AI-Story in diesem Jahr?

Philipp Klöckner (2:24)

Ja genau, mein Gefühl ist so ein bisschen, dass Sebastian Ziemietkowski gemerkt hat, dass diese Stories ganz gut verfangen. Also die Presse reißt ihm das ja jedes Mal aus den Fingern, eigentlich wenn er irgendwie sagt, er hat jetzt wieder 700 Leute wegrationalisiert oder will noch 2000 Leute hinterherlegen und so weiter. Und jetzt hat, ich glaube zuerst Seeking Alpha, was aus dem Conference Call, ich glaube es muss der Earnings Call oder ein anderer Conference Call, der public ist, gewesen sein, rausdistitiert. Und zwar soll Sebastian Ziemietkowski, das ist der CEO von Klarnas dort gesagt haben, dass sie ihre Software-as-a-service-provider Salesforce und Workday in Kürze oder Salesforce schon gekündigt haben und in Kürze auch Workday ersetzen wollen. There are large ongoing internal initiatives that are a combination of AI standardization and simplification. As an example, we shut down Salesforce. Within a few weeks, we will shut down Workday. We are shutting down a lot of our SaaS providers as we are able to consolidate.

Sagt er in dem Conference Call. Und die AI Influencer auf LinkedIn sind schon ganz wild definitiv. Und sehen darin jetzt quasi den Herold eines neuen Zeitalters.

