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VW: Ist Europas größter Autobauer noch zu retten?

Was jetzt?

August 25, 2026

Heute muss sich der Volkswagen-Vorstand auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg vor der Belegschaft zu den angekündigten Sparplänen äußern. Neben 50.000 Stellenstreichungen, die bereits mit dem Betriebsrat abgestimmt sind, droht bis zum Jahr 2030 der Abbau von 50.000 weiteren Stellen weltweit.
Speakers: Azadê Peşmen, Christina Felschen, Zacharias Zacharakis, Claudia Valentin, Ferdinand Otto

Topics: News

**Azadê Peşmen** (0:08)
So klingt ein Dieselmotor. Und zwar nicht irgendeiner, sondern ein Dieselmotor von VW. Rund 11 Jahre ist es her, dass ich mich mit der Funktionsweise auseinandersetzen musste.
Wegen des Dieselskandals. Damals rutschte das Unternehmen in die Krise. Und auch heute steckt es wieder in einer. Wie VW da rauskommen will, erfahren sie hier. An zu beackernden Baustellen mangelt es auch der Bundesregierung nicht. Heute startet die Kabinettsklausur in Brandenburg, wo SPD und Union in den Herbst starten.
Sie hören Was jetzt? Den Nachrichten Podcast Derzeit. Es ist Dienstag, der 25 August. Ich bin Azadê Peşmen und gebe ab an die Nachrichten.

**Christina Felschen** (0:51)
Mit Christina Felschen, guten Morgen. Nach der Eskalation im Handelsstreit mit den USA will Kanada heute offenbar Vergeltungszölle ankündigen, das sagte ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AP.
Kanadas Premier Mark Carney hat gestern gesagt, dass gezielte Gegenmaßnahmen vorbereitet werden. US-Präsident Donald Trump hatte den Streit gestern weiter angeheizt, indem er 50 Prozent Zölle auch auf Autos, Autoteile und Stahl ankündigte. Am Wochenende hatte er so hohe Zölle schon auf Alkohol, Milchprodukte und Hockeyschläge in Kraft gesetzt.
Für Kanada waren die USA bisher der wichtigste Handelspartner, unter Trump haben sich die Beziehungen aber enorm verschlechtert. Gestern forderte Trump, die kanadische Regierung auf sich unterzuordnen. Andernfalls müsse Kanada mit weitaus schlimmeren Konsequenzen rechnen, schrieb er. Der US-Präsident hat schon mehrmals damit gedroht, sich das Nachbarland einzuverleiben.
Annalena Baerbock wird offenbar Professorin an der Columbia University in New York. Das berichten die Nachrichtenagentur DPA und das Portal Table Briefings. Sie berufen sich auf Insider. Demnach wird die frühere deutsche Außenministerin ab Herbst in einem Masterprogramm unterrichten und das Programm auch leiten. In ihren Vorlesungen soll es um Fragen der politischen Führung gehen. Aktuell ist sie Präsidentin der UN-Generalversammlung in New York, das Amt endet aber im September.
Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 5 Uhr.

**Azadê Peşmen** (2:20)
Wohin soll ihr Geld fließen, wenn sie Strom bezahlen? Zu aktionären oder in die Energiewende? Bei Green Planet Energy, Deutschlands größter Energiegenossenschaft, fließt ihr Geld in eigene Windparks und Solaranlagen. Sie erhalten Ökostrom aus 100 Prozent Sonne, Wind und Wasser. Nach strengen Greenpeace-Kriterien.
Entscheiden Sie selbst. Werden Sie jetzt Teil der Energiewende. Alle Infos auf greenplanetenergy.de Made in Germany, ein Image so stabil wie Teflon. Tja, das war mal. Jedenfalls, wenn man sich die Automobilbranche anschaut. Genauer gesagt VW. Bis 2030 könnten 50 Stellen weltweit gestrichen werden. Das kommt quasi nochmal obendrauf zu den bereits vereinbarten 50 Stellen, die bei VW, Audi und anderen Konzernmarken wegfallen.
Hinter diesem Sparkurs steckt Konzernchef Oliver Blume und der darf sich mit den anderen Vorstandsmitgliedern den Fragen der Belegschaft stellen. In den nächsten Tagen finden neun außerordentliche Betriebsversammlungen statt. Die erste heute in Wolfsburg.
Zacharias Zacharakis ist Wirtschaftsredakteur bei der Zeit und übernimmt jetzt die Mediation. Hallo Zacharias.

**Zacharias Zacharakis** (3:35)
Nicht ganz Mediation, aber ich guck's mir genau an. Hallo Azadê.

**Azadê Peşmen** (3:40)
Warum gibt es jetzt diese Betriebsversammlungen? Warum sind die nötig?

**Zacharias Zacharakis** (3:44)
Der Betriebsrat von Volkswagen hat sie initiiert, weil gerade sehr viel Unsicherheit in dem Unternehmen und unter den Beschäftigten herrscht über diese Sparpläne, die du gerade erwähnt hast. Es geht eben darum, dass Volkswagen im Moment einen ziemlichen Kostennachteil hat gegenüber seinen Wettbewerbern und Volkswagen verdient zwar Geld, aber aus Sicht des Managements eben nicht genug, um die Transformationen, die der Konzern und die ganze deutsche Autoindustrie momentan stecken, um diese Transformation hinzubekommen.
Um es mal einmal kurz mit einer Zahl zu illustrieren. Der Vorstandsvorsitzende, Oliver Blume, hat gesagt, die operative Rendite liegt im Moment bei 3,8 Prozent. Das ist quasi der Gewinn, der übrig bleibt im Verhältnis zum Umsatz. Und das sagt er, sagt Blume, reicht nicht, um zu investieren in Elektroautos, Batterien, Software und so weiter, was jetzt eben alles notwendig ist.

**Azadê Peşmen** (4:37)
Du hast jetzt schon das Stichwort Transformation genannt. VW-Chef Oliver Blume plant ein Transformationspaket für VW.
Gehen seine Pläne über die Stellenstreichungen hinaus? Wie will Blume den Konzern retten?

**Zacharias Zacharakis** (4:51)
Das geht deutlich über den Stellenabbau hinaus. Das ist natürlich ein zentraler Teil dieses Umbaus. Aber Oliver Blume versucht, Volkswagen wirklich strukturell zu verändern und zwar nicht nur billiger zu machen, sondern auch einfacher und schneller. Man muss wissen, Volkswagen ist ja ein enorm komplexer Konzern. Und dieser Konzern hat eine Vielzahl von Marken, von Modellen, von Plattformen, technischen Lösungen. Und der Plan sieht vor, unter anderem das Modellangebot zu vereinfachen, die Zahl der Plattformen. Es geht auch darum, das Produktionsnetz stärker an die Nachfrage auszurichten. Und das heißt letzten Endes, also auch Fabriken zu schließen oder anderswo welche zu stärken oder neu aufzubauen. Weil dort produziert werden soll, wo die Autos letztlich auch verkauft werden.

**Azadê Peşmen** (5:40)
Wie würdest du sagen, ließe sich VW wirklich retten?

**Zacharias Zacharakis** (5:43)
Eine Rettung kann nicht einfach heißen, noch ein Sparprogramm und noch weniger Stellen. Das hat dann irgendwann auch ein Ende. Volkswagen muss vor allem wieder Produkte entwickeln, mit denen es gegen chinesische und aber auch amerikanische Hersteller wie Tesla bestehen kann. Und zwar muss das ziemlich schnell geschehen. Und ein Teil dieser Lösung ist sicher, die Kostensstruktur zu verbessern. Man wird ja gearbeitet. Volkswagen hat auch nach eigenen Angaben schon große Einsparungen vorgenommen. Will bis 2030 jährlich mehr als 6 Milliarden Euro an Einsparungen erzielen. Aber Volkswagen muss technologisch wieder vorne mitspielen. Also bei Elektroautos vor allen Dingen und eben auch bei der Entwicklung von Batterien und Produktion von Batterien, bei Software und möglicherweise auch bei neuen Mobilitätskonzepten. Also da spielt autonomes Fahren eine riesige Rolle.

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