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CODE WARS (5/5) - Belauschte Freunde

Alles Geschichte - Der History-Podcast

October 16, 2026

1945 wird in San Francisco die Charta der Vereinten Nationen verabschiedet. Während der langen, schwierigen Gründungsverhandlungen der UNO werden fast alle teilnehmenden Staaten abgehört.

Speakers Peter F. Müller, David Ritts, Stephen Schlesinger, Claudia Weber

TopicsHistory

Peter F. Müller (0:03)

ARD Sounds.

SPEAKER_2 (0:05)

Alles Geschichte. Der History-Podcast.

David Ritts (0:13)

Dieser Podcast basiert auf realen Ereignissen. Die Stimmen der historischen Personen wurden zum Teil nachinszeniert.

SPEAKER_4 (0:21)

Der UNO-Generalsekretär Antonio Guterres beschwört anlässlich des 80 Jahrestages der UN-Charta den Geist der Vereinigung.

Stephen Schlesinger (0:38)

Noch nie wurden die Vereinten Nationen so sehr gebraucht. Nie waren unsere Werte wichtiger und der Ruf nach ihnen größer.

Und wir wissen, je mehr wir gemeinsam tun, Um die großen Herausforderungen unserer Welt anzugehen, desto weniger Last muss jedes einzelne Land allein tragen.

SPEAKER_4 (1:05)

Aber ganz offensichtlich hat der US-amerikanische Präsident ein Problem mit der Organisation.

SPEAKER_6 (1:17)

Ich habe sieben Kriege beendet, habe mit den Chefs all dieser Länder verhandelt und nicht einen einzigen Anruf der Vereinten Nationen, der mir half, den Deckel auf die Diele zu machen.

SPEAKER_7 (1:29)

Der auf dem Weg nach oben in der Mitte stoppt.

SPEAKER_8 (1:33)

Vom speziellen Verhältnis der USA zu den Vereinten Nationen, obwohl sie ihr maßgeblicher Unterstützer waren und sind, und warum eine gigantische Abhöraktion in den 1940er Jahren und eine Medieninszenierung nach Hollywood-Manier die Gründung überhaupt erst möglich gemacht hat, davon handelt diese Folge.

SPEAKER_4 (1:54)

Das ist CODE Wars im Maschinenraum der Spione.

SPEAKER_8 (1:58)

Episode 5 Belauschte Freunde.

Die Gründung der Vereinten Nationen.

SPEAKER_9 (2:07)

Und für neun Wochen im Frühjahr 1945 war San Francisco das Zentrum der Männer, die sich für eine lange Zeitung aufhalten Für neun.

SPEAKER_10 (2:15)

Wochen im Frühjahr 1945 ist San Francisco das Zentrum der Hoffnungen der Menschen auf dauerhaften Frieden.

Delegierte aus 46 Nationen kommen am 25 April 1945 nach San Francisco. Sie vertreten mehr als 80 Prozent der Weltbevölkerung. Als die Konferenz beginnt, befanden sich alle im Krieg. Sie kommen zusammen, um einen Weg zu finden, Kriege zu beenden. Ein Fluch, der in 30 Jahren 40 Millionen Menschen das Leben gekostet hat.

SPEAKER_8 (2:58)

Der 25 April markiert währenddessen in Europa einen weiteren historischen Moment.

SPEAKER_6 (3:11)

Ost und West sind Mittwochnachmittag aufeinander getroffen.

Amerikanische Truppen haben bei Torgau an der Elbe Kontakt zu sowjetischen Einheiten aufgenommen. Darauf haben wir gewartet. Nazi-Deutschland steht vor seinem endgültigen Zusammenbruch. Die Befreiungstruppen haben sich vereinigt.

SPEAKER_9 (3:28)

The forces of liberation have joined hands.

SPEAKER_8 (3:31)

Währenddessen rollen an diesem 25 April 1945 im 9000 Kilometer entfernten San Francisco zig schwarze Limousinen die steilen Hügel zum dortigen Opernhaus hinauf, wo die Eröffnungsveranstaltung stattfindet.

SPEAKER_11 (3:45)

Öppige Blumenarrangements dekorierten den Kongressort. Blitzlichtgewitter erhellten die Nacht und der Champagner floss in Strömen.

Das Ereignis hatte den strahlenden Glanz und Charme einer Broadway-Show. Und nicht von ungefähr. Es wurde von dem berühmten New Yorker Bühnenbildner Joe Milsiner in Szene gesetzt, der einige der großartigsten Musicals on Broadway gestaltet hatte. Willkommen, Vereinte Nationen, verkündete die grellgelbe Neonschrift über einem Kino in der Innenstadt.

SPEAKER_4 (4:16)

Gibt der Geheimdienstler Frank Rowlett, ein ehemaliger Mitarbeiter William Freedmans, zu Protokoll. Rowlett hat eine wichtige Rolle vor Ort inne, auf die wir später noch einmal zu sprechen kommen.

SPEAKER_6 (4:32)

Vom ersten Abend an ist den Delegierten ihre Aufgabe klar. Sie mussten die Bedingungen für eine verlässliche internationale Zusammenarbeit schaffen, um den Frieden für die Zukunft zu sichern. Diese Verantwortung ist ihnen von einer kriegsmüden Welt auferlegt worden und deshalb sind sie der Einladung der Regierungen Chinas, Großbritanniens, der UdSSR und den Vereinigten Staaten gefolgt. Diesen Schritt überhaupt ermöglicht hatten Dünnkirchen, Stalingrad, die Normandie, die Burma Road und Midway.

Delegierte aus 46 und später 50 Nationen sind anwesend.

SPEAKER_8 (5:14)

Soweit die offizielle Inszenierung dieser Konferenz. Doch im Hintergrund werden ganz andere Fäden gezogen.

Darüber hat unser Autor, der Investigativ-Journalist Peter F. Müller, mit dem Historiker David Ritts gesprochen.

Peter F. Müller (5:29)

Bei der Gründung der Vereinten Nationen hat Präsident Roosevelt sehr stark darum gekämpft, dass die Eröffnungskonferenz in den USA stattfindet.

SPEAKER_8 (5:37)

Warum?

David Ritts (5:40)

Roosevelt befürchtete, dass es sowohl aus dem US-Kongress, als auch aus seiner eigenen Administration starke Gegenwehr gegen die Gründung der Vereinten Nationen geben würde.

Peter F. Müller (5:50)

Roosevelt befand sich da am Spannungsfeld zwischen Isolationalisten und Internationalisten.

David Ritts (5:59)

Die Internationalisten wollten Probleme gemeinsam mit anderen Nationen lösen.

Und dazu gehörte die Gründung der Vereinten Nationen. Die Isolationisten hingegen wollten sich nur auf die Lage im eigenen Land konzentrieren. Ähnlich wie wir das gerade wiederbeobachten. Man kann durchaus sagen, dass derselbe Konflikt auch heute noch besteht. Geschichte wiederholt sich.

SPEAKER_12 (6:25)

Amerika zuerst.

Peter F. Müller (6:27)

David, Roosevelts Gedanken, öffentliche Unterstützung für die Gründung der Vereinten Nationen zu gewinnen, sind das eine. Aber es gibt einen zweiten Beweggrund.

David Ritts (6:43)

Die Konferenz in den Vereinigten Staaten abzuhalten hieß, dass sie so leichter die Nachrichten, die die anderen mit ihren Regierungen austauschten, mitlesen konnten.

Von Tag eins an waren die Vereinten Nationen, was die Sicherheit ihrer Kommunikation angeht, vollkommen kompromittiert. Ebenso wie alle Mitgliedsländer zu dieser Zeit.

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