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Die Wahl, die alle nervös macht / Revolte gegen Trump

RONZHEIMER.

August 13, 2026

Zwei Machtkämpfe, deren Folgen weit über Sachsen-Anhalt und die USA hinausreichen könnten: Bei der Landtagswahl am 6. September kämpft die AfD um die absolute Mehrheit – und damit um die erste von ihr geführte Landesregierung.
Speakers: Paul Ronzheimer

Topics: Politics, News, Daily News

**Paul Ronzheimer** (0:00)
Weil sie eben auch wahnsinnige Auswirkungen auf ganz Deutschland hat. Also theoretisch der erste AfD-Ministerpräsident und dann die Frage, was bedeutet das für die CDU im Bund, wenn es nicht der erste AfD-Ministerpräsident würde, dann die Debatten um die Koalition und auch das hat immer direkte Auswirkungen auf die CDU im Bund, in Berlin, Konrad-Alener-Haus und möglicherweise das Kanzleramt.
Wir wollen heute über zwei Machtkämpfe sprechen, die ganz unterschiedlicher Natur sind, aber beide sehr entscheidend. Der eine für Deutschland und der andere womöglich für die ganze Welt. Wir waren nämlich gerade in Sachsen-Anhalt unterwegs, wo am 6 September die Landtagswahl stattfindet. Und man kann sagen, dass das ganze Land darauf hinfiebert, denn es geht um die große Frage, wird es die AfD schaffen, die absolute Mehrheit zu bekommen? Zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Landesregierung zu stellen, einen Ministerpräsidenten. Und dann gibt es einen ganz anderen Machtkampf in den Vereinigten Staaten von Amerika und zwar bei der Republikanischen Partei. Es geht um die Frage, wer wird Donald Trump nachfolgen? Und bekommen die Republikaner womöglich einen ganz unerwarteten Herausforderer und zwar den ehemaligen Journalisten, YouTuber, Podcaster, Propagandisten, Aktivisten, wie auch immer, Tucker Carlson. Denn da gibt es gerade sehr brisante Gerüchte und Paul hat natürlich Tucker Carlson vor einigen Monaten schon mal getroffen, kennt ihn also besser als viele andere. Und wir sprechen darüber, wie groß da die Chancen sind und mit welchem Kalkül Tucker Carlson die Republikaner herausfordern könnte. Mein Name ist Philipp Piatov, ich bin Journalist und Kollege von Paul Ronzheimer. Hallo Paul. Hi Philipp. Ich hab's gesagt, wir waren gerade in Sachsen-Anhalt unterwegs für eine größere Doku oder Reportage, die bald rauskommen wird. Wir können noch nicht zu viel verraten, aber es wird auf jeden Fall gut. Aber du warst jetzt eben drei Tage voll in diesem Wahlkampf drin, hast mit sehr vielen Menschen gesprochen, auch mit wichtigen Politikern vor der Kamera, auch hinter der Kamera. Was ist für dich gerade das entscheidende Momentum in diesem Wahlkampf? Worauf achtest du gerade in Sachsen-Anhalt? Also ich hab ja schon einige Landtagswahlen begleitet, auch im Osten, gerade auch in den vergangenen Jahren, wo die AfD schon sehr stark war, unter anderem in Thüringen. Aber ich habe noch nie einen Landtagswahlkampf erlebt, wo es, so zumindest mein Eindruck, eigentlich gar nicht ums Land geht. Es mag sein, dass es Leute gibt, die über diese Landesthemen wirklich diskutieren, aber wir haben mit Dutzenden Menschen gesprochen, teilweise Zufallsbegegnungen auf der Straße, aber eben auch mit Politikern, mit Experten im Hintergrund vor der Kamera. Und da wurde klar, dass gerade in Sachsen-Anhalt, in diesen Tagen, in diesen Wochen, vor allem auf Berlin geschaut wird. Auf der einen Seite, weil man sehr frustriert