Topics: News
**Hannah Grünewald** (0:03)
Jedem Sonntag wohnt ein Zauber inne. Vielleicht auch diesem. Ich wünsche es ihnen jedenfalls und damit guten Morgen an diesem 9 August. Hier ist Was jetzt? Der Nachrichten-Podcast der Zeit. Heute mit mir, Hannah Grünewald. Wir sprechen heute über diese Fragen. Was wird aus den mehr als 1000 Kindern und Jugendlichen, die ohne ihre Eltern in Ceuta zurückgeblieben sind? Und welche Folgen hat es für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, wenn immer mehr Geld ins Militär fließt und gleichzeitig am Sozialstaat gespart wird? Darüber sprechen wir gleich. Jetzt kommen hier aber zunächst die Nachrichten.
**Matthias Peer** (0:39)
Ich bin Matthias Peer. Guten Morgen. Sowohl der Iran als auch die USA haben in den vergangenen Tagen in Aussicht gestellt, dass der normale Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz schon bald wieder starten kann. Jetzt knüpft das die Regierung in Teheran aber an neue, sehr weitreichende Bedingungen. Die USA dürften den Iran nie wieder bedrohen und müssten den Krieg endgültig beenden, verlangt der nationale Sicherheitsrat. Außerdem sollen die Amerikaner die Blockade iranischer Häfen aufheben, Sanktionen streichen und für Kriegsschäden zahlen. Von den USA gibt es dazu noch keine Reaktion. Vizepräsident JD Vans hat zuvor noch von Fortschritten in den Verhandlungen mit dem Iran gesprochen.
In Deutschland macht der neue Bundesverkehrsminister Druck auf die Deutsche Bahn. Steffen Bilger will die Boni der Bahnvorstände an die Ziele koppeln, die der Bund vorgibt. Wer sie verfehlt, soll weniger Geld bekommen. Kunden und Steuerzahler hätten einen Anspruch darauf, dass der Erfolg gemessen werde, sagt Bilger der Bild am Sonntag. Dass die Bahn eine Pünktlichkeit von 100 Prozent erreicht, ist laut ihm aber nicht absehbar. Für den Fernverkehr lautet das Ziel, dass im Jahr 2029 70 Prozent der Züge pünktlich fahren werden.
Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 5 Uhr.
**SPEAKER_3** (1:58)
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**Hannah Grünewald** (2:26)
Für viele war es der Versuch, Europa zu erreichen. Und für über 100 Menschen endete dieser Versuch mit dem Tod.
Ende Juli haben wohl mehr als 70 Menschen von Marokko aus die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta überquert. Sie sind geschwommen und geklettert. Und die meisten sind kurz darauf in ihre Heimat zurückgekehrt. Nach Angaben der spanischen Behörden aber sind immer noch bis zu 6 Migrantinnen und Migranten in Ceuta, darunter mindestens 1.2 Kinder und Jugendliche.
Was aus ihnen wird, darüber kann ich jetzt mit Julia Macher sprechen. Sie berichtet für die Zeit aus Spanien. Hallo Julia. Hallo. Julia, wie können wir uns die Lage gerade auf Ceuta vorstellen?
**Julia Macher** (3:06)
Also am Strand von Trampolin, der sich wirklich in so eine Art Lager verwandelt. Da sind hunderte Jugendliche, die sich Hütten oder so einen Sonnenunterstand bauen, aus Strandschirmen, aus Kleidern, aus allem, was sie finden. Die Stadt hat ein paar Duschen und Toiletten installiert, aber das reicht natürlich nicht aus. Es gibt tausende Leute in der Stadt ohne Dach über dem Kopf, ohne Grundversorgung, obwohl die Zentralregierung schnelle Hilfe versprochen hat. 25 Millionen Euro sollen nach Ceuta kommen. Es wurden zwei Schulen jetzt als Aufwangenlager quasi umgewandelt. Aber das reicht nicht. Viele Bürger seien verunsichert und ja, die Lage sei unhaltbar, heißt es aus Ceuta.
**Hannah Grünewald** (3:46)
Lass uns noch mal auf die ganz Verletzlichen schauen, auf die Kinder und Jugendlichen. Warum sind immer noch so viele dort?
**Julia Macher** (3:52)
Also Kinder und Jugendliche, also minderjährige Migranten, die ohne Begleitung reisen, so heißt es in diesem Amtsspanisch. Die stehen laut Kinderrechtskonvention unter besonderem Schutz und die dürfen eben nicht einfach zurückgewiesen werden, sondern nur, wenn im Herkunftsland geeignete Bedingungen für sie bestehen, also eine geeignete Betreuung, besteht diese nicht, dann muss sich Spanien um sie kümmern. Und um das festzustellen, braucht man Zeit oder reicht es jetzt zum Beispiel nicht, wenn eine Mutter auf der anderen Seite der Grenze steht und sagt, ach da drüben ist mein Sohn, kommt zu mir zurück, gibt ihn mir zurück, das geht nicht. Die Kinder und Jugendlichen, die müssen alle polizeilich registriert werden, mit Name, Alter, Familie muss festgestellt werden und dann wird jeder Fall geprüft.
**Hannah Grünewald** (4:34)
Das heißt, wie soll es ganz konkret mit diesen Kindern und Jugendlichen jetzt weitergehen?
**Julia Macher** (4:38)
Die müssen untergebracht werden, also sie müssen so schnell wie möglich angemessen betreut werden und angemessen betreut heißt in einer Betreuungseinrichtung. Und es gibt für diese Kinder- und Jugendliche-Betreuungsplätze in Spanien so ungefähr 18 im ganzen Land. Das sind zum Teil Heime, die geführt werden von NGOs wie Caritas oder anderen Fürsorgeeinrichtungen. Es gibt auch Plätze in Gastfamilien. In Ceuta gibt es auch ein Aufnahmezentrum für Jugendliche mit 29 Plätzen. Und diese 29 Plätze, das ist natürlich, ja, hört sich völlig absurd an, diese Zahl angesichts dieser tausenden oder hunderten Jugendliche da sind. Diese 29 Plätze, die waren schon mehrfach überbelegt mit den Kindern und Jugendlichen, die vor dem massiven Grenzübertritt nach Spanien kamen. Also müssen diese Kinder und Jugendlichen jetzt aufs spanische Festland und da untergebracht werden.
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