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Sachsen-Anstalt (mit Christian Fuchs)

Apokalypse & Filterkaffee

September 3, 2026

Die Themen: Penisunfall in Dresden; Tatverdächtige von Leipziger Drohnenattacke sind identifiziert; AfD in Sachsen-Anhalt will Geheimdienst umbauen; Die neue Aggressivität der Rechten; Kaiser Otto der Große wird erneut eingebettet; „Wir sind Helden“ sind nach 21 Jahren zurück in den Charts und 5.
Speakers: Markus Feldenkirchen, Christian Fuchs, Bettina Rust

Topics: Daily News, News, Politics

**Markus Feldenkirchen** (0:00)
Es ist Donnerstag, der 3 September.

**Christian Fuchs** (0:05)
Apokalypse & Filterkaffee.

**SPEAKER_3** (0:08)
Die frisch gebrühten Schlagzeilen des Tages.

**Christian Fuchs** (0:12)
Mit Markus Feldenkirchen.

**Markus Feldenkirchen** (0:16)
Einen wunderschönen guten Morgen. Herzlich willkommen zu Apokalypse & Filterkaffee, dem Nachrichtenmüsli am Donnerstag. Und auch heute gibt es wieder höchst relevante Themen.
Ja, und auch ein paar Schlüpfrige, die nur darauf warten, hier besprochen und seziert zu werden. Und das darf ich heute mit jemandem, einem Mann, der Premiere hat bei Apofika. Er ist Autor im Ressort Investigative Recherche bei der Zeit. Er ist gebürtig in Halle, Saale, Sachsen-Anhalt. Und nicht nur deshalb ein idealer Gast in diesen Zeiten. Ich sage, schönen guten Morgen, Christian Fuchs.

**Christian Fuchs** (0:50)
Guten Morgen, Markus.

**Markus Feldenkirchen** (0:52)
Schön, dass du da bist. Sag, wie ist das für dich? Dass es gerade gefühlt die halbe Welt auf deine Heimat Sachsen-Anhalt schaut.

**Christian Fuchs** (1:01)
Das macht mich natürlich ein bisschen verlegen, weil es nicht die angenehmsten Dinge sind, warum man auf meine Heimat schaut. Ich kann das auch nicht ganz nachvollziehen, ehrlich gesagt, wie das alles so kommen konnte.
Mich würde mehr freuen, wenn man über Martin Luther sprechen würde, als über Ulrich Sigmund.

**Markus Feldenkirchen** (1:19)
Nein, wir reden heute über Themen, in denen du eine gewisse Kompetenz, würde ich jetzt einfach mal behaupten, auch unter Beweis gestellt hast. Denn wir reden am Tag der Sexualkunde. Denn auf den Tag genau heute vor, warte, 126 Jahren, gab es einen preußischen Erlass, mit dem das Schulfach Sexualkunde im Jahr 1900 eingeführt wurde, aufgeklärt wurde damals über die vermeintlichen Gefahren von außerehelichem Sex bis hin zur als gesundheitsschädlich geltenden Selbstbefriedigung.
Ja, jetzt müsstest du was dazu sagen. Du bist ja der Gast.

**Christian Fuchs** (1:57)
Ich bin noch ganz rot. Das siehst du doch. Ich muss kurz meine Hand auf dem Schreibtisch legen.

**Markus Feldenkirchen** (2:02)
Also erstmal, die Gefahren von außerehelichem Sex. Ich glaube, da hat die Wissenschaft mittlerweile einige Erkenntnisse zustande gebracht, dass die zumindest überschaubar sind. Natürlich nicht sollte eine Ehe bestehen für den Frieden der Ehe. Das muss man hier ganz klar sagen. Aber wie sieht es aus? Was weißt du über die gesundheitlichen Folgeschäden von Selbstbefriedigung?

**Christian Fuchs** (2:23)
Das habe ich ehrlich gesagt noch nicht erforscht. Ich habe aber das Gefühl, in meinem Bekanntenkreis, dass die Gefahr nicht allzu groß ist. Die Menschen sind gut, also die Herzfunktion funktioniert.
Ich glaube ganz ehrlich, wir sind mittlerweile in einer Zeit, in der wir uns einig sind, dass das toll ist, dass wir da offen drüber reden können. Und jeder Mann, der sagen würde, befriedigt sich nicht selbst, das ist einfach ein Lügner oder eine Lügnerin. Und ich glaube auch, dass sehr viel Streit in Ehen und auch Übergriffigkeiten außerhalb von Ehen reduziert werden. Seitdem der Sexualkundeunterricht da gefruchtet hat und die Menschen das enttablerisiert haben.

**Markus Feldenkirchen** (3:06)
Sie hörten das Wort zum Donnerstag. Vielen Dank für diese Einordnung.
Du kennst dich, ich hab's gesagt, aus wie kaum ein Zweiter im deutschen Osten. Deshalb haben wir heute extra für dich viele Teams, die den Osten bewegen, zum Beispiel dieses hier.

**Bettina Rust** (3:22)
Die gute Tat des Tages.

**Markus Feldenkirchen** (3:25)
Dresden, Penisunfall. Feuerwehr rückt Patient mit Miniflex zu Leibe. Das weiß T-Online zu berichten. Die Feuerwehr Dresden hat einen 52 Jahre alten Mann aus einer unangenehmen Situation befreit. Bereits am Montagabend hatte er einen Edelstahlring angelegt. Diesen trug er an seinem Penis. Doch es gelang ihm nicht, den Ring wieder abzustreifen. Am Dienstagmittag war die Not so groß, dass er Hilfe herbeirief. Feuerwehr und Rettungsdienste kamen mit insgesamt acht Einsatzkräften. Die Feuerwehr trennte den 1,5 Zentimeter dicken Penisring an zwei Stellen auf. Dazu musste der betroffene Bereich kontinuierlich mit Wasser gekühlt werden, um eine Erwärmung des Mittals zu verhindern. So heißt es zumindest in der offiziellen Mitteilung der Feuerwehr. Über dieses Phänomen kam mir da an den Sinn, hat Johnny Cash ja, glaube ich, mal einen Song geschrieben. Ring of Fire, aber das nur nebenbei. Der Patient sei anschließend untersucht worden. Weitere medizinische Maßnahmen seien nicht erforderlich gewesen. Ja, also das ist ein weit bekanntes Problem. Und das haben nicht nur Männer in Dresden, oder Christian?

**Christian Fuchs** (4:36)
Das tut mir schon weh, wenn du das vorliest alles, muss ich sagen. Da habe ich wirklich so einen Phantomschmerzen gleich mit. Und alles daran ist unangenehm. Also zum einen scheitert jemand wahnsinnig geflext zu haben mit seinem Riesengerät und wurde damit einem Miniflex an seinem Kleingerät wieder befreit. So und dann kommen aber acht Polizisten oder Polizistinnen gar, stehen dann bei dir und Feuerwehrmenschen in deinem Schlafzimmer. Das ist also von einer medizinischen unangenehmen Situation in eine soziale gleich noch rein zu rutschen.
Also das wünsche ich nicht meinem ärgsten Feind.

**Markus Feldenkirchen** (5:09)
Ja, ich bin natürlich völlig neu auf diesem Gebiet, musste mir das jetzt erstmal die Kompetenz anlesen, aber das mache ich natürlich für diesen Bildungspodcast. Und da habe ich halt gelernt, dass diese Ringe in der Regel angelegt werden, um den Blutabfluss zu verringern und dadurch einfach die Reaktion länger stabil zu halten. Angeblich fühlt es sich auch ganz gut an. Ich fand die Kommentierung so die ganz offizielle des Feuerwehrsprechers Michael Klare wunderbar. Er sagte nämlich nicht jede technische Rettung lässt sich mit großem Gerät lösen. Gerade bei solchen Einsatzlagen kommt es darauf an sehr präzise und möglichst schonend zu arbeiten. Und das ist hier offenbar gelungen.

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