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CODE WARS (1/5) - Das Treffen am Teufelsberg

Alles Geschichte - Der History-Podcast

October 16, 2026

Dem Investigativjournalist Peter F. Müller wird die Geheimakte "MINERVA" zugespielt, sie dokumentiert eine der folgenreichsten Abhöroperationen von CIA und BND. Ein Tiefenblick in das Jahrhundert der Geheimdienste.

Speakers Erich Schmidt-Ehenbohm, Peter F. Müller, Elmar Thewissen

TopicsHistory

Erich Schmidt-Ehenbohm (0:05)

Alles Geschichte.

SPEAKER_2 (0:08)

Der History-Podcast.

SPEAKER_3 (0:13)

Dieser Podcast basiert auf realen Ereignissen. Die Stimmen der historischen Personen wurden zum Teil nachinszeniert.

SPEAKER_4 (0:21)

Es ist eine Abhöraktion ungeheuren Ausmaßes. Der Geheimdienst cool des Jahrhunderts.

Iran, Lateinamerika, die Washington Post-Denial-Poste, die Rebellen, dass die Service-Secret-Amerikaner und Allemander jahrzehntelang belauschen CIA und BND die verschlüsselte Kommunikation von über 100 Staaten. Egal ob von Freund oder Feind.

SPEAKER_5 (0:46)

Es gibt eine Geheimakte, die einen Einblick in eine der größten nachrichtendienstlichen Operationen der jüngeren Geschichte zeigt. Die Operation Minerva.

Darin steht, wie amerikanische Geheimdienste zusammen mit dem deutschen BND es geschafft haben, über Jahrzehnte die vertrauliche Kommunikation von Regierungen und Militär in mehr als 100 Ländern heimlich mitzulesen. Aufgrund seiner sensiblen Informationen wurde das Dokument streng unter Verschluss gehalten. Dennoch ist es in unsere Hände gelangt.

SPEAKER_6 (1:16)

Die Recherche basierte auf einem Geheimdossier, das dem Investigativjournalisten Peter F. Müller auf verschlungenen Wegen zugespielt worden ist. Zusammen mit ihm werden wir uns in diesem Podcast intensiv diesem Geheimdokument widmen.

SPEAKER_5 (1:30)

Aus diesem Dokument erfahren wir, wie Spionage tatsächlich funktioniert. Denn wir erfahren nicht nur, wen die CIA und der BND abgehört haben, sondern auch wie.

SPEAKER_6 (1:41)

Und die historischen Auswirkungen dieser Geheimdienstoperation spielen bis heute eine Rolle.

SPEAKER_5 (1:47)

Ihr hört Code Wars im Maschinenraum der Spione. Von Leon Hase, Leonhard Koppelmann und Peter F. Müller.

SPEAKER_6 (1:54)

Und das ist die erste Folge. Das Treffen am Teufelsberg.

SPEAKER_5 (2:02)

Die Geheimakte über die Operation Minerva dokumentiert also eine der nachrichtendienstlich größten Operationen der Spionage unserer Zeit. Und zugleich den vielleicht größten Vertrauensbruch unter Verbündeten.

CIA und BND belauschten im großen Stil nicht nur Feinde, sondern auch Freunde.

SPEAKER_6 (2:20)

Minerva ist bis heute nicht historisch aufgearbeitet worden. Weil bisher überhaupt nur eine kleine Gruppe von Menschen das Dossier zu Gesicht bekommen hat.

SPEAKER_5 (2:28)

Bis jetzt. Denn uns liegt es dank unseres Autoren Peter F. Müller vor. Und so wird Minerva zu unserem Schlüssel in den Maschinenraum der Geheimdienste.

Peter, was macht diesen Bericht so besonders?

Peter F. Müller (2:41)

Aus diesem Dokument erfährt man viel über die sogenannte Signal Intelligence.