Und ich würde zumindest partiell einfach Bullshit callen da drauf. Also wäre das wahr und so einfach, dann hätte Salesforce, Workday, SAP, also eigentlich die gesamte SaaS-Branche, hätte 50 Prozent Market Cap verlieren können. Wenn du glaubst, dass du mit ein bisschen AI Code diese großen Enterprise Software solutions ersetzen kannst, dann bewerten wir dir definitiv viel zu hoch. Und marginal ist das vielleicht sogar auch richtig. Also marginal, es gibt ja dieses 90-10-Konstrukt von Cermat, dass man heutzutage 90 Prozent der Leistung mit zehn Prozent des Efforts bauen kann. Vielleicht 20, vielleicht 25, das weiß ich nicht. Aber inhaltlich stimme ich damit sogar überein, dass du aber von heute auf morgen einen Salesforce ersetzen kannst, mit einer zusammengebauten eigenen App, die man mittels AI entwickelt hat oder ähnliches. Das halte ich für kompletten Bullshit. Und plus, man muss sagen, dass eben diese letzten zehn Prozent gar nicht unwichtig sind, gerade für multinationale Unternehmen wie Klarnas. Das sehe ich auch bei Unternehmen, mit denen ich arbeite. Allein die verschiedenen Steueregime oder Umsatzsteuerregime oder andere Sachen, die man irgendwie aus regulatorischen Gründen beachten muss, in verschiedenen Ländern. Das kann eben nicht jede kleine Bummssoftware. Das kannst du auch nicht von heute auf morgens entwickeln, sondern das ist ein erheblicher Aufwand. Du kannst sagen, diesen erheblichen Aufwand kann man mit AI heutzutage schneller lösen. Also die Entwicklungskosten sind tendenziell und vielleicht nicht nur marginal, sondern substanziell kleiner. Trotzdem glaube ich nicht, dass man innerhalb von wenigen Monaten so eine große Software ersetzen kann, in dem man sich selber mit AI was zusammenfrickelt. Wie gesagt, einerseits das Narrativ stimmt und langfristig wird sich das so entwickeln und vielleicht muss man sich Sorgen machen um den SaaS-Sektor. Aber offensichtlich ist der Markt nicht der Meinung, sonst hätte man, wie gesagt, die Aktien deutlich tiefer bewerten müssen, statt es heute. Wir wissen, dass er ein guter Storyteller ist. Wir wissen, dass er eine IPO-Story bauen muss, dass Klarnas deutlich effizienter ist. Wir wissen, dass eine Firma mit der Hälfte der Mitarbeiter das Gleiche erreicht. Wir wissen, dass Klarnas massiv Stellen abgebaut hat, massiv Marketing gekürzt hat und mehr oder weniger die gleichen Performance-Daten wie vorher liefert, was vor allen Dingen dafür spricht, dass die Company einfach unheimlich fettleibig und zu viel Wachstumshormone genommen hat in der Zero-Interest-Rate-Zeit. Dadurch, dass es so ineffizient geworden ist, dass es jetzt vergleichsweise einfach ist, Einsparungen zu machen. Mit allem Respekt vor den Einsparungen. Wie die profitabel geworden sind, ist auf eine Seite, sage ich immer, sehr beeindruckend. Andererseits zeigt es aber auch wie furchtbar ineffizient, die einfach vorher gewesen sind. Wenn man sieht, wie sie Kosten kürzen und einfach schneller wachsen sogar als in der Corona-Zeit, zeigt das eigentlich sehr gut, wie ineffizient sie vorher waren. Ich glaube, das Gleiche ist vielleicht hier der Fall. Salesforce ist definitiv nicht everyone's darling. Dann ist es eine sehr teure solution, wo du irgendwie noch massiv Integrierungsaufwand hast. Du brauchst zig Leute, die nichts anderes machen als Salesforce integration. Also damit deine Leute erst mal damit arbeiten können, die den Vertrieb machen. Oder du kannst es ja auch sozusagen als gesamtes Company CRM nutzen oder noch mehr Dinge. Du kannst Marketing drüber abbilden oder was weiß ich. Und ich kann mir gut vorstellen, dass Klarnas in der Zeit, wo ausreichend Geld da war und wo sie super schnell wachsen mussten, immer gesagt haben, better safe than sorry. Also wir kaufen immer die größte und verbreiteste solution. Deswegen haben wir Workday genommen. Deswegen haben wir Salesforce genommen. Wir bauen hier eine 5 bis 10 Leute organisation in Zukunft auf. Und deswegen sind das die richtigen Lösungen. Und die Wahrheit ist, glaube ich, dass sie gemerkt haben, sie werden vielleicht gar nicht so groß werden, was die Mitarbeiter angeht. Wie gesagt, sie wollen ja auf 2 runter. Und da muss man sich fragen, ob Workday für so kleine Klitschen, in Anführungsstrichen, oder eben Salesforce noch die richtige Lösung ist. Und es gibt auch schon Indizien, dass die Story viel einfacher ist. Nämlich einerseits gibt es auf Twitter, also es gibt alte Einlassungen, wo Sebastian Siemetkowski selber sagt, dass sie Deal nutzen, D-E-L, D-Doppel-E-L, was eine perfekte Ergänzung, oder ein guter, ich würde sagen, moderner Best-of-breed-Ersatz für Teile von Workday. Also für, das ist quasi eine moderne Hiring- und Personalmanagement-Software. Und wenn sie die einsetzen, dann haben sie wahrscheinlich Workday mit was günstigeres ersetzt. Und das Gleiche geht für Salesforce, weil sie angeblich nämlich Freshdesk nutzen. Und andere, ich sage Challenger-Konkurrenten, der nicht so aufgeblasen und so breit und mächtig ist wie Salesforce, aber letztlich auch CRM anbietet. Also was hier vielmehr die Story zu sein scheint. Und das sagt er selber auf X hat, das er noch mal kommentiert. Er sagt, es geht gar nicht um Kosteneinsparung so sehr, sondern es geht darum, dass wir, oder das erkläre ich vielleicht gleich nochmal. Aber es sieht so aus, als wenn die Story einfach ist, wir haben die großen Vendoren, die teuer und vielleicht für ein Unternehmen wie Klarnas, was gar nicht mehr so große ambition hat, zumindest was die Mitarbeiterzahl angeht, relativ overblond sind. Wir haben die falsche Software eingekauft, auf Deutsch. So wie wir auch damals super inefficient Marketing gemacht haben, haben wir jetzt gemerkt, wir haben beim Software Einkauf eigentlich auch super sloppy. Und wir kaufen jetzt Best of Three solutions, die gleichzeitig moderner sind, die sich sicherlich per API und per Chatagent besser ansprechen lassen. Er erwähnt zum Beispiel, dass sie bei Workday nicht mochten, dass die die dokumentation hinter einem Login liegt. Das ist aber auch lustig, also sie sagen, sie können Cloud oder OpenAI nicht nutzen, um zum Beispiel zu programmieren mit Workday, also Anbindung zu programmieren oder kleine Teile sozusagen, weil die dokumentation von Workday hinter dem Login ist jetzt. A könnte man natürlich, wenn man mehr als, also zum Programmieren würde man ja gar nicht OpenAI oder Cloud nehmen normalerweise. Aber man könnte theoretisch natürlich hinter den Login gehen, das ins Context Window laden und dann sollte das gehen. Also weiß auch nicht, ob das so schlau ist, dass der CEO sich da zu so programmier-questions äußert oder so wie ich das wahrscheinlich auch nicht tun sollte. Aber ich glaube schon, dass sie wahrscheinlich versuchen, ihre Development Infrastruktur so umzubauen, dass sie quasi sehr stark KI unterstützt arbeiten in Zukunft und dass da vielleicht Workday und Salesforce noch nicht die richtigen Lösungen sind, weil die wollen eigentlich, dass du innerhalb von Workday und Salesforce so viel KI wie möglich nutzt und nicht, dass sie sozusagen von außen mit KI anprogrammiert werden. Aber ja, auf jeden Fall großartige PR-Story wieder. So ein Gefühl, in unserer Bubble geht die sehr weit rum. Ich glaube, wir werden mehr davon sehen, weil wenn du siehst, wie das ankommt und dass du damit regelmäßig auf Bloomberg kommst und sozusagen das Ende von SaaS ausgerufen wirst, weil du dich für einen anderen Vendor entschieden hast. Also wie gesagt, es wurde ja nichts ersetzt. Man hat sich einfach nur für einen anderen Vendor, also einen Verkäufer oder ein anderes Produkt entschieden, das zur Größe von Klarnas und vielleicht zur Kultur oder dem Verständnis von Entwicklung besser passt. Aber großartige Story. Und es gibt ja auch zu diesem 700 Customer Support Agent Case. Das ist ja quasi, das haben wir auch schon mal erklärt, der First Level Support, der da weggefallen ist. Da muss man fairerweise auch mal sagen, seit einem guten Dutzend Jahren macht das jede Bank, jede Energieversorger, jede Abonnementsbetreuung bei einem Verlag, hat so eine automatische Schleife erst mal davor. Vielleicht hat Klarnas auch einfach ein bisschen ineffizient vorher gearbeitet. Sowohl beim Customer Support als auch beim Marketing, als auch vielleicht beim Einkauf von Firmsoftware. Das ist zumindest mein Eindruck. Und ich glaube, was auch übrig bleiben wird von der Story am Ende.

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