Topics: News
**Fabian Scheler** (0:06)
Ja, hallo, sag ich mal hallo und herzlich willkommen in einer neuen Woche mit mir, mit Fabian Scheler. Sie sind gelandet bei Was jetzt? Dem Nachrichten Podcast der Zeit und es ist Montag, der 10 August 2026 Und ich sage Ihnen da direkt mal schonungslos, wie es ist.
Schön wieder hier zu sein. Ich freue mich. Geht es Ihnen da genauso? Na ja, warten Sie mal die nächsten Minuten ab. Ich spreche darin über neue Erkenntnisse, die die Zeit zum Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen gewonnen hat. Man sollte jetzt eigentlich lieber schon Drohnenangriff sagen. Dazu gleich mehr. Außerdem neue Tiefststände auf dem Rhein. Und es wird heiß, es wird warm. Also reden wir über kühle Getränke. Wir reden über eine der ältesten noch erhaltenen Bierflaschen der Welt. Das alles jetzt hier. Der Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 16 Uhr.
Das war keine Warnung. Das war ein Angriff. Zu diesem Ergebnis kommt meine Kollegin Anne Hähnig, die zum Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen recherchiert. Ihre neuen Erkenntnisse belegen, die Drohne, die vergangene Woche in der Nähe einer ukrainischen Maschine gefunden wurde, sollte eigentlich Schaden anrichten. Sie sollte nämlich explodieren. Es war offenbar nur Zufall, dass das nicht passiert ist. Und wie Anne darauf kommt und was das jetzt bedeutet, darüber spreche ich jetzt mit ihr. Hallo, Anne.
**Anne Hähnig** (1:26)
Hallo, grüß dich.
**Fabian Scheler** (1:27)
Anne, du schreibst, Leipzig sei nur knapp der Katastrophe entgangen. Woher weißt du das?
**Anne Hähnig** (1:32)
Das ist der Stand der Ermittlungen. Und das Problem der Ermittler war zunächst herauszufinden, wie diese Drohne eigentlich auf den Flughafen gelangt ist und was genau sie dort machte, bis zu dem Moment, in dem man sie fand. Das war etwa um Mitternacht oder kurz vor Mitternacht, als ein Busfahrer sie fand. Und das weiß man jetzt besser, weil es Videomaterial gibt. Es gibt einfach Überwachungskameras. Auf dem Flughafengelände liegt ja auch nahe. Und die wurden ausgewertet. Und da ist zu sehen, dass dieses ukrainische Frachtflugzeug da parkt. Und dass es gegen halb acht am Dienstagabend, also schon sehr viel früher als die Drohne gefunden wurde, dass gegen halb acht ein Objekt auf eine der Tragflächen fällt und dann von dort wieder abprallt. Man geht davon aus, dass dieses Objekt die Drohne ist, die offenbar nur durch Glück nicht explodiert ist. Der Sprengsatz löste sich ab und so bleibt sich wirklich sehr knapp einer wahrscheinlich sehr großen Explosion entgangen.
**Fabian Scheler** (2:28)
Genau. Was war also offenbar das Ziel dieser Drohne, dieser Drohnenpiloten?
**Anne Hähnig** (2:31)
Man muss wissen, dass in den Tragflächen die Treibstofftanks sind und offenbar wollte man alles tun, um möglichst zu gewährleisten, dass dieses Flugzeug explodiert.
**Fabian Scheler** (2:41)
Bislang wurde zum Beispiel vom deutschen Innenminister Alexander Dobrindt eher so, naja, wie soll ich sagen, schiffriert über diese mutmaßlichen Auftraggeber gesprochen. Dobrindt sprach von einem hybriden Anschlagsszenario von fremden Mächten und in der Politikersprache ist damit in der Regel für alle klar, damit ist Russland gemeint. Jetzt sagst du, die Drohne war ein Angriff und keine Warnung, so wie man bisher dachte. Und auch CNN berichtet, dass US-Geheimdienste von Russland als Urheber dieser Aktion ausgehen. Gibt es jetzt klarere Aussagen von deutschen Politikern?
**Anne Hähnig** (3:15)
Dobrindt ist ja auch dafür kritisiert worden, dass er das Wort Russland nicht in den Mund nimmt. Und ich glaube, da gibt es zwei Dinge zu bedenken. Zum einen will das Innenministerium eigentlich schon eine Botschaft an Russland senden, nämlich bis hierhin und nicht weiter. Das würde man gerne. Zum anderen spricht man aber nicht nur in Richtung Russland, sondern auch in Richtung deutscher Öffentlichkeit. Und wenn man der deutschen Öffentlichkeit mitteilt, dass man von einer russischen Urheberschaft ausgeht, dann wird diese Öffentlichkeit inklusive uns Journalisten natürlich fragen, was sind eigentlich eure Hinweise, eure Belege, eure Indizien?
Und bislang hat man da noch nicht genug.
**Fabian Scheler** (3:51)
Das heißt, die große Frage, die dahintersteht, nämlich ist das jetzt ein Angriff auf dem Gebiet eines NATO-Staates, für die ist es noch zu früh, um sie tatsächlich zu beantworten, richtig?
**Anne Hähnig** (4:02)
Wir gehen bislang davon aus, dass es ein hybrider Angriff ist, dessen Urheberschaft noch unklar ist. Die Ermittler hatten es für sehr wahrscheinlich, dass staatliche Akteure involviert sind wegen der Professionalität der Drohne, ihrer Bauteile, aber auch wegen des Sprengstoffs. Aber sie haben bislang keine Beweise.
**Fabian Scheler** (4:21)
Der ganze Text ist in den Show Notes verlinkt. Anne, dir vielen Dank.
**Anne Hähnig** (4:25)
Danke dir.
**Fabian Scheler** (4:25)
Und nach unserem Gespräch wurde bekannt, dass nun die Ermittler DNA an der Drohne gefunden haben, die bereits einmal in Litauen registriert wurde. Einer Person zugeordnet werden konnte die DNA aber noch nicht.
Das ukrainische Militär hat heute einen seiner verheerendsten Drohnenangriffe seit Kriegsbeginn geflogen. Ziel der Attacke war eine der großen Ölraffinerien Russlands. In Nischnekamsk in der Provinz Tatastan sollen ukrainische Drohnen mindestens 13 Menschen getötet und mehr als 75 weitere Personen verletzt haben. Russische Behörden teilten mit, dass sowohl zivile als auch industrielle Ziele getroffen wurden. Unabhängig prüfen, lassen sich diese Angaben aber nicht. Die Raffinerie liegt tief, tief, tief im Land des inneren Russlands, etwa 1000 Kilometer östlich von Moskau. Und schon Anfang Juni hatte die Ukraine diese Raffinerie, die als eine der modernsten Russlands gilt, angegriffen.
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