Topics: News
**Philip Moser** (0:04)
Immer wieder fällt der US-Präsident Donald Trump damit auf, dass er sich Diktatoren anbiedert, obwohl sie eigentlich nicht mit ihm verbündet sind und seinen demokratischen Verbündeten vor den Kopf stößt. Sein jüngstes Opfer, Südkorea. Heute unser erstes Thema im Update von Was jetzt? Dem Nachrichtenpodcast derzeit am Montag, den 17 August. Außerdem entspannt sich die Lage bei den Waldbränden in NRW und an der belgischen Grenze. Das und mehr gleich mit mir, Philipp Moser. Schön, dass Sie dabei sind. Redaktionsschluss war 16 Uhr.
**SPEAKER_2** (0:37)
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**Philip Moser** (1:01)
In Südkorea haben heute gemeinsame Militärübungen mit den USA begonnen. Die USA sind ja mit Südkorea seit jeher verbündet. Solche Übungen gibt es regelmäßig. Die sollen auf einen möglichen Angriff Nordkoreas vorbereiten und Nordkorea abschrecken. Wer da aber scheinbar gar nicht so ein Fan ist, ist der US-Präsident selbst. Donald Trump hat kurz vor Beginn in den sozialen Medien angekündigt, in Zukunft solche gemeinsamen Manöver deutlich zu reduzieren. Die seien zu teuer und würden ein feinzähliges Signal an Nordkorea senden, mit dessen Diktator Kim Jong-un, er, Donald Trump, sich ja prächtig verstehe.
Ein US-Präsident, der sich Sorgen um feinzählige Signale an Nordkorea macht, das hatten wir auch noch nicht so oft. Sprechen wir also drüber mit Xifan Yang aus der Außenpolitik. Hi.
**Xifan Yang** (1:47)
Hallo, Philipp.
**Philip Moser** (1:48)
In diesem Post, da äußert sich Trump nicht nur zu diesen Militärübungen. Er beschwert sich auch so quasi ganz nebenbei, dass Südkorea ihn ja nicht beim Iran unterstützen wolle. War das also so eine Art Rache?
**Xifan Yang** (2:01)
Ich glaube, man muss da zwei Dinge trennen. Das eine ist die typische narzisstische Kränkung, die Trump dann irgendwie mitten in der Nacht einfällt und die er dann in die Welt rausblasen muss. Und das hat ja vor Südkorea auch schon andere europäische Staaten getroffen. Das ist aber nicht der Grund oder eigentlich auch nicht der Auslöser, würde ich sagen, sondern die zweite strategische Ebene. Also es kommt nicht völlig aus dem Nichts ist, dass Anfang des Jahres in der nationalen Verteidigungsstrategie der USA schon schwarz auf weiß steht.
Die USA werden Südkorea weiter Unterstützung leisten, aber im begrenzterem Umfang. Und Südkorea habe in Zukunft die primäre Verantwortung für seine eigenen Absteckungen gegenüber Nordkorea. Also das passt schon in diese ganze große Trumpsche Linie von kümmert euch mal selbst, ihr Freeloader, wir zahlen nicht mehr für euch.
**Philip Moser** (2:52)
Eigentlich ist die Rollenverteilung ja so. China ist für die USA der größte Rivale. Nordkorea ist eine nukleare Bedrohung. Und Südkorea, eine der wichtigsten Verbündeten.
Du hast zwar schon gesagt, es gibt so eine Änderung in der offiziellen US-Strategie. Aber dass Trump jetzt so offen Kim Jong Un anbandelt, das kann eigentlich nicht dazu passen, oder?
**Xifan Yang** (3:14)
Nee, also eigentlich überhaupt nicht. Aber wenn wir sehen, wie Trump sich gegenüber Xi, Putin verhält, also dass er eben Alleinherrscher und Diktatoren schon offenbar mehr Bewunderung und Respekt gegenüberbringt, als jetzt gewählten demokratischen Staatsoberhäuptern, dann passt das so ein bisschen so in seine Bodypolitik und dieses Ankumpeln mit Autokraten.
Ich glaube, das Ziel von Trump ist schon lange nicht mehr eine Denuklearisierung Nordkoreas. Ich glaube, das ist ihm irgendwo egal, sage ich jetzt mal. Aber so wie er auch schon den Friedensnobelpreis für sich beansprucht hat, sieht er sich halt derjenige, der so unlösbare Konflikte löst. Ich glaube, darum geht es im Endeffekt, um Fernsehbilder zu zeigen, so ich kann da ein Papier in die Kamera halten, egal was da drin steht.
**Philip Moser** (4:09)
Wenn wir noch ein bisschen rauszoomen auf die größere Region, da sind ja einige Partnerländer der USA in Asien, Taiwan, Philippinen, Südkorea. Was bedeutet diese vielleicht auch etwas widersprüchliche Außenpolitik für die US-Partner?
**Xifan Yang** (4:24)
Das bestätigt noch mal die Verunsicherung in Seoul, in Taipei, aber auch in Manila, dass auf die traditionelle Schutzmacht USA kein Verlass mehr ist, so wie das wir das hier in Europa oder in Ukraine auch zu spüren bekommen. Und das heißt, dass alle drei Länder sich jetzt ja auch sehr schnell anders aufstellen. Also in Seoul ist es so, dass Südkorea massiv auch in die eigenen Verteidigungsausgaben investiert, wie es Trump ja im Grunde auch fordert. Taiwan ist wahrscheinlich am verletzlichsten, weil Taiwan keinen souveränen Status hat.
Der Jury zumindest. In den Philippinen sehen wir das, was wir auch bei vielen anderen südostasiatischen Staaten sehen, nämlich dass man versucht, seine ganzen Sicherheitsrisiken vermehrt zu diversifizieren. Also sozusagen Hedging ist so dieses Thema der Stunde, dass man sich in alle verschiedene Richtungen versucht, abzusichern und dann vielleicht eher mit kleineren mittleren Ländern kooperiert, wenn die Großen so unzuverlässig bzw. ja feindselig geworden sind.
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