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#030 Portionssystem statt Abo-Kiste - So flexibel geht Marktgärtnerei

Die GemüseManufaktur - Der Podcast für Gründer:innen & Unternehmer:innen in der Marktgärtnerei

August 30, 2026

Zwei Stadtkinder ohne landwirtschaftliche Familiengeschichte starten mitten in Graz eine Marktgärtnerei – das ist die Gründerstory von Bernhard und Johanna von Unser Bauerngarten. 🌱 Was 2022 auf 2.

Speakers Urs, Thomas Weniger, Johanna, Bernhard

TopicsBusiness

Urs (0:00)

Hallo Thomas, wie ist es?

Thomas Weniger (0:04)

Sehr gut, ich bin in Vorfreude. In zwei Wochen sind wir in Deutschland angekommen und dann für zwei Monate da, wo wir uns ja auch sehen werden, wo ich mich unfassbar drauf freue. Und ja, also von daher bei uns ist sozusagen Reisevorfreude da.

So sieht es bei uns gerade aus. Also alles gut im grünen Bereich. Was macht der Paradiesgarten?

Urs (0:29)

Ah ja, da gedeiht die nächsten Aussagen nun diese Woche.

Jetzt mal Spaßes halber noch mit Maria-Tun-Kalender im Hintergrund. Mal gucken, ob das noch einen Effekt hat und wir machen so kleine Versuche mit Zartgut-Aufladen. Ja, ansonsten läuft, wächst und gedeiht. Mal gucken, ob noch mal ein Frost kommt, weil die ersten Tomaten werden nächste Woche geliefert.

Thomas Weniger (0:59)

Okay, dann drücken wir alle Daumen und freuen uns dann heute, um den Übergang jetzt mal zu gestalten, auf neue tolle Gäste endlich mal wieder aus Österreich. Nämlich Bernhard und Johanna von Unser Bauerngarten. Und jetzt bin ich nämlich gleich sehr gespannt. Sie schreiben aus Graz, ja, mit einer Marktgärtnerei mit, ich glaube, 100 Abos, sind heute bei uns am Start und werden uns mal mitnehmen in ihre Marktgärtnerei-Story, worauf ich mich unfassbar freue.

Also herzlich willkommen ihr beiden und ganz toll, dass ihr heute am Start seid. Hi!

Johanna (1:36)

Hallo.

Bernhard (1:37)

Hallöchen.

Johanna (1:38)

Wir freuen uns auch.

Urs (1:40)

Ja, voll cool. Ähm, genau. Österreich, ich hab's ja beim letzten Mal als ich in Graz war, leider hat sich's, glaube ich, terminlich nicht ausgegangen, weil ihr irgendwie unterwegs wart. Das holen wir dann noch mal nach, dass wir auch irgendwann mal noch Videos von eurem Garten sehen.

Erzählt uns doch mal, was habt ihr vor dem Marktgarten gemacht und wo kommt ihr so her? Und dann gehen wir drauf ein, wie ihr da gelandet seid, beziehungsweise was ihr jetzt macht.

Bernhard (2:15)

Okay, ja, also ich habe in Wien auf der Universität für Bodenkultur studiert, allerdings nichts Konkretes mit Landwirtschaft, sondern das Studium heißt Umwelt- und Bioresourcenmanagement und handelt alles, was so irgendwie natürliche Ressourcen abdeckt quasi und habe mich dann im Master auf Abfallwirtschaft spezialisiert und habe dann aber relativ schnell gemerkt, dass die Abfallwirtschaft jetzt eigentlich nicht so mein Herzensthema ist, also prinzipiell schon, aber das Problem ist, dass die Jobs in der Abfallwirtschaft meistens, zumindest in der Privatwirtschaft, nicht darauf ausgelegt sind, dass es weniger Müll wird, sondern die Abfallunternehmen, die leben vom Müll, das heißt, die haben kein Interesse, dass es weniger wird, sondern eigentlich eher mehr und das war dann irgendwie ziemlich ein Bremser für mich.

Und ich bin dann zurück nach Graz gegangen und habe da im Handel gearbeitet, beim Bergsportgeschäft, weil ich da zu der Zeit viel klettern war. Und ja, dann sind wir in die Marktgärtnerei hineingestartet. Genau.

Johanna (3:27)

Und ich durfte auch nach der Schule studieren und habe mich für Ethnologie entschieden gehabt und eine Ausbildung zur Fotografin gemacht und habe dann ein paar Jahre in der Jugendarbeit, also sowohl in der verbandlichen und ehrenamtlich, aber auch hauptamtlich, also bezahlt, in der offenen Jugendarbeit gearbeitet und von dort aus raus den Übergang in die Marktgärtnerei dann geschafft.

Urs (3:54)

Sehr schön. Und wie kam es denn dazu, dass ihr aus den anderen Bereichen dann auf einmal in die Marktgärtnerei gegangen seid?

Johanna (4:02)

Uns hat die Frage nach dem, wie wir unser Leben gestalten wollen, sehr ungetrieben. Also irgendwann haben wir entschieden, dass wir das Leben gemeinsam teilen wollen. Und dann war die Frage ein bisschen nach dem, wie. Und da war so ein Traum von einem nachhaltigen Leben in einer Zeit, wo Krisen überall sind und vor allem die Klimakrise. Und wir wollten irgendwas mit den Händen tun. Wir wollten mitgestalten. Wir kommen beide nicht aus Landwirtschaften. Wir haben keinen landwirtschaftlichen Hintergrund. In Österreich ist Landwirtschaft ein Erdberuf mehr oder weniger.

Und ja, da war irgendwie so diese Vision von wir können irgendwann auf einem Hof leben. Haben aber auch sehr schnell gespürt, dass wenn da so zwei Stadtkinder kommen und von einem Hof träumen, dass es nicht so einfach ist und man nicht einfach an einen Hof kommt oder an eine Fläche oder so und auch das Wie war uns noch gar nicht so klar. Und der Bernhard hat dann mehr zufällig ein Buch ausgeborgt in der Stadtbibliothek.

Bernhard (5:03)

Genau.

Der Market Gardener vom Scharmateur MVT. Und das war dann irgendwie so der Kickstart. Aber ich bin dann eben fertig gelesen gehabt. Und es war echt so hey, boah, das klingt voll realistisch. Das kann man machen, weil halt einfach auch die Investitionssumme am Anfang relativ gering ist im Vergleich jetzt zu einer klassischen Landwirtschaft. Also wir haben in Österreich gibt es einen Verein, der heißt Perspektive Landwirtschaft. Und das sind ehemalige BOKU-Studentinnen, die versuchen, Leute, die Höfe haben, aber keine NachfolgerInnen, mit Leuten wie uns zu vernetzen, quasi, die halt gerne auf einem Hof gehen würden. Und wir waren dann eben bei so zwei Speed-Tatings, oder das sind so Treffen quasi.

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