Sprengstoffdrohne in Leipzig: Nur knapp an der Katastrophe vorbei (Update) artwork

Sprengstoffdrohne in Leipzig: Nur knapp an der Katastrophe vorbei (Update)

Was jetzt?

August 6, 2026

Nach dem Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle läuft die Debatte über den Schutz deutscher Flughäfen vor Angriffen aus der Luft. Entdeckt wurde die Drohne in der Nacht zum Mittwoch von einem Flughafenmitarbeiter.
Speakers: Imre Balzer, Anne Hähnig, Nina Monecke

Topics: News

**Imre Balzer** (0:04)
Warum braucht es einen zufällig anwesenden Flughafenmitarbeiter, um eine Drohne zu stoppen und so eine mögliche Katastrophe zu verhindern? Außerdem blicken wir auf die letzte Juniwoche zurück. Das RKI hat Zahlen zu den Hitzetoten veröffentlicht. Das und noch einiges mehr heute im Update von Was jetzt? dem Nachrichtenpodcast der Zeit am Donnerstag, den 6 August.

**SPEAKER_2** (0:24)
Ich bin Imre Balzer, Redaktionsschluss für die Neue Impulse, starke Persönlichkeiten, echtes Networking. Das ist das Impact Lab 2026 Am 23 September kommen in Frankfurt am Main Fach- und Führungskräfte aus Wissenschaft, Forschung, öffentlichem Dienst und Gesellschaft zusammen. Erleben Sie spannende Themen, inspirierende SpeakerInnen und neue Perspektiven für Ihre berufliche Zukunft. Jetzt Ticket sichern auf academics.de/impactlab.

**Imre Balzer** (0:54)
Diese Folge war 16 Uhr.
Diese Schicht wird der Mitarbeiter am Leipziger Flughafen wohl nie vergessen. Er war in einem Bus unterwegs, mit dem Touristen normalerweise über den Flughafen gefahren werden, als er in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs eine kleine Drohne entdeckt hat. Geistesgegenwärtig hat er die Drohne dann festgehalten und damit Schlimmeres verhindert, denn die Drohne war nach Angaben der Bundespolizei mit Sprengstoff beladen. Es hätte also zu einer Katastrophe kommen können, mit womöglich gravierenden Folgen. Denn laut Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung war das ukrainische Frachtflugzeug neben dem die Sprengstoffdrohne gefunden wurde mit militärischer Munition beladen. Jetzt läuft die Debatte über mögliche Folgen. Ist Deutschland gut genug vorbereitet gegen solche Bedrohungen aus der Luft? Die Debatte einordnen kann mir jetzt Anne Hähnig, Ressortleiterin Politik, hier bei der Zeit. Hallo Anne.

**Anne Hähnig** (1:46)
Hallo, grüß dich.

**Imre Balzer** (1:47)
Drohnen an deutschen Flughäfen kennen wir ja, aber Drohnen mit Sprengstoff, das ist doch was Neues. Ist das eine Zäsur, was da diese Woche in Leipzig passiert ist?

**Anne Hähnig** (1:55)
Es ist in jedem Fall etwas nie Dagewesenes. Wir wissen inzwischen, dass manchmal Drohnen auf Flughäfen unterwegs sind. Diese Meldungen haben wir schon immer mal gehört und gelesen. Das dürfen sie nicht. Was es noch nie gab, ist, dass diese Drohnen bewaffnet sind, dass da Sprengstoff dran ist. Das ist neu und das wird auch von allen sehr ernst genommen, nicht nur von den Ermittlern vor Ort, sondern bundesweit von allen Innenministerien wird das als neue Qualität wahrgenommen. Nur so lässt sich übrigens auch die Reaktion des Flughafenmitarbeites nicht erklären. Das ist ja keiner dessen Job es war, den Luftraum zu überwachen oder gegebenenfalls Drohnen zu finden, sondern der hat die gesehen und gedacht, die darf hier nicht sein, die halte ich mal fest. Wenn er nur ansatzweise sich hätte vorstellen können, dass da Sprengstoff dran ist, dann hätte er das wahrscheinlich nicht gemacht.

**Imre Balzer** (2:44)
Absolut. Wie kann es denn sein, dass die Sicherheit hier von einer einzelnen Person abhängt, die nicht mal dafür zuständig war? Warum sind wir da nicht besser vorbereitet?

**Anne Hähnig** (2:53)
Wir haben Drohnenexperten genau das gefragt. Und sie gefragt, waren sie eigentlich auch überrascht? Weil wir waren es alle und der sagte Nein.
Das ist schwer, diese kleinen Drohnen zu entdecken mit dem bisherigen Gerät, weil natürlich es Radargeräte auf Flughäfen gibt. Aber die sind dafür da, um Flugzeuge, also großes, metallisches Gerät zu entdecken. Die sind nicht dafür geeignet, Drohnen zu entdecken. Es gibt dafür High-End-Radargeräte, die können das. Und offensichtlich sind diese Radargeräte am DHL-Drehkreuz in Leipzig auch im Einsatz. Auf diesem Teil des Flughafens allerdings nicht. Dort ist es die Polizei nur gelegentlich. Die ist manchmal da, um eine Drohnenüberwachung zu machen. Aber nicht immer.

**Imre Balzer** (3:37)
Weiß man denn eigentlich irgendwas darüber, wie diese Drohne denn dann aufs Flughafengelände gekommen ist?

**Anne Hähnig** (3:42)
Naja, die fliegen relativ tief. Das ist schon mal ein Teil des Problems. Das war auch eine kleine Drohne mit vier Rotoren. Die sind auch nicht immer aus Metall, sodass Radargeräte sie gut erkennen können, sondern sie sind teilweise aus Plastik. Man darf die sicher nicht als riesen Geräte vorstellen. Ein Mensch hat das festhalten können. Und auch diese Sprengvorrichtung war relativ klein. Ich hörte, dass es ungefähr die Größe einer Konservendose hatte.
Dann ist das ein riesiges Areal. Und es ist offensichtlich der Drohne gelungen, einfach auf diesen Flughafen zu fliegen.

**Imre Balzer** (4:13)
Innenminister Dobrindt hat von einem hybriden Anschlagsszenario gesprochen, ohne Russland als Angreifer beim Namen zu nennen. Anders als viele Sicherheitsexperten, die das deutlicher benennen. Warum bleibt denn Dobrindt zu vage?

**Anne Hähnig** (4:26)
Da müssen wir spekulieren. Er hat ja extra seinen Urlaub unterbrochen, ist nach Leipzig gereist, sehr schnell auch. Die Pressekonferenz, das war interessant. Die hat gestern deutlich später angefangen, als es geplant war. Nicht, weil er irgendwie Anreiseschwierigkeiten hatte, sondern weil offensichtlich im Hintergrund diskutiert worden ist, was man jetzt sagt, ob man das Wort Russland in den Mund nimmt oder nicht.
Das eine ist das, was man für plausibel hält. Und das ist schon, dass es ein von Russland organisierter Angriffsversuch gewesen sein könnte, auch weil der Schränkstoff, der da befestigt war, nicht mal so eben zu beschaffen ist. Und das andere ist das, was man beweisen kann, jenseits der Plausibilität. Und da gibt es zur Stunde noch nichts Handfestes.

5 more minutes of transcript below

Thousands of transcripts fetched by people building searchable podcast archives

Feed this to your agent

Try it now — copy, paste, done:

curl -H "x-api-key: pt_demo" \
  https://spoken.md/transcripts/1000651996090

Works with Claude, ChatGPT, Cursor, and any agent that makes HTTP calls.

From $0.10 per transcript. No subscription. Credits never expire. Prices exclude VAT, added at checkout for EU customers. Not what you expected? Email us within 14 days with 20 or fewer credits used and we refund the pack in full.

Using your own key:

curl -H "x-api-key: YOUR_KEY" \
  https://spoken.md/transcripts/YOUR_EPISODE_ID