Volkswagen: Wende in Wolfsburg artwork

Volkswagen: Wende in Wolfsburg

Was jetzt?

September 4, 2026

»Ein starkes Signal für die Zukunft des Volkswagenkonzerns«, sagt Unternehmenschef Oliver Blume; Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sieht in der Einigung ein »zukunftsfähiges Konzept«: Überraschend hat sich der Aufsichtsrat von Europas größtem Autohersteller am späten Abend auf ein...
Speakers: Elise Landschek, Lisa Pausch, Max Hägler, Ulrich Ladurner

Topics: News

**Elise Landschek** (0:05)
Je später der Abend, desto überraschender sind manchmal die Nachrichten. Entgegen vieler Erwartungen hat der VW-Konzern schon gestern eine Einigung mit dem Aufsichtsrat erzielt. Darüber sprechen wir gleich hier bei Was jetzt am 4 September. Das ist ein Freitag.
Und wie hat es Giorgia Meloni geschafft, vier Jahre zumindest offiziell skandalfrei durch die Regierungszeit zu kommen? Das ist die nächste große Frage heute. Und am Mikrofon hören Sie mich, Elise Landschek. Wir hören uns wieder nach den Kurznachrichten.

**Lisa Pausch** (0:36)
Ich bin Lisa Pausch. Guten Morgen.
Es gibt erneut Hinweise auf einen Sabotageversuch an einem Umspannwerk. In Dormagen zwischen Düsseldorf und Köln hat ein Spaziergänger am Abend einen verdächtigen Gegenstand gefunden. In der Nacht teilte die Polizei mit, dass es sich scheinbar um eine ähnliche Vorrichtung handelt, wie bei dem Fall vom Dienstag. An dem Umspannwerk im 20 Kilometer entfernten Bergheim waren sechs Abschussvorrichtungen gefunden worden. Wie dort hat nun offenbar auch in Dormagen jemand versucht, einen Kurzschluss herbeizuführen, hieß es. In der Nacht ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Polizei prüft nun, ob es echt ist. Der Verfasser will demnach mit der Aktion gegen die fossile Energieindustrie vorgehen.
In Israel hat der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben-Ghvir seinen Plan vorgestellt für eine Umsiedlung von PalästinenserInnen aus dem Gaza-Streifen. Demnach sollen in wenigen Jahren rund zwei Millionen Menschen das Gebiet verlassen. Konkret steht in der Broschüre, dass im ersten Jahr eine Viertelmillion Menschen ausreisen sollen und in weiteren sechs Jahren die übrigen. Sie könnten demnach in die Türkei gehen, in die Demokratische Republik Kongo, nach Äthiopien und in arabische Staaten. Auch Israels Verteidigungsminister Israel Katz sagte gestern, das Land sei zu Umsiedlungen bereit, wenn die USA denn ihre Zustimmung geben. Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf hat Israel Anfang des Jahres schon vorgeworfen, die Menschen in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten systematisch zu vertreiben. Redaktionsschluss für diesen Podcast ist 5 Uhr.

**SPEAKER_3** (2:20)
Wie politisch müssen Kulturveranstaltungen heute sein? Diskutiere mit bei der Konferenz des Tune-Netzwerks am 2 Oktober beim Beethovenfest in Bonn. Mit Impulsen von Bürgerrechtlerin Maria Kalesnikawa und spannenden Panels und Workshops. Eintritt frei. Anmeldung unter beethovenfest.de. Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes.

**Elise Landschek** (2:43)
Eigentlich sollte es erst heute zum Showdown kommen. Jetzt hat der Aufsichtsrat schon gestern am späteren Abendplänen des Vorstands zugestimmt. Und zwar einstimmig. Heißt also, auch der Betriebsrat und Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaften und das Land Niedersachsen waren für die teils umstrittenen Rettungspläne von VW.
Zehntausende Arbeitsplätze werden nun nicht zu retten sein. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns und auch dessen Zukunft gesichert werden. Das hat das Unternehmen mitgeteilt. Und ich spreche jetzt darüber mit unserem Wirtschafts- und VW-Experten Max Hägler. Hallo, Max.