ist, wie das Ganze gelaufen ist. Und auf der anderen Seite, auch das ist spannend, dass dieser Spin der AfD, wir fangen hier etwas an, um Deutschland zu verändern, offenbar für Mobilisierung im eigenen Lager sorgt, was man ja auch an den Umfragen sehen kann. Du hast gesagt, man möchte Deutschland verändern. Vor allem natürlich gilt das für die AfD. Aber wie sehen das die anderen Parteien, vor allem die CDU? Also kann man sagen, dass die AfD fast schon einen Bundestagswahlkampf führt und die CDU aber versucht, das möglichst ins Bundesland zurückzuziehen? Und wie funktioniert das? Mein Eindruck ist, dass die CDU gerade in den letzten zwei Wochen geradezu überrollt worden ist von den Umfragen, die sich dort entwickelt haben. Wenn man sich das anschaut, vor vier Wochen zum Beispiel, da kann man Zahlen sehen, wo AfD und CDU noch sehr viel näher beieinander sind, also so rund zehn Prozentpunkte. Mittlerweile reden wir über 20 Prozentpunkte. Wenn man dort mit den Beteiligten spricht, dann zeigen sie vor allem auf Berlin und auf die Debatten, die wir hier geführt haben. Interessanterweise auch sehr auf die Leihmutterdebatte, die, wie ich finde, in der Öffentlichkeit gefühlt in Berlin schon seit ein, zwei Wochen keine Rolle mehr spielt. Aber der Eindruck mancher dort in Sachsen-Anhalt ist, dass von diesem Moment an und dann mit dem Rücktritt von Jens Spahn die AfD noch einmal richtig Rückenwind bekommen habe im Land, also in Sachsen-Anhalt selbst. Und dann die Gesamtlage rund um Friedrich Merz, die Enttäuschung. Auch das ist sehr interessant, wenn man dort mit CDU-Politikern spricht, dann verweisen sie darauf, dass gerade die CDU, aber auch viele Menschen in Sachsen-Anhalt, große Fans von Friedrich Merz waren in der Zeit, als er angetreten ist um den CDU-Vorsitz. Also 2018, 2019 das erste Mal, dann das zweite Mal. Und sie sehr hinter ihm standen. Da gibt es auch Bilder aus den Veranstaltungshallen. Also Friedrich Merz hatte dort eine große Fan-Basis und die ist komplett gekippt. Also wenn man sich dort auch mit CDU-Vertretern unterhält oder denjenigen, die dort Wahlkampf machen, die sind wirklich bitter, enttäuscht, fast verzweifelt. Einerseits die bekannten Themen, die wir auch immer wieder im Podcast besprechen. Ja, also Verschuldung, mangelnde Reformen, dann aber wieder auch die Nicht-Wahrnehmung der ostdeutschen Interessen, dann die Debatte um die Rente, wobei man da sagen muss, da hat der Spitzenkandidat Sven Schulze lange Zeit erst mal nichts zugesagt und mitgemacht. Also das gehört zur Wahrheit auch dazu. Aber diese Riesenenttäuschung in Richtung März, das ist das, was man da so hören kann. Es gibt dann wenig Selbstkritik. Also klar, sie sehen natürlich, dass Sigmund dort einen absoluten Lauf hat. Der Spitzenkandidat. Der AfD-Spitzenkandidat? Genau, der AfD-Spitzenkandidat. Rhetorisch, im Auftritt mit der Power einer Oppositionspartei, die, wie du richtig sagst, ja eher Bundestagswahlkampf macht. Es gibt ein paar Ausnahmen. Wenn man über Bildung dort spricht, dann ist das etwas, was die AfD besetzt und sagt, wir müssen aufhören mit vermeintlicher frühkindlicher Sexualisierung. Dann wird über, es muss wieder normal werden, also so Schlagwörter, so im Sinne von, ja, wir müssen in Kindergärten und Schulen da uns neu aufstellen und normal werden. Das sind so die Claims der AfD.

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