**Philipp Glöckler** (0:00)
Willkommen zum Doppelgänger Podcast Folge 579 am 15 Juli 2026 Ich bin Philipp Kloeckler und teile von ihrer zweimal die Woche mit dem Tech Analysten Philipp Kloeckner und wir fangen mit einer großen Geschichte an. Als wir aufgehört haben aufzunehmen, kam es glaube ich schon so raus, Freitagnachmittag, Apple verklagt OpenAI.
Was ist da los?
**Philipp Klöckner** (0:29)
Ja, es soll um den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen gehen. Der OpenAI mutmaßlich vorgeworfen wird, dass wir natürlich am Ende Gerichte zu entscheiden haben.
Dazu muss man verstehen, dass OpenAI in der Vergangenheit circa 400 Apple Angestellte aus der Hardware-Beteiligung geheiert hat. Also einerseits hat OpenAI mit Johnny Ive, dem ehemaligen Apple-Designer, so eine Art Joint-Venture gebaut bzw. dessen Company gekauft, für 6,5 Milliarden US-Dollar. Und dann, man könnte vermuten, hat Johnny Ive ihm vielleicht auch ein bisschen geholfen zu sagen, wer sind denn die schlausten Leute bei Apple, die wir jetzt heiern sollten, um die Geräte dann auch zu bauen. Also es geht natürlich um die Entwicklung von Variables eigenen Geräten bei OpenAI. Vermeintlich daraufhin hat man 400 Leute geheiert von Apple.
Und in den USA gibt es relativ harte Regeln, dass du nicht dein Wissen vom vorherigen Arbeitgeber mitbringst. Also du kannst natürlich generelles Wissen mitbringen, so dafür wird man ja auch geheiert. Aber alles, was im weitesten Sinne ein Geschäftsgeheimnis sein würde, wie baut man besonders effizient ein Telefon oder sowas, wenn das wirklich proprietäre Technologie ist, Patente, Intellectual Property, dann darf man das mit dem neuen Arbeitgeber nicht teilen. Da sind die Reglementierungen noch mal strenger als in Deutschland, würde ich sagen. OpenAI soll dem aber nicht nur nicht im Wege gestanden haben, mutmaßlich wie gesagt, sondern Mitarbeiter fast so ein bisschen motiviert haben, das zu tun. Also es wird davon gesprochen, dass unter anderem, also angefangen hat es mit Tang Tan, der hat vorher bei Apple gearbeitet, das war so einer, der leitet die Hardware-Abteilung bei OpenAI.
Und der soll Leute motiviert haben. Es gibt Fälle, wo jemand den alten Apple Laptop mitgebracht hat und weiter genutzt hat zum Beispiel und seinen Zugang offensichtlich damit verlängert hat. Dann gibt es wohl E-Mails oder Konversation im weitesten Sinne, wo Tang Leuten gesagt haben soll, also die er von Apple, seinem ehemaligen Arbeitgeber, geheiert hat, dass sie echte Teile, in Klammern Batterien oder Schaltkreise, mitbringen sollen und so ein bisschen zum zeigen und diskutieren. Also sie wurden mehr oder weniger mutmaßlich motiviert, Geheimnisse zu teilen, mitzubringen, zu entwenden. Ich würde davon ausgehen, dass das nicht nur ein Fall wäre, dann würde man sich mehr gegen die Person richten vielleicht, sondern es scheint ein gewisses System darin zu gewesen zu sein. Sagt zumindest oder behauptet zumindest Apple.
Die sagen, die Kultur bei OpenAI ist, Zitat, Rotten to the Core, also verdorben bis ins Innerste der Organisation. Ich würde sagen, das ist auch, ich will nicht sagen unprecedented, das passiert in einzelnen Fällen immer mal wieder, gerade in kompetitiven Industrien, dass der eine dem anderen die Leute wegheiert, um so ein bisschen den Vorsprung auszugleichen, dass man da mal erhofft, dass da ein bisschen Technologie und Know-how mit drüber wandert, passiert sicherlich auch, aber das hier scheint von der Systematik her schon eben auch, weil es mit Johnny Ive anfängt, dann Tang Tang und am Ende 400 weiteren Mitarbeitern, wirkt es natürlich deutlich systematischer und Apple ist glaube ich auch nicht dafür bekannt, irgend so eine haltlosen Claims zu machen. Also ich könnte mir schon vorstellen, dass da viel dran ist und dass Apple damit auch durchkommen will. Was Apple erreichen möchte, ist einerseits Ausgleich des finanziellen Schadens. Das könnte schnell in die Milliarden gehen, in dem Fall glaube ich, einfach weil der vermeintliche Schaden bei Apple durch den vermeintlichen Vorsprung in der Technologie relativ groß sein könnte. Insbesondere wenn OpenAI wie geplant 2026 oder Anfang 2027 schon das eigene Produkt rausbringen sollte.
Gleichzeitig möchten sie natürlich das Verhalten unterbinden oder ich vermute auch so ein bisschen die Entwicklung eigener Geräte verzögern. Damit uns Zeit gewinnen gegen OpenAI. Nicht in dem Sinne, wie Elon Musk seine Klage gestaltet hat. Also ich möchte eigentlich nur harmful Interference machen, dass ich versuche, den Stein in den Weg zu legen, ob ich gewinnen kann oder nicht. Ich glaube, Apple hat hier schon eine große Wahrscheinlichkeit, das zu gewinnen. Aber gleichzeitig wäre es natürlich ein netter Nebeneffekt, die Entwicklung bei OpenAI so ein bisschen einzufrieren und zu behindern, weil sie ja eben natürlich im gleichen Markt sind für Variables. Am Ende, man kann es ganz gut nachlesen bei New York Times, bei Axios gibt es eine gute Zusammenfassung. Da kann man sich noch mal schauen, was genau vorgeworfen ist. Grundsätzlich geht es aber um Geschäftsgeheimnisse. Und dass, während Apple quasi so eine Reglementierung und NDA hat für Leute, die rausgehen, die kriegen noch mal eine Schwiegenheitsklausel, eine Checkliste, was sie alles nicht machen dürfen. Und OpenAI scheint mehr oder weniger die Anleitung dafür geschrieben haben, wie man dagegen verstoßen soll. So ungefähr, das sind zumindest die Vorwürfe, die kursieren.
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