**Max Hägler** (3:18)
Hallo, Elise. Grüße dich.

**Elise Landschek** (3:19)
Worauf haben sich die verschiedenen Parteien denn jetzt geeinigt?

**Max Hägler** (3:22)
Sie haben sich letztlich auf das geeinigt, was in den vergangenen Tagen immer schon debattiert wurde. Da stand ja die Zahl 50 Jobs im Raum. Da stand die Schließung von vier Werken im Raum.
Die 50 Stellen, so ungefähr wird es kommen in den kommenden Jahren tatsächlich. Und bei den vier Werken hat man sich auf einen, sagen wir mal einen Stufenplan geeinigt, dass man jetzt erst einmal schaut, bis zum kommenden Jahr, bis Ende kommenden Jahres, ob es vielleicht doch Möglichkeiten gibt, den Betrieb dort wirtschaftlich vorzuführen, dass man dort weiter Autos bauen kann.
Da wird man jetzt intensiv prüfen. Und ansonsten ist die Abmachung, dass sich Volkswagen umschaut, ob es vielleicht Ersatzbelegungen geben könnte, ob in den Fabriken etwas anderes gebaut werden könnte, außer Autos.

**Elise Landschek** (4:09)
Es gab ja vorher einen Machtkampf zwischen Vorstand und dem Betriebsrat und den Gewerkschaften. Die hatten die Rettungspläne kritisch gesehen. Sind die jetzt eingeknickt?

**Max Hägler** (4:20)
Es gab einen großen Machtkampf.
Ich würde sagen, nicht, dass sie eingeknickt sind, weil es allen Beteiligten, auch dem Land und den Arbeitnehmervertretern, klar war, dass die Lage sehr ernst ist. Volkswagen hat seit 2019 20 Prozent Absatz verloren. Die Wirtschaftskrise ist da wirklich sehr, sehr deutlich zu spüren. Da muss man etwas tun. Und würde ich sagen, die Vernunft hat gesiegt. Und das Land und auch die Arbeitnehmervertreter haben sogar insofern gewonnen. Aber sie den Machtkampf an einer Stelle gewonnen haben. Sie können ihre ganz besonderen Arbeitnehmerrechte oder ganz besonderen Mitspracherechte behalten. Das war sehr, sehr umstritten in den vergangenen Tagen.

**Elise Landschek** (5:00)
Wie kamen sie plötzlich zu der Einigung?

**Max Hägler** (5:03)
Ja, das kann ich jetzt auch nur schwer sagen, weil die Menschen, mit denen ich noch gesprochen habe, die waren recht müde und haben letztlich gesagt, die Vernunft hat gesiegt. Und so würde ich sie eben auch lesen. Also die Vernunft insofern, als dass man erkannt hat, man muss wirklich sparen und man muss schnell sparen, weil es einfach so ernst ist und die Konkurrenz, wir wissen, China immer schneller, immer stärker ankommt und auf der zweiten Ebene die Vernunft, dass sich der Vorstand und Teile des Aufsichtsrates nicht darauf eingeschossen haben, dass sie unbedingt die Mitsprache streichen wollen, was ja eben wie gesagt großer Diskussionspunkt war.

7 more minutes of transcript below

Thousands of transcripts fetched by people building searchable podcast archives

Feed this to your agent

Try it now — copy, paste, done:

curl -H "x-api-key: pt_demo" \
  https://spoken.md/transcripts/1000651996090

Works with Claude, ChatGPT, Cursor, and any agent that makes HTTP calls.

From $0.10 per transcript. No subscription. Credits never expire. Prices exclude VAT, added at checkout for EU customers. Not what you expected? Email us within 14 days with 20 or fewer credits used and we refund the pack in full.

Using your own key:

curl -H "x-api-key: YOUR_KEY" \
  https://spoken.md/transcripts/YOUR_EPISODE_ID