15 Jahre im 9-5 und dann finanzielle Freiheit mit Mitte 40
YouTube? Gottlebe.
July 22, 2026
Viele glauben, dass Veränderungen nur in jungen Jahren möglich sind. Wir sehen das anders.
Speakers Lisa & Nell
TopicsArts
Lisa & Nell (0:00)
15 Jahre lang macht man erneut wieder den Wecker aus, fährt zur Arbeit, arbeitet bis 18 Uhr, fährt nach Hause, hat den Tag über noch nichts geschafft, hat nichts gemacht, was einen selber nach vorne bringt, was einen selber glücklich macht und das geht dann so weiter bis an das Ende des Lebens. Und genau heute sprechen wir darüber, wie Nell es geschafft hat, nach 15 Jahren im 9-to-5-Job da auszubrechen und sie ist nicht mehr Anfang 20, so wie viele vielleicht denken, dass man Anfang 20 sein muss, um sein Leben noch mal in die Hand zu nehmen. Und Nell, heute freue ich mich auf die Podcast-Folge, weil wir glaube ich ganz vielen Menschen da draußen Hoffnung geben können, dass egal, auch wenn man schon Mitte 40 ist, dass man sein Leben noch mal umkrempeln kann oder auch schon Mitte 50, auch schon Mitte 60 von mir aus, das Einzige, was man halt sein muss, ist eben offen. Ja. Und vielleicht dann die erste Frage an dich, warum glaubst du, hast du dich denn so lange, sag ich jetzt mal im 9-5-Drop in der Komfortzone aus, also wieso hast du dich da so lange, wieso hast du so lange da ausgeharrt, sag ich jetzt mal, und wie hast du dich dabei gefühlt? Ja. Ich glaube, das sind zwei Komponenten, die mich da tatsächlich gebremst haben. Einmal ist es die Gesellschaft oder das System, in dem wir leben, in dem es halt ja ganz richtig ist, dass man irgendwo angestellt ist und gruselig und gefährlich, wenn man selber was macht. Gleichzeitig, und das kam bei mir halt stark hinzu, ich hab mir das überhaupt nicht zugetraut. Also ich wollte immer irgendwas, sagen wir mal, Besonderes machen oder ausbrechen aus diesem klassischen System. Aber ich hab gedacht, das müssten, also die Menschen, die das schaffen, sind super besonders und ganz, ganz toll und ganz wertvoll. Und ich hab mich da halt wirklich selber nicht gesehen, da hab ich mich sehr klein gedacht. Ganz, ganz viele Jahrzehnte. Ich finde dich sehr besonders. Danke schön.
Klein gedacht, ganz viele Jahrzehnte lang. Und das hat sich natürlich auch gegenseitig so befruchtet, dass man, ja hauptsächlich du hast eine sichere Anstellung und denkst auch doch an die Rente und wenn du selbstständig bist, dann bist du selbstunständig und du siehst, ich bin nicht selbstständig, ich bin Unternehmerin. Weißt du, wie geil das ist? Also es ist unvorstellbar. Und dieses, also dieses, auch als ich gegangen bin von meinem alten Job und natürlich, das war ja auch mit ganz viel Tränen und mit, also das ist der Abschied. Also schwer viel allein nur wegen der Menschen, mit denen man gearbeitet hat. Aber dann ganz viele irgendwie, ja jetzt selbstständig, da wirst du dich jetzt umgucken. Also ja, ich hab mich umgeguckt, also ich bin komplett... Ich liebs. Ja, ich liebs. Also ich bin komplett ausgebrochen aus diesem Ganzen, was mich auch so traurig und träge und ganz negativ gemacht hat. Der Punkt, und das sag ich ja immer wieder und alleine hätte ich das nicht geschafft. Also alleine wäre immer der zweite Punkt gewesen, dass ich mich selber eben nicht besonders gefunden habe, besonders genug gefunden habe und alleine ohne dich hätte ich diesen Schritt nie gemacht. Deshalb tausend Dank dafür ist es wirklich.
Ich auch nicht ohne dich. Ja, das ist ja das Schöne, dass wir uns gegenseitig so geholfen haben. Aber dann zu sehen, dass man... Also ich hab ja keine besonderen Fähigkeiten oder ich bin nicht irgendwie wunderbarstoll. Also ich hab ganz, ganz viele Sachen, mit denen ich auch immer noch unzufrieden bin. Aber ich nehm das an und versuch das zu ändern. Und einfach diese Erkenntnis, ich muss jetzt hier nicht irgendwie Steve Jobs sein oder der Erfinder der Glühbirne oder irgendwie ich müsste kein Computerprogramm programmieren können. Ich brauch das alles nicht. Also ich brauch eben ganz normale Tugenden, einfach mein Elan, meine Neugier, den Willen, das zu schaffen und schon kann ich mich verändern.
Und das ist wieder diese andere Seite, diese gesellschaftliche Seite. Wenn man da einmal, und das ist so ein ganz bisschen, möchte ich sagen, wie das Höhlen-Gleichnis von Platon, was ich sehr mag, also dass wir quasi in einer Höhle leben und nur die Schatten der Dinge wirklich sehen und dass die wirkliche Welt uns gar nicht gezeigt wird. Und so ein bisschen, auch wenn das jetzt vielleicht ein bisschen sich komisch anhört, aber so ein bisschen kommt mir das rüber. Also ich muss nicht für den Lebenstraum oder für das Geld eines anderen arbeiten. Ich kann für meinen eigenen arbeiten. Ja, und ich muss nicht, also es ist nicht gottgegeben, dass ich irgendwo angestellt sein muss und montags bis freitags irgendwie hinrennen muss. Das wäre so der einzige Weg. Ja, als wäre es der einzige Weg und als wäre es der einzige sichere Weg. Ich bin ein total... Genau, der einzige gute Auge der Gesellschaft. Ich bin ein total sicherheitsaffiner Mensch. Es ist mir total wichtig, dass wir und unsere Familien in Sicherheit sind. Und ich hätte ja nie irgendwas Vogelwildes gemacht oder risikoreiches. Wir haben uns das alles so genau überlegt, geprüft, angeguckt. Ja, und trotzdem ist es möglich, das zu machen. Und dann immer dieses, also, dass man sobald man links und rechts vom Pfad irgendwie abtreten würde, dass da, wer weiß, was gleich passiert und man... Und das ist dieses, oh, die Rente, die Rente. Also jetzt wirklich, schaut euch die Rente an. Ich hab mir meine angeguckt. Die ist A, nicht sicher und B, war das ein Witz. Ja, und jetzt habe ich halt für meine eigene Rente gesorgt und müsste da auch gar nichts mehr tatsächlich weiter für machen. Und das ist, also dieses Gefühl, diese Selbstverantwortung und dieses war nicht alles leicht, war nicht alles toll. Ist ja auch, also weißt du, das ist ja auch ganz normal. Und trotzdem kann ich jetzt sagen, ich habe mich mit Mitte 45 bewegt, irgendwie guckt mich an. Ich bin also vollkommen null special und ich habe es trotzdem gemacht, mit Disziplin, mit Willen, mit einer wunderbaren Partnerin an der Seite. Und ja, da haben wir diese ganzen Schranken, die ich mir selber und die Gesellschaft mir auferlegt hat, einfach nicht mehr so hinnehmen wollen. Vielleicht dann noch mal ganz kurz, du hast ja jetzt schon ganz viel gesagt, du hattest es auch schon beantwortet, aber warum glaubst du, dass so viele sich nicht trauen, auszubrechen?
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