Und dahinter verbirgt sich nichts anderes als das Abfangen, Entschlüsseln und Auswerten geheimer elektronischer Informationen, die zwischen Nachrichtendiensten hin und her geschickt werden. Und das Ziel eines jeden Nachrichtendienstes ist natürlich entweder die eigenen Nachrichten so gut zu verschlüsseln, wie es eben geht. Und auf der anderen Seite die verschlüsselten Nachrichten der Gegner zu knacken, die Code zu knacken. Und das ist ein Krieg zwischen Geheimdiensten, den gab es schon immer. Und der wird im Schatten heute immer noch geführt.

SPEAKER_2 (3:16)

Spionage, Cyberattacken, Desinformationskampagnen, die Spitzen der deutschen Geheimdienste schlagen an.

SPEAKER_6 (3:22)

Ein Krieg, für den man nicht ins Feld muss. Und im Fall Minerva mussten die Nachrichtendienstler sich noch nicht mal große Mühe bei der Entschlüsselung der abgefangenen Nachrichten geben.

SPEAKER_5 (3:31)

Denn es gab ein Hintertürchen, heute würde man sagen einen Trojaner. Und dort konnten CIA und BND nach Herzenslust die vermeintlich geheimen Informationen der Staaten mitlesen und entschlüsseln.

SPEAKER_6 (3:43)

Computer spielen in der Zeit, über die wir in der ersten Folge erzählen wollen, noch keine Rolle.

Wir tauchen tief in die Spionagewelt des Kalten Kriegs ein.

Damals gab es noch keine Serverfarben, keine Laptops oder Handys, die man hacken konnte.

SPEAKER_5 (3:57)

Das Verrückte, was wir aus Minerva erfahren, die amerikanischen Geheimdienste und der BND werden quasi selbst zu Schiffriermaschinenherstellern. Und die Welt kauft bei ihnen ein.

Peter F. Müller (4:08)

In diesem Minerva-Papier ist sehr spannend zu lesen, wie ein schwedischer Ingenieur vor dem Zweiten Weltkrieg eine Schiffriermaschine konstruiert, die er dann hunderttausendfach an das amerikanische Militär verkauft. Und irgendwann, seine Firma hat er mittlerweile von Schweden in die Schweiz verlegt, heißt Crypto AG, und ist zum Weltmarktführer für Verschlüsselungstechnik geworden, wird diese Firma dann an die CIA und den BND verkauft.

Und die haben damit die Kontrolle über diesen ganzen Verschlüsselungsmarkt.

SPEAKER_6 (4:40)

Also um in der Analogie zu bleiben, dann kann man sich das Ganze vielleicht so vorstellen. Das Internet wird erfunden, aber die Erfinder haben dort gleichzeitig einen Trojaner eingebaut, mit dem sie sämtliche Kommunikation, die darüber läuft, mitlesen können.

Nur, dass es sich dabei um den geheimen Nachrichtenverkehr von Regierungen und Militär handelt.

SPEAKER_4 (4:59)

Jahrzehntelang belauschen CIA und BND die verschlüsselte Kommunikation von über 100 Staaten. Egal, ob von Freunden.

SPEAKER_5 (5:08)

Dass wir dieses Geheimdokument überhaupt jetzt in Händen halten, haben wir der jahrelangen Vorarbeit von Peter F. Müller zu verdanken. Der Investigativjournalist hat schon viel zu Geheimdiensten gearbeitet, hat Dokumentarfilme dazu gemacht, Sachbücher geschrieben.

Aber wie ist Minerva eigentlich in deine Hände gelangt?

Peter F. Müller (5:25)

Also wenn man, wie ich als Journalist, jahrzehntelang das Thema Geheimdienste bearbeitet, dann baut man bestimmte Vertrauensverhältnisse zu Leuten auf, die im Geheimdienst gearbeitet haben oder arbeiten. Und das hat etwas damit zu tun, dass man diese Leute fair behandelt, dass man sie respektiert und dass man sie nicht verbrennt, also nicht aus Versehen ihre Identität preisgibt und die Quelle preisgibt.

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