ZEITREISE: Die Wahrheit über den Bomben-Krieg gegen Deutschland. Mit Matthias Strohn artwork

ZEITREISE: Die Wahrheit über den Bomben-Krieg gegen Deutschland. Mit Matthias Strohn

RONZHEIMER.

August 16, 2026

Deutschland begann den Zweiten Weltkrieg und bombardierte Städte wie Warschau, Rotterdam, London und Stalingrad. Später zerstörten britische und amerikanische Bomber große Teile deutscher Städte. In Dresden und Hamburg entstanden gewaltige Feuerstürme, Zehntausende Zivilisten starben.
Speakers: Philipp Hirthoff, Matthias Strohn

Topics: Politics, News, Daily News

**Philipp Hirthoff** (0:00)
Herzlich willkommen bei Zeitreise, dem History-Format im Ronzheimer Podcast. Mein Name ist Philipp Hirthoff. Ich bin Journalist und Kollege von Paul Ronzheimer. Hier bei Zeitreise spreche ich mit Experten über Themen oder Ereignisse, die bis heute von größter politischer Relevanz sind. Heute möchte ich über den sogenannten Bombenkrieg der Alliierten gegen Nazi-Deutschland sprechen. Das heißt, die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg gegen deutsche Städte infolge des deutschen Überfalls auf zahlreiche andere Länder. Diese Luftangriffe, wie etwa auf Dresden, sind bis heute ein richtiger Spaltpilz und sorgen immer wieder für Debatten. Einerseits natürlich, weil sie von Rechtsextremen instrumentalisiert werden. Andererseits, weil es um sehr heikle politische, moralische, militärische, philosophische Fragen vielleicht sogar geht. Und zwar, wie hart darf Kriegsführung wirklich sein, auch wenn man gegen ein Land kämpft, das einen Krieg begonnen hat?
Und natürlich, wie geht man in Deutschland mit deutschen Opfern um? Was macht das mit der Erinnerungskultur, wenn man doch weiß, dass Deutschland diesen Zweiten Weltkrieg selbst begonnen hat?
Und heute zu Gast ist ein Militärhistoriker. Das war Matthias Strohn. Er ist Professor an der University of Buckingham und Dozent an der renommierten britischen Militärakademie Sandhurst, wo er das Lied mit der Internet die beiden Prinzen William und Harry sogar unterrichtet hat. Er ist ein absoluter Experte, wenn es um alle militärischen Details des Zweiten Weltkriegs geht. Deswegen freue ich mich sehr, dass er heute hier ist. Herr Strohn, herzlich willkommen.

**Matthias Strohn** (1:48)
Herr Pietro, vielen Dank für die Einladung.

**Philipp Hirthoff** (1:52)
Mich würde sehr interessieren zunächst, wie ist es eigentlich, wenn man als deutscher Militärhistoriker in Großbritannien unterrichtet? Also die beiden Länder waren ja im Zweiten Weltkrieg Kriegsparteien. Gibt es da Seitenblicke? Gibt es da gelegentlich mal einen Spruch? Oder wie gehen die Briten damit um?

**Matthias Strohn** (2:09)
Also aus meiner persönlichen Erfahrung eigentlich durchweg ich positiv. Also ich habe in meinem gesamten beruflichen Leben nie irgendwelche Probleme gehabt. Keinerweise.
Jetzt muss ich natürlich auch sagen, ich sitze natürlich auch, man könnte mal sagen, in so einer kleinen Nischenposition, weil ich ja hier fürs britische Militär arbeite. Und natürlich an dieser Uni, wo wir auch sehr viele Militärs, auch alle Studenten haben. Und es ist hier grundsätzlich immer noch so, dass gerade beim Heer, wo ich eigentlich angestellt bin, dass man da, man könnte fast schon sagen, manchmal eine leichte ungesunde Bewunderung für alles Deutsche hat. Also alles, was gerade aus dem Zweiten Weltkrieg kommt, wird hier immer noch, also hier sehr hochgetragen, wird vergöttert, ist vielleicht ein bisschen schon zu stark gesagt, aber doch sehr bewundert und beachtet.
Wir haben natürlich nicht das historische Problem, sie sprachen es vorhin schon an, Zweiter Weltkrieg, Schuld am Zweiten Weltkrieg, das ist hier natürlich außen vor. Und es ist natürlich da nebenher auch noch eine weitere britische Sache, ist ein britischer, könnte man sagen, ein Kulturansatz. Man überhebt sich nicht selber direkt und sagt, wir waren ganz toll, das macht man dann darüber, dass man halt den Gegner sehr erhöht. Aber dann sagt man, am Ende haben wir doch gewonnen. Also ganz schlecht können wir nicht gewesen sein. Also ich muss sagen, ich habe bis jetzt noch nie in der Kanzlerweite irgendwo Probleme gehabt, auch als ich an der Uni war, auch nicht. Es ist auch interessant. Man sieht auch an den Universitäten sehr viele Deutsche, die sich auch in diesem Bereich, gerade Militärgeschichte hier auf der Insel tummeln, weil es hier einfach sehr viel mehr Interesse an diesem Thema gibt, an dieser Thematik als in Deutschland, wo diese ganze Thematik ja doch sehr beschränkt ist.

**Philipp Hirthoff** (3:40)
Bevor wir ins Thema einsteigen, muss ich Sie fragen, wie es ist, die beiden Prinzen William und Harry unterrichtet zu haben. Haben Sie mit denen auch über den Zweiten Weltkrieg gesprochen? Ich hoffe, Harry hatte kein Nazi-Kostüm an.

**Matthias Strohn** (3:52)
Also ich war genau zu der Zeit in St. Louis, als er dann auch mit dem Nazi-Uniform da rumliegt. Das sorgte natürlich vielleicht die Irritation, sagen wir es mal so, sowohl bei uns im Akadem, sprach ich, als natürlich auch in weiteren Kreisen. Wir haben es ja vielleicht in den Nachrichten damals alle verfolgt. Natürlich habe ich mit denen über die Weltkrieg gesprochen, da ich damals an der Abteilung für Militärgeschichte saß und das genau unser Auftrag war, unter anderem auch den Zweiten Weltkrieg zu unterrichten. Also da kam relativ viel.
Ich muss sagen, also ich sage es mal so, alles, was man über die beiden in der Presse liest und hört, stimmt zu einem großen Teil. Also insbesondere William würde ich sagen, der war wirklich gut. Der hat sich sehr gut geschlagen, war sehr nett, sehr umgänglich, sehr kollegial eingestellt. Also das war schon mit ihm, weil das schon eine runde Sache hat. Das war schon richtig prima. Da könnte ich jetzt noch 25 verschiedene Anekdoten erzählen, aber dann driften wir wahrscheinlich zu weit ab.

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