Katz-und-Maus-Spiel
MORD AUF EX
October 4, 2026
#321: Als Deanna auf einen Facebook-Link klickt, ploppt ein Video vor ihr auf. Darin sind Grausamkeiten zu sehen, die sie nie für möglich gehalten hätte. Deanna schwört sich: Sie wird den Typen finden, der das getan hat. Den Mann im Kapuzenpulli. So wie ihr geht es auch anderen Menschen.
Speakers Linn Schütze, Leonie Bartsch
TopicsTrue CrimeHistory
Linn Schütze (0:31)
Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Folge Mord Auf Ex.
Leonie Bartsch (0:35)
Hallo, hallo. Mein Name ist Leonie Bartsch.
Linn Schütze (0:37)
Und mein Name ist Linn Schütze und Leo, ich weiß du hast uns heute einen riesigen Fall mitgebracht. Aber bevor wir damit anfangen, müssen wir ganz kurz über etwas reden, was mich in den letzten Tagen total aufgewühlt hat. Und zwar ist es der Fall der Cornwall Seven, also sieben Männer, die an der Cornwall University eine junge Frau vergewaltigt haben sollen.
Leonie Bartsch (0:59)
Ja, da habt ihr uns ja auch schon zugeschrieben. Das Ganze wird ja jetzt vermutlich vor Gericht landen. Und wir können euch dann mehr erzählen, wenn dazu auch wirklich mehr rauskommt. Aber das, was bisher schon bekannt ist, ist wirklich so schockierend, weil es wurden ja auch schon Chatverläufe veröffentlicht von diesen Männern in dieser Studentenverbindung, die anscheinend untereinander sich geschrieben haben, dass sie diese Frau vergewaltigen wollen.
Linn Schütze (1:25)
Ja, das Ganze ist an einer Universität passiert, der Cornwell University in Amerika.
Dort wurde eine junge Frau auf einer Party in einen Raum gebracht, unter Drogen gesetzt und dann von mehreren Männern vergewaltigt. Sieben Männer waren in dieser Vergewaltigung involviert. Es gibt Chats in einer Gruppe, wo auch noch 50 andere Männer drin waren. Da steht dann so was wie Free Pussy oder so was wie Diego Went Seven Minutes Ago.
Die haben tatsächlich in dieser Gruppe geschrieben, ihr könnt hier eine Frau vergewaltigen, ihr könnt in diesen Raum gehen und sie liegt da einfach. Das Erschreckende an diesem Fall ist auch noch, erstmal gab es 50 Männer in dieser Gruppe, die zwar nicht bei der Vergewaltigung aktiv dabei waren, aber die weder was gesagt haben, die nicht die Polizei involviert haben. Und dann ist diese junge Frau danach zur Polizei auf den Campus gegangen und hat berichtet, was ihr passiert ist. Und es ist eigentlich nichts passiert. Also zwei Männer wurden tatsächlich von der Universität verwiesen. Aber beim Rest heißt es, dass sie einfach so kleine Strafen bekommen haben, wie zum Beispiel, dass sie einen Aufsatz darüber schreiben mussten.
Leonie Bartsch (2:38)
Ja, die mussten so Workshops besuchen, ein paar Texte verfassen und das war es also wirklich die geringsten Strafen, also keine Strafen eigentlich, wenn man so will.
Und die Studentin selber sagt, dass sie unter Drogen gesetzt wurde, dass es mehrere Stunden lang gegen ihren Willen passiert ist. Und sie reicht jetzt Privatklage gegen ihre ehemalige Universität und die mutmaßlichen Täter ein.
Linn Schütze (3:00)
Ja, weil das muss man ja einfach sagen, also die Tat an sich ist schon grauenhaft, aber man sieht hier einfach wieder, wie Täter geschützt werden in unserer Gesellschaft und wie auch weggeschaut wird.
Leonie Bartsch (3:11)
Also wir haben uns ja hier schon bei Fällen wie Giselle Pellicot gefragt, wie kann so etwas passieren? Und man hat irgendwie gebetet, dass das eine absolute Ausnahmesituation ist, aber es passiert halt immer wieder und am Ende werden die Täter doch immer wieder durch das System geschützt. Also es ist so frustrierend zu sehen und wir könnten einfach so viele Fälle dazu behandeln.
Linn Schütze (3:32)
Also ich würde auf jeden Fall gerne den Fall bei uns irgendwann noch mal machen, wenn es mehr Informationen dazu gibt. Ich glaube, was jetzt einfach voll wichtig ist gerade zu sagen und das ist auch, warum mich das so beschäftigt hat.
Ich glaube, wir haben auch viele tolle Männer, die diesen Podcast hören und die Schauspielerin Florence Pugh hat es so richtig gesagt. Sie hat dazu was auf Instagram gepostet und hat gesagt, es wird Zeit, dass Männer für uns wütend werden. Und ich glaube, genau das ist es jetzt. Also es reicht nicht mehr, dass nur wir Frauen sagen, das geht so nicht. Ich glaube, jedem Mann müsste bewusst sein, dass das seine eigene Tochter sein könnte, es könnte seine Schwester sein. Und es wird jetzt einfach Zeit, dass solche Täter nicht mehr davonkommen, weil in dieser WhatsApp-Gruppe waren 50 Männer, die etwas hätten sagen können, die hätten aufstehen können, die hätten es verhindern können und sie haben es nicht getan. Und ich glaube, da braucht es einfach ein krasses Umdenken. Und deswegen macht es mich einfach so fertig. Also es ist so ein krasser Fall. Und ich glaube, wir werden noch viel darüber reden. Er wird auch noch viel diskutiert werden.
Leonie Bartsch (4:36)
Ja, also ich glaube, es wird ein Fall, über den wir hier wahrscheinlich nochmal berichten werden. Und ich hoffe einfach, dass es jetzt gut aufgearbeitet wird und es einfach Konsequenzen gibt und auch hoffentlich ein gesellschaftliches Umdenken. Das wollten wir einmal vorab hier besprechen, weil es auch glaube ich gerade viele von euch vollkommen zurecht beschäftigt bzw. beschäftigen sollte.
Linn Schütze (4:56)
Ja, ist auf jeden Fall echt, glaube ich, ein Fall, der auch vor unserer Zeit total wichtig ist. Und wenn wir schon über Fälle sprechen, die uns geprägt haben, die uns nicht mehr losgelassen haben, dann passt dein heutiger Fall, glaube ich, auch sehr gut dazu.
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