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**Jannis Carmesin** (0:05)
Also, ich glaube, als Motivationsredner, der Tatkraft und Zuversicht ausstrahlen will, würde ich Friedrich Merz jetzt nicht gerade buchen. Starten wir mit Zuversicht und Tatkraft. Der wirkte schon etwas abgekämpft heute Morgen, der Bundeskanzler vor Start der Kabinettsklausur in Brandenburg. Im Nachmittagsupdate von Was jetzt? ziehen wir gleich Bilanz nach Tag 1 dieses Regierungsklassentreffens.
Außerdem Wut in Wolfsburg und einige Neuigkeiten zum mutmaßlichen Anschlagsversuch am Leipziger Flughafen. Ich bin Jannis Carmesin, es ist Dienstag, der 25 August und Redaktionsschluss war um 16 Uhr.
**SPEAKER_2** (0:43)
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**Jannis Carmesin** (1:07)
Alle Infos auf greenplanetenergy.de Beim letzten großen Treffen der Bundesregierung, Ostern in der Berliner Villa Borsig, gab es ordentlich Krach. Zwischen Union und SPD über Tankrabatt und Rentenreform und zwischen Friedrich Merz und Lars Klingbeil soll es sogar richtig laut geworden sein.
Heute und morgen jetzt ein neuer Anlauf in neuer Location, Schloss Neuhardenberg in Brandenburg. Und da treibt sich auch mein Kollege Fabian Reinbold rum. Hi Fabian.
**Fabian Reinbold** (1:37)
Ja, hallo Jannis.
**Jannis Carmesin** (1:39)
Fabian, hast du dieses Mal auch schon wieder Gebrüll von allen Seiten vernommen?
**Fabian Reinbold** (1:42)
Nein, kein Gebrüll vernommen.
Wir sind auch nebenan, aber ich glaube auch nicht, dass hier mit Gebrüll zu rechnen ist. Das ist hier einerseits, muss man sagen, ist das hier ein Teambuilding-Treffen der Bundesregierung vor einem schwierigen Herbst. Und andererseits so eine Gelegenheit, noch mal grundsätzlich über große Themen zu sprechen. Und hier sind jetzt keine konkreten Beschlüsse zu erwarten, sondern das ist eher so eine Feel-good-Veranstaltung.
**Jannis Carmesin** (2:11)
Friedrich Merz hat die Veranstaltung heute mit einem Statement eröffnet. Ich antizipiere jetzt einfach schon mal, was er ganz bestimmt gesagt hat. Du sagst, check, wenn es stimmt. Erstens, Deutschland ist wettbewerbsfähig?
**Fabian Reinbold** (2:23)
Muss wieder wettbewerbsfähig werden. Ja, check.
**Jannis Carmesin** (2:26)
Lass ich zählen. Wir wollen Aufschwung erreichen.
**Fabian Reinbold** (2:30)
Wollen Aufschwung ermöglichen, hat er, glaube ich, gesagt. Aber ja, check.
**Jannis Carmesin** (2:33)
Und wir müssen diese Reform jetzt endlich umsetzen.
**Fabian Reinbold** (2:36)
Tempo will er, check.
Also er hat quasi das gesagt, was von Merz jetzt auch zu erwarten gewesen wäre. Er hat die Aufgaben aufgezählt.
Er hat auch noch mal klar gemacht, dabei gibt es große Einflüsse von außen, die es uns nicht leichter machen, aber auf die wir auch Antworten finden müssen. Also China, Iran