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**Andrea Maurer** (0:00)
Ich gehe eigentlich davon aus, dass Sarah Wagenknecht, die haben wir ja auch gesehen, die hat ja den Arten gar nicht für lange politische Prozesse, eine Partei wirklich aufzubauen, in den Mühen der Ebene rumzuwühlen, wirklich da diese Partei zu bearbeiten. Sie ist halt da, wenn sozusagen der Scheinwerfer auf die Partei gerichtet ist, so wie jetzt und dann gibt sie alles und wenn der Scheinwerfer weggeht, dann macht sie das nicht lange. Und ich glaube, dass ein Scheitern jetzt in Sachsen-Anhalt, in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, aber in Sachsen-Anhalt ja am gravierensten, weil da eben die größte politische Erschütterung droht, dass das, dass BSW nicht wirklich verkraften wird. Das glaube ich nicht und dass sie dann wahrscheinlich ihre politische Karriere mit einem Flop beendet. Und deswegen ist sie jetzt auch so steil eben gerade da, weil sie das auf gar keinen Fall will.
**Paul Ronzheimer** (0:53)
Wir haben im Podcast lange nicht mehr ausführlich über Sarah Wagenknecht gesprochen. Und das hatte natürlich einen Grund, denn bundespolitisch schien sie in der Bedeutungslosigkeit verschwunden zu sein, nachdem ihre Partei BSW-Bündnis Sarah Wagenknecht bei der Bundestagswahl 25 an der 5-Prozent-Hürde gescheitert war.
Aber jetzt will sie es sein, die Deutschlands politische Landschaft womöglich für immer verändert. Denn Sarah Wagenknecht schließt es nicht aus, in Sachsen-Anhalt die erste AfD-Landesregierung zu ermöglichen, falls Ulrich Siegmund, der AfD-Spitzenkandidat, die absolute Mehrheit verfehlt. Wie kann es sein, dass eine vermeintlich linke Partei die erste AfD-Regierung möglich machen will? Welche Ziele verfolgt Wagenknecht wirklich? Und was hat es mit dem neuesten Streit zwischen ihr und Björn Höcke auf sich, wo es darum geht, den CDU-Ministerpräsidenten in Thüringen zu stürzen? Darüber spreche ich jetzt mit der Journalistin Andrea Maurer. Sie hat 2024 die ZDF-Doku-Serie Inside Bündnis Wagenknecht gemacht und 2025 die Wagenknecht Biografie Wut und Widerspruch geschrieben. Andrea, schön, dass du wieder da bist.
**Andrea Maurer** (2:10)
Hallo Paul, schön wieder da zu sein.
**Paul Ronzheimer** (2:13)
Andrea, wenn wir auf die Lage jetzt schauen, wir müssen noch einmal erinnern, wie und warum hat eigentlich damals noch mal Wagenknecht die Linkspartei verlassen?
**Andrea Maurer** (2:28)
Oh ja, das war ja ein quälender Prozess.
Man hatte es schon fast wieder verdrängt. Das waren wirklich Jahre des Zerwürfnisses, in denen Sarah Wagenknecht die Linke massiv geschadet hat. Wir erinnern uns an das Buch Die Selbstgerechten, das mitten in den Wahlkampf geplatzt ist. Ihre immer deutlichere Kritik an der linken Parteiführung, ihre Positionierung in der Migrationsfrage schon ab 2015 Dann hat sie die Sammlungsbewegung auch stehen gegründet.
Da ist sehr viel passiert. Und dann eben dieser brutale Abgang am Ende. Da erinnerst du dich bestimmt auch noch mal dran, dass sie ging, aber erst mal noch ihr Mandat behielt und schon klar war, dass sie ihre neue Partei gründet.
Ich glaube, die Linke erinnert sich da nicht gerne dran und ist wahrscheinlich jetzt sehr froh, dass die Sarah Wagenknecht los ist.
**Paul Ronzheimer** (3:19)
Und dann die Gründung BSW auf dem Weg in Richtung Bundestagswahl schien es ja so, als würde man die Fünf-Prozent-Hürde knacken. Zeitweise war man bei sieben, acht Prozent. Da ging es ja viel auch um den Krieg in der Ukraine damals. Wagenknecht war eine der ersten, die immer wieder Verhandlungen gefordert hat mit Russland, die aber auch gesagt hat, man solle die Hilfen einstellen und teilen für die Ukraine.
Welche Wähler sind es eigentlich, die Wagenknecht mit der neuen Partei im Blick hatte und auch noch im Blick hat?
**Andrea Maurer** (3:51)
Also sie hat ja damals eine Repräsentationslücke gesehen. Das hat sie auch so gesagt, eine politische Repräsentationslücke. Sie hat im Grunde genommen gesagt, für eine Position in Deutschland, die sozialpolitisch links ist, aber beispielsweise gesellschaftspolitisch eher konservativ, migrationspolitisch rechts, da gibt es keine Partei. Und sie hat im Grunde genommen sich zu einer Ikone dieser Positionen gemacht und wollte im Grunde Protest und Widerspruch einsammeln, wollte vor allem Anti-Establishment sein und hat ja dann im Zuge dieser Strategie, sich als Anti-Establishment-Partei zu positionieren, sich eben auch als Alternative zur Alternativen präsentiert.
Und da ging die Strategie, gerade was Wähler betraf, in breit gestreut und entsprechend war das Ganze dann ja auch ein relativ großes Sammlungsbecken von enttäuschten Linken bis hin zu Leuten, die noch nicht bereit waren, die AfD zu wählen, sage ich mal, die sie so kurz vorm Absprung noch auch einfangen wollte, jetzt sehr plakativ gesagt. Und das hat am Anfang, wie du auch schon gesagt hast, sehr gut funktioniert. Das war ja am Anfang eine große Erfolgsgeschichte.
**Paul Ronzheimer** (4:58)
Warum, aus deiner Sicht, hat es dann für die fünf Prozent bei den Bundestagswahlen nicht erreicht? Und wie ging es danach weiter?
**Andrea Maurer** (5:09)
Also, dass es nicht gereicht hat, das hatte am Ende wirklich was mit Sarah Wagenknecht zu tun und dem Problem, dass sie immer grundsätzlich in Parteien hat und auch in ihrer eigenen, nämlich es gab sehr schnell zu Streit. Da ist im Grunde genommen Thüringen sozusagen der Urfall. Also Thüringen war es uns ja jetzt auch wieder begegnet. Damals ging es um Koalitionsverhandlungen und Sarah Wagenknecht war ganz und gar nicht dafür, dass es dort eine Koalition zwischen SPD, BSW und CDU unter dem Ministerpräsidenten Mario Fob gibt. Und Katja Wolf, die Landeschefin und Spitzenkandidatin damals, hat sich ihr widersetzt. Also da ist Wagenknecht Widerstand in den eigenen Reihen begegnet. Das Ganze war öffentlich. Das ganze...
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