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**Philip Mollenkott** (0:00)
Und das ist hochgekocht mit stündlich im Prinzip, ja. Also Lastwagen wurden überfallen, Militärstationen angegriffen, Konvois angegriffen.
Genau, in eine solche Situation bin ich dann reingeraten. Das heißt, direkt nach der Grenzüberführung bin ich sofort auf einer Militärbasis geführt worden, die ich dann auch nicht mehr verlassen durfte. Und das war wirklich eine harte Erfahrung.
**Paul Ronzheimer** (0:30)
Wer träumt nicht davon, gerade in diesen Monaten einfach mal weglaufen, alles hinter sich lassen, keine Briefe mehr öffnen, weil die Briefe nicht mehr ankommen können. Und ein sehr enger Freund von mir hat genau das getan vor ein paar Monaten. Er ist aus Berlin losgelaufen mit seinem Hund Voti, den ich auch sehr gut kenne und vermisse, genau wie ihn, und ist Richtung Japan unterwegs. Er ist gelaufen, aber auch getrampft und er hat viele Menschen getroffen und das in Ländern, über die auch wir hier im Podcast immer widersprechen, denn er ist unter anderem durch den Iran gelaufen gefahren. Und ich möchte heute darüber sprechen mit Philip Mollenkott. So heißt er, was man so erlebt, wenn man einfach ohne Plan losläuft und auch ohne viel Geld und überhaupt gar nicht weiß, wie und wo man ankommt abends, was das mit dem Leben macht. Und ich freue mich, dass Philip mir jetzt zugeschaltet ist. Ehrlich gesagt weiß ich gerade gar nicht, Philip, wo du bist. Erst mal Hallo und alle liebe Grüße nach.
**Philip Mollenkott** (1:39)
Hi Paul, danke für die Einladung. Du sprichst mich im Süden Pakistan im Karachi, wo ich seit zwei Tagen, nein, drei Tagen, ich verlier ein bisschen das Zeitgefühl, seit einer Weile bin, zwei oder drei Tage.
**Paul Ronzheimer** (1:54)
Und du kamst ja aus Baluchistan, was an der Grenze ist zwischen dem Iran. Vorher warst du im Iran.
Genau über die Dinge wollen wir heute im Podcast natürlich auch gleich sprechen. Aber lass uns mal vorne anfangen. Warum läuft man einfach los und sagt, ich versuche jetzt Japan zu erreichen?
**Philip Mollenkott** (2:15)
Ja, das ist ein bisschen vielschichtig, Paul. Also ist es so, dass da natürlich eine ganz gehörige Portion Eskapismus im eigentlichen Wurzeln wahrscheinlich dabei ist.
Das impliziert, dass ich einfach ein Problem habe, so in dieser normalen Gesellschaft, wie sie, oder normal in Anführungsstrichen, zu bestehen, glaube ich. Also ich habe das ein paar Mal probiert. Ich habe aber auch nie so richtig Karriere gemacht und war immer viel unterwegs. Ich habe um die 80 Länder bereist in meinem Leben und auch meistens sehr intensiv und mich so ein bisschen gegen eine klassische Karriere entschieden. Und jetzt hatte ich ein Projekt. Ich habe das letzte Jahr in Brasilien gewohnt. Das habe ich beendet und bin dann so ein bisschen mit leeren Händen wieder nach Deutschland gekommen und hatte da einfach keine Aufgabe. Und ich bin so ein wahnsinnig aktiver Typ und ich bin wie so ein Tiger im Käfig auf und ab.
Und dachte ja, was mache ich denn jetzt? Und habe mich dann mit meinen Freunden so ein bisschen beraten und bin aber zu dem Schluss gekommen, dass die Sache, in der ich recht gut bin so ein bisschen ist, dass ich einfach bestehen kann in einer Welt, wo es uns Essenzielle geht und mir das auch ziemlich viel Freude bereitet. Und daraufhin habe ich dann relativ schnell entschieden, loszulaufen, meine Sachen zu packen, so ein paar Basics zu organisieren und dann bin ich los.
**Paul Ronzheimer** (3:49)
Was hast du dabei? Also Woti ist dabei.
Und was hast du noch eingepackt? Man darf wahrscheinlich ja nicht so viel einpacken, wenn man auch viel laufen will, oder?
**Philip Mollenkott** (3:59)
Nee, auf gar keinen Fall. Also man sagt, ich bin 1,80, recht fit, wieg 75 Kilo, männlich. Da sagst du auf long distance, also mehr als 16 Kilo ist schon dolle.
Ich hab nicht viel dabei. Ich hab das große Glück, dass ich sehr, sehr gutes Equipment bekommen habe und für einen ganz guten Preis und komme mit diesen 16 Kilo klar, das sind ein Zelt, ein Schlafsack, eine aufblasbare Isomatte.
Da ist ein kleines Küchen-Set mit zwei Töpfen drinnen. Da ist ein Messer, da ist ein Löffel, eine Gabel. Da ist immer eine Dose Hundefutter. Und dann ist es Kleidung und das war's. Das ist absolut minimalistisch, aber das, was man braucht, ist dabei.
**Paul Ronzheimer** (4:53)
Wie viel Geld braucht man auf so einer Reise? Du hast Hundefutter natürlich. Also wenn wir da mal an den Anfang gehen, ich hab's jetzt auch schon nicht mehr drauf. Wann war das? Philip, April, Mai.
Da bist du dann einfach aus Berlin in Richtung Polen erst mal, oder?
**Philip Mollenkott** (5:12)
Ja, ja, ja. Also ich lebe sehr, sehr, sehr sparsam. Ich ernähre mich von Tütensuppen und Fallobst mehr oder weniger, wenn du so willst. Jetzt hier in Pakistan oder auch im Iran, da begibt es dann darum, die ist sehr günstig, aber ich vermeide es trotzdem, essen zu gehen, denn mein Budget ist wahnsinnig begrenzt.
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