Skip to content
Die Wildkatze ist zurück – Wie Artenschutz gelingt artwork

Die Wildkatze ist zurück – Wie Artenschutz gelingt

Das Wissen | SWR

October 21, 2026

Die Europäische Wildkatze braucht naturbelassene Wälder und grüne Korridore, um von einem Waldgebiet ins andere zu gelangen. Studien zeigen: Die Maßnahmen helfen auch anderen Arten.

Speakers Stefanie Eichler, Wolfgang Weber, Matthias Herrmann, Friederike Scholz, Roland Wirz, Hanna Walker

TopicsScience

SPEAKER_1 (0:02)

ARD Sounds, Das Wissen.

Stefanie Eichler (0:06)

Wie lockt man eine Wildkatze an? Wolfgang Weber will es mir heute zeigen.

Wolfgang Weber (0:11)

Über so einen kleinen Kerben, die sind extra für ihr gemacht worden. Wenn sich die Katze da ran schuppert, da hier dran hoch geht.

Stefanie Eichler (0:18)

Wir sind in einem Wald in der Nähe von Neuropin im nördlichen Brandenburg unterwegs.

Wolfgang Weber (0:22)

Damit dann die Haare dran haften bleiben.

Stefanie Eichler (0:25)

Also der Stab wurde so präpariert.

Wolfgang Weber (0:27)

Ganz genau.

Stefanie Eichler (0:28)

Aber er riecht nicht.

Matthias Herrmann (0:30)

Nein, muss man immer einsprühen mit dem schönen Baldrian.

Stefanie Eichler (0:32)

Die Katzen wittern den Geruch über weite Distanzen und folgen ihm. Das scheue Raubtier war in Deutschland fast verschwunden. Doch jetzt erobert es sich seinen Lebensraum zurück.

In dieser Folge von Das Wissen erzählen wir, wie gezielte Maßnahmen zum Schutz einer Tierart dazu beitragen, dass sich ganze Naturräume erholen.

SPEAKER_1 (0:53)

Die Wildkatze ist zurück. Die Artenschutz gelingt, von Stefanie Eichler.

Wolfgang Weber (1:00)

So, nicht so weit, nur ein bisschen. Ist ja nur eine Sprühflasche. Dann können sie pumpen und dann hier so. Okay, so reicht es.

Stefanie Eichler (1:06)

Jens Teubner ermahnt mich, sparsam mit dem Baldrian umzugehen. Der Extrakt ist teuer.

Wolfgang Weber (1:11)

Jetzt die nächste Seite.

Stefanie Eichler (1:13)

Teubner ist Biologe und leitet das Wildkatzenmonitoring in Brandenburg, also das systematische Beobachten und Erfassen der streng geschützten Art.

Heute hat er Wolfgang Weber und mich zum Lockstock begleitet. Weber macht ehrenamtlich mit und ist üblicherweise einmal pro Woche hier, um den Stock frisch mit Baldrähern zu besprühen. Warum engagieren Sie sich für die Wildkatze?

Wolfgang Weber (1:36)

Weil ich sehr naturverbunden bin und mich interessiert das halt, welche Tiere in unserem Wald hier so rumlaufen. Unsere Nasen sind zwar nicht so besonders, aber das müssten sie inzwischen auch riechen.

Stefanie Eichler (1:46)

Ja, es riecht unangenehm.

Wolfgang Weber (1:47)

Ehrlich, ja? Deswegen heißt es ja auch deutscher Stinkgraut.

Für mich ist das angenehm.

Stefanie Eichler (1:53)

Wie auch immer wir den Geruch empfinden, Katzen bringt er mit Baldrian besprühte Stab dazu, sich an ihm zu reiben. Auch außerhalb der Paarungszeit von Januar bis April.

Beim Reiben am Lockstock bleiben Haare am Holz hängen, die anschließend genetisch untersucht werden können. Im Jahr 2026 konnten Jens Teubner und sein Team auf diese Weise 34 Wildkatzen nachweisen, 21 Kater und 13 Weibchen.

Heute entdecken wir keine Haare am Lockstock. Aber vielleicht hat die Kamera das nachtaktive Tier erwischt?

Wolfgang Weber (2:26)

Da ist die Kamera. Jetzt nehme ich mal die Speicherkarte raus.

Und jetzt gucken wir mal.

Stefanie Eichler (2:33)

Fachleute gehen davon aus, dass die Wildkatze in Brandenburg seit Ende des 19 Jahrhunderts ausgestorben war. Doch seit zehn Jahren ist sie wohl wieder zurück. Durch genetische Analysen der Haare sicher belegt, wurde ihre Rückkehr 2023

Zuvor gab es nur Aufnahmen von Fotofallen. Das sind Kameras, die bei Bewegung auslösen. So eine Kamera haben wir gerade vor uns.

Wolfgang Weber (2:57)

Wir schauen mal, irgendwas wird schon drauf sein.

Stefanie Eichler (2:59)

Erst später haben die Fachleute begonnen, mit Lockstöcken zu arbeiten, die sie zusätzlich mit einer Fotofalle ausgestattet haben, so wie bei Weber's Stock.

Wolfgang Weber (3:07)

So, jetzt holt er erstmal die Fotos rüber. Das dauert jetzt.

Stefanie Eichler (3:10)

Zum einen können sie so überprüfen, ob es sich lohnt, gefundene Haare analysieren zu lassen, denn auch andere Tierarten hinterlassen Haare.

Zum anderen spazieren manche Katzen nur am Lockstock vorbei, ohne sich daran zu reiben. Doch die Kamera sieht auch sie.

Wolfgang Weber (3:25)

Genau.

Stefanie Eichler (3:26)

Okay, und jetzt gucken wir uns die Fotos auf dem Stock an. Wir hoffen auf ein Bild der Wildkatze, die getigerten Hauskatzen sehr ähnlich sieht, aber selbst ein graubraun Verwaschenes vererrt. Nur entlang des Nackens und der Schulter verlaufen einige scharf abgegrenzte Streifen.

Zudem zieht sich entlang der Wirbelsäule ein dunkler Ahlstrich. Sie ist in etwa so groß und schwer wie die Hauskatze, hat aber längeres, flauschiges Fell.

Wolfgang Weber (3:51)

Das sieht aus, als wenn da im Hintergrund was wäre, ne?

Stefanie Eichler (3:55)

Das deutlichste Erkennungszeichen der Wildkatze ist ihr breiter, buschiger Schwanz mit schwarzem, stumpfen Ende. Hauskatzen haben hingegen einen spitztulaufenden Schwanz.

Wolfgang Weber (4:06)

So, jetzt kommt der Specht. Der sitzt am Lokstuck.

Stefanie Eichler (4:10)

Hier, zwei.

Friederike Scholz (4:11)

Das zwei ist auch krass.

Wolfgang Weber (4:14)

Das sind seine gespeicherten Bilder.

Friederike Scholz (4:16)

Ah, okay.

Stefanie Eichler (4:17)

Da wissen wir jetzt, da kommt jetzt keine Wildkatze.

Wolfgang Weber (4:18)

Keine Wildkatze, nur Wild. Aber hier war noch mal Fuchs und ein Hase.

Stefanie Eichler (4:23)

Wie weit ist jetzt der Standort entfernt, an dem sie zuletzt eine Wildkatze gesehen haben?

Wolfgang Weber (4:29)

Luftlinie, 15 Kilometer.

Stefanie Eichler (4:31)

19 more minutes of transcript below

Thousands of transcripts fetched by people building searchable podcast archives

Fetch the whole transcript

The demo key returns a sample episode in full, no card needed:

request
curl -H "x-api-key: pt_demo" \
  https://spoken.md/transcripts/1000651996090

Markdown with the speakers named, for your notes, your knowledge base, or anything that makes HTTP calls.

From $0.10 per transcript. No subscription. Credits never expire. Prices exclude VAT, added at checkout for EU customers. Not what you expected? Email us within 14 days with 20 or fewer credits used and we refund the pack in full.

Using your own key:

request
curl -H "x-api-key: YOUR_KEY" \
  https://spoken.md/transcripts/1000797272236