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KI auf Social Media - Die KI-Influencerin Alke Martens im Gespräch

KI verstehen

September 17, 2026

Je größer der Hype, desto wichtiger wird Aufklärung über Künstliche Intelligenz. Alke Martens erklärt auf Instagram, welche Schwächen die Technologie hat, wie sie das Lernen verändert - und ihre Verantwortung als Informatik-Professorin. Schroeder, Carina

Speakers Carina Schroeder, Alke Martens, Katharina Hamburger, Friederike Sittler

TopicsScience

Carina Schroeder (0:01)

Meine Einstiegsfrage wäre, was hätten sie denn vor fünf Jahren für unwahrscheinlicher gehalten? Chat-GPT oder dass mehr als 200 Menschen ihrem Kanal bei Instagram folgen?

Alke Martens (0:13)

Ich hätte mir vor fünf Jahren noch nicht gedacht, dass ich überhaupt einen Instagram-Kanal betreiben würde.

Aber wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich auch absolut nicht erwartet, dass eine KI überhaupt so bekannt wird. Also dass jeder der Meinung ist, es ist etwas, was man benutzen muss. Das hätte ich wirklich nicht erwartet. Absolut nicht.

SPEAKER_3 (0:42)

KI verstehen, der Deutschlandfunk Podcast über Künstliche Intelligenz im Alltag.

Carina Schroeder (0:53)

Heute passiert hier etwas eher Ungewöhnliches. Ich spreche mit einer Influencerin.

Alke Martens (0:58)

Und deswegen sollten wir mehr dazu wissen. Du bist hier bei Alke Martens. Das ist jetzt aber nicht ganz so einfach. Ich erzähl dir gleich, warum du bist hier bei Alke Martens. Ich erzähle dir heute ein aus der Praxis. Ich erzähl dir gleich mehr dazu. Du bist hier bei Alke Martens.

Carina Schroeder (1:09)

Mehr als 230 Menschen folgen ihr auf Instagram. Aber bevor jetzt hier falsche Erwartungen entstehen, es geht heute nicht um Beauty-Tipps oder das perfekte Frühstück. Alke Martens ist nicht nur Influencerin, sie ist Professorin für praktische Informatik und Didaktik der Informatik an der Universität Rostock und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Künstlicher Intelligenz, also bevor die ganze Welt darüber gesprochen hat. Und schreibt auch Bücher. Bei Instagram, da klärt sie über KI auf. Und mit ihr möchte ich heute über ihren Kanal, über Frauen in der Informatik und Lernen mit oder trotz KI sprechen. Schön, dass Sie da sind.

Alke Martens (1:45)

Herzlichen Dank.

Carina Schroeder (1:46)

Und damit herzlich willkommen zu KI verstehen. Mein Name ist Carina Schroeder. Fühlen Sie sich denn mit dem Wort Influencerin wohl?

Alke Martens (1:54)

Ich muss dabei immer an Influencer denken. Und das ist ein Grippe-Virus. Also wenn ich mich so schnell verbreiten würde, wäre es okay, aber die Effekte hätte ich ungern.

Carina Schroeder (2:04)

Lassen Sie uns erst mal über die Arbeit an der Uni sprechen. Sie sind Professoren für Praktische Informatik und Didaktik der Informatik. Ist ja ein wunderschöner Titel, aber was heißt denn das? Was machen Sie denn den ganzen Tag?

Alke Martens (2:16)

Ich komme ursprünglich aus der KI-Forschung. Ich habe im Bereich Künstliche Intelligenz meine Doktorarbeit geschrieben, 2004 Das ist also schon gefühlte 100 Jahre her.

Und damals waren das vor allen Dingen Experten-Systeme, zu denen ich geschrieben habe. Und ich habe da formale Methoden zu entwickelt. Ich hatte dann eine Junior-Professur und weil damals das Thema KI schon sehr tot war, ich war die erste Junior-Professurin an der Uni Rostock, hatte diese Junior-Professur den schönen Titel E-Learning und kognitive Systeme. Es war also sehr stark E-Learning lastig. Dahinter versteckte sich die KI und kognitive Systeme. Da geht es um die Verarbeitung von Informationen im menschlichen Gehirn. Das heißt, auch da sind wir im Grunde in KI. Es war also sozusagen ein Deckname.

Die praktische Informatik ist auch ein Deckname, denn hinter der praktischen Informatik verbirgt sich eigentlich alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist, was mit dem Einsatz und der Anwendung von Technologien zu tun hat. Also wir unterscheiden ganz grundständig in der Informatik die theoretischen Methoden und die praktischen Einsatzszenarien. Und da geht es unter anderem um das Entwickeln von Software, auch um das Austesten von Software in ganz bestimmten Kontexten. Also wir machen hier in meinem Lehrstuhl unter anderem Machine Learning. Wir machen unter anderem auch ein bisschen neuronale Netze, aber im Einsatz. Wir erforschen da nicht die Grundlagenmethoden. Wir machen aber auch ganz andere Sachen, die ich gar nicht in diese Blase der KI packen würde. Und natürlich mache ich auch sehr viel jetzt seit vielen Jahren im Bereich der ethischen Forschung. Wo ist es gut? Wo ist es interessant? Wo ist es wichtig? Informatikmethoden im Allgemeinen und KI natürlich jetzt im Besonderen einzusetzen. Und wo sollte man es vielleicht auch besser sein lassen? Die Didaktik der Informatik, die kommt dann dazu. Und zwar deswegen, weil ich mit meinem Lehrstuhl hier in Mecklenburg-Vorpommern die Lehramtsinformatik für den Lehrer und die Lehrerin Informatik für Gesamtschule und Gymnasium verantworte. Und da sind wir bundesweit eine der führenden Universitäten und haben ab Klasse 5 in Mecklenburg-Vorpommern Informatik als Pflichtfach bis zum Abitur rauf.

Carina Schroeder (4:17)

Super, dass es das überhaupt gibt. Ich bin manchmal ein bisschen traurig, dass ich das nicht, also ich hatte die Möglichkeit, nicht in der Schule Informatik zu lernen. Aber ich hätte es total gerne gemacht so.

Alke Martens (4:26)

Es ist auch wirklich fantastisch, weil aus unserer Perspektive bedeutet Informatik jetzt nicht, dass wir den Schülerinnen und Schülern Word und Excel beibringen, sondern für uns bedeutet es, dass sie Grundlagen lernen, wie funktioniert der Rechner.

Natürlich dann auch am Ende, wie funktioniert eine Tabellenkalkulation oder eine Textverarbeitung. Und jetzt eben auch am Ende natürlich, wie funktioniert ganz grundsätzlich eine KI, das kommt auch mit rein. Aber wir machen keinen Schulungsunterricht im Sinne davon, benutze ich das. Und unser Ziel ist, dass wir am Ende Schülerinnen und Schüler rauslassen in die Welt, die sich nicht eine Maus für einen Elefant vormachen lassen, sondern die zutiefst begriffen haben, was ist eine algorithmische Abarbeitung? Was ist eine Berechnung auf dem Rechner? Und warum wird letztlich alles in Nullen und Einzen dargestellt? Und das ist die Vermittlung. Die Rahmenpläne Informatik, die auch bundesweit immer wieder jetzt diskutiert und auch genutzt werden, die kommen auch von meinem Lehrstuhl.

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