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**Peter Neumann** (0:00)
Also wenn man von hybriden Krieg spricht oder hybriden Bedrohung, dann meint man damit nicht den IS oder Rechtsextremisten oder was auch immer, sondern in der Regel, in den allermeisten Fällen, ist dann von Russland die Rede. Also ich glaube schon, er wollte eigentlich Russland sagen, aber man hat ihn vielleicht davon überzeugt, dass das nicht unbedingt weise wäre und deswegen haben wir auch diese zweistündige Verspätung erlebt.
Ich glaube nicht, dass viele Pressekonferenzen zwei Stunden später als geplant starten. Ich glaube, das hat damit zu tun, dass es eine ganz heftige Diskussion gab, vermute ich, über die Frage, wie konkret man sein soll bei der Beschreibung des möglichen Täters bzw. des Verdächtigen.
**Paul Ronzheimer** (0:45)
Es war ein versuchter Anschlag auf einen deutschen Flughafen und der Umgang der Politik damit ist, so muss man sagen, mehr als bemerkenswert. Am Dienstagabend um kurz vor Mitternacht hat ein Mitarbeiter des Flughafens Leipzig-Halle eine tief fliegende Drohne festgestellt und zu Boden gebracht. Und es war laut Medienberichten ein Busfahrer, der eine intern geführte Bustour des Flughafens leitete. Kurz darauf kam heraus, dass die Drohne mit Sprengstoff bestückt war. Und genau das ist es, was aus einer einfachen Drohensichtung, das haben wir ja schon häufiger in Deutschland gesehen und in den vergangenen Jahren einen möglichen, jetzt versuchten Sabotageanschlag macht. Denn der Flughafen Leipzig Halle ist eine wichtige Drehschreibe für Hilfs- und Waffenlieferung in die Ukraine.
Soeben, es ist spät am Abend, ist die Pressekonferenz von Bundesinnenminister Dobrindt zu Ende gegangen. Es ist jetzt 21.48 Uhr.
Und in dieser Pressekonferenz, da fehlte ein Wort, Russland. Warum hat uns das so gewundert? Mein Kollege, Philipp Herthe von Ich, wurden in den Stunden vor der Pressekonferenz, die im Übrigen fast zwei Stunden später als geplant stattfand, darauf hingewiesen, dass Deutschland eine große Ankündigung zu erwarten hatte und dass der Innenminister in Richtung Russland deuten werde, wenn es um die Hintermänner dieser Tat geht. Das ist nun nicht geschehen, zumindest nicht im offensichtlichen Sinne, dass er das Wort oder die Bezeichnung Russland gewählt hätte. Über den versuchten Drohnenanschlag und die Pressekonferenz spreche ich jetzt mit dem Sicherheitsexperten und Podcast Stammgast Peter Neumann. Hallo Peter.
**Peter Neumann** (2:31)
Ich grüße dich Paul.
**Paul Ronzheimer** (2:33)
Peter, nach allem, was jetzt bisher bekannt ist, war das einfach nur Glück, dass dieser Mitarbeiter, der Busfahrer diese Drohne entdeckt hat?
**Peter Neumann** (2:43)
Ja, das scheint so zu sein. Das haben wir heute auch aus verschiedenen Quellen gehört, dass da mit dem Zünder etwas nicht funktioniert hat. Wenn es funktioniert hätte, dann hätten wir eine Explosion gehabt. Und das wäre natürlich auf diesem Flughafen passiert. Möglicherweise hätte das diese Flugzeuge betroffen, die wenige Meter entfernt standen. Das sind Flugzeuge einer ukrainischen Airline, die im Auftrag der NATO Sachen in die Ukraine bringen. Also Schwertransporte machen, militärisches Gerät in die Ukraine verbringen.
Die Gefahr wäre gewesen, dass diese Flugzeuge beschädigt worden wären. Das wäre dann ein Sabotageakt gewesen. Aber die Gefahr hätte natürlich auch bestanden, dass Menschen dabei zu Tode gekommen wären. Das wäre dann mehr als ein Sabotageakt. Das zumindest haben diejenigen, die diesen Anschlag in Auftrag gegeben haben, in Kauf genommen. Und deswegen spreche ich auch von einem Angriff auf Deutschland. Anders kann man das, glaube ich, gar nicht beschreiben.
**Paul Ronzheimer** (3:44)
Wir kommen gleich genau auf das, aber nochmal kurz zurück zu dieser Szene mit dem Busfahrer. Weil das finde ich absolut bemerkenswert. Und man muss sagen, dieser Busfahrer ist am Ende ein Held. Denn wer weiß, was passiert wäre, wenn er das nicht entdeckt hätte. Und er soll dann ja laut Medienberichten unter anderem Welt in Richtung dieser Drohne gegangen sein und die Drohne einfach mit der eigenen Hand irgendwie runtergedrückt haben. Was weiß man darüber?
**Peter Neumann** (4:15)
Ich weiß da persönlich natürlich nichts darüber. Aber ich kann mir das gut vorstellen. Denn es ist ja so, dass wir in der Vergangenheit, speziell seit dem Jahr 2022, sehr viele dieser sogenannten gefährlichen Drohnenüberfüge in Deutschland gesehen haben. Das BKA hat letztes Jahr zum ersten Mal ein Lagebild erstellt, und hat gesagt, im Jahr 2025 wurden tausend dieser gefährlichen Drohnenüberflüge über Deutschland festgestellt. Aber, und das ist der Punkt, alle diese Drohnenüberflüge dienten der Ausspähung. Da war also keine Sprengvorrichtung an diesen Drohnen angebracht. Was wir jetzt zum ersten Mal gesehen haben, ist, dass eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung und einem Zünder bestückt war und offensichtlich dazu diente, nicht nur auszuspähen, sondern etwas zu zerstören. Und dass der Busfahrer das nicht wusste und darauf nicht vorbereitet war, das nehme ich ihm nicht übel. Das war ja die Erwartung, die normale Erwartung war, so eine Drohne ist natürlich gefährlich in dem Sinne, dass sie ausspähen möchte, aber sie ist nicht an sich gefährlich. Das hat sich jetzt geändert und das ist die neue Qualität.
**Paul Ronzheimer** (5:23)
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