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**Dr. Liana Fix** (0:00)
Ich glaube, da ist ein Umdenken in ganz Europa im Gange. Wie kann man Russland Schmerzen zufügen, damit diese hybride Kriegsführung, die ja wirklich auch eskaliert ist in den letzten zwei Monaten, dass diese hybride Kriegsführung nicht einfach nur, dass wir uns nicht einfach nur verteidigen. Weil verteidigen hat natürlich und Resilienz ist ja auch ein Lieblingswort von unserer Gesellschaft.
**Paul Ronzheimer** (0:19)
Ich kann es auch nicht mehr hören.
**Dr. Liana Fix** (0:20)
Das ist natürlich wunderbar, aber du kannst natürlich, du kannst dich nicht 100 zu 100 Prozent verteidigen. Dann steckst du unglaublich viele Ressourcen in der Verteidigung und in Resilienz. Abschreckung muss eben auch über offensive und nicht nur über defensive Maßnahmen passieren. Und ich glaube, das ist der Schritt, den Deutschland und ganz Europa gerade entdeckt, dass es denn noch gehen muss.
**Paul Ronzheimer** (0:43)
Sie werden dafür bezahlen. Das ist ein Satz von Bundeskanzler Friedrich Merz mit Blick auf hybride Angriffe gegen Deutschland. Und dieser Satz hat viele im politischen Berlin überrascht. Es geht immer noch um den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig Halle. Und dieser wurde noch einmal brisanter, denn Ermittler haben eine dritte Drohne gefunden und offenbar hatte diese militärischen Sprengstoff. Der Anschlag könnte also sehr viel größer geplant gewesen sein, als wir bisher wussten. Und während Deutschland diesem hybriden Krieg bereits ausgesetzt ist und nun auf Angriffe, mögliche Angriffe reagieren muss, beginnen die USA unter Präsident Donald Trump eine neue Phase des Iran-Kriegs, den Wirtschaftskrieg. Und die Rede ist von einem ökonomischen D-Day.
Aber die Amerikaner haben ein großes Problem dabei und das heißt China. Darüber möchte ich jetzt sprechen mit Liana Fix. Sie ist Senior Fellow für Europa beim Council on Foreign Relations in Washington und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Russland, europäischer Sicherheit und den transatlantischen Beziehungen und hat ein neues Buch rausgebracht. Rearm Germany. Liana, schön, dass du bei uns bist.
**Dr. Liana Fix** (2:01)
Danke für die Einladung, Paul.
**Paul Ronzheimer** (2:02)
Ja, ich wundere mich überhaupt, dass du das erste Mal erst bei uns bist, bei den Themen, die uns so sehr hier beschäftigen, Liana.
Und wir müssen anfangen noch einmal mit dem Besuch des CIA Direktors Ratcliffe in Moskau. Und das habe ich hier auch im jüngsten Podcast gesagt, natürlich Erinnerungen an den Besuch von Biden, CIA-Chef damals im Kremlin 2021, als er erfolglos versuchte, Russland davon abzuhalten, die Ukraine anzugreifen. Wir nehmen auf, jetzt ist es genau 16 Uhr am Mittwoch. Was wissen wir mittlerweile über diesen Besuch? Wie schätzt du den ein?
**Dr. Liana Fix** (2:41)
Ja, das ist tatsächlich ein mysteriöser Besuch. Trump hat gerade vor wenigen Minuten zum Zeitpunkt der Aufnahme gesagt, dass es ein Semi-Routine-Besuch war. Und das ist natürlich Quatsch. Es gibt keine Routine-Besuche in diesen Zeiten zwischen einem CIA-Direktor, der einmal kurz nach Russland fährt. Was wir wissen, ist, dass er nur wenige Stunden da war. Was wir wissen, ist, dass die Amerikaner gebeten haben, die Ukraine den Luftraum freizuhalten. Das signalisiert, dass er, wie man auf Englisch sagen würde, im Speaking, nicht im Listening-Modus war. Das heißt, er hat eine Botschaft überbracht. Er war nicht da, um zu verhandeln für längere Zeit. Bill Burns war zum Beispiel länger da, als er damals nach Moskau gefahren ist. Deswegen gab es natürlich alle möglichen Theorien, er könnte jetzt nach Moskau gefahren sein, um die russische Eskalation gegenüber der Ukraine, um russische, um tatsächlich US-Geheimdienstberichte, dass Russland Provokation gegen die NATO planen könnte, um ähnlich wie Burns diese Nachricht zu überbringen. Ich halte das für nicht so wahrscheinlich.
Ich glaube, dass wir zu sehr noch in beiden Kategorien denken, wenn wir glauben, dass es der Trump-Administration wichtig genug ist, ihren CIA-Chef nach Moskau zu schicken, um russische Eskalation gegenüber der NATO und in der Ukraine anzusprechen. Ich glaube, das kann auf keinen Fall der einzige Grund gewesen sein. Warum denn?
Weil die Biden-Administration eine Administration war, der die Sicherheit Europas am Herzen lag. Die Trump-Administration, es ist offenbar eine Reise gewesen, die wichtig genug war, dass sie kurzfristig geplant worden ist. Die Trump-Administration schert sich weniger um europäische Sicherheit, um es so offen zu sagen.
**Paul Ronzheimer** (4:25)
Das ist Ratcliffe aber ja jemand, der als sehr Russland-kritisch eher pro Ukraine kommt.
**Dr. Liana Fix** (4:29)
Genau, ich bezweifle jedoch, dass er selber auf eigene Faust die Lage für so dramatisch einschätzt, dass er nach Moskau reist. Ich glaube, dass wenn er nach Moskau reist, dass das etwas sein wird, was er auch tut, um Donald Trump zu zeigen, dass er etwas tut. Und was Donald Trump natürlich zurzeit beschäftigt, ist der Iran-Krieg viel mehr, als es die Ukraine ist. Ich möchte nicht ausschließen, dass auch die Ukraine Teil der Gespräche war oder der sehr kurzen Gespräche. Ich glaube aber nicht, dass das eine Eins-zu-eins-Situation mit Burns ist. Dazu sind auch die Geheimdienstberichte, die veröffentlicht worden sind, auch nicht konkret genug, so wie sie es damals in 2021 waren, dass man wirklich sagen könnte, wir sind in einer ähnlichen Situation, wo unmittelbar eine russische Invasion bevorsteht.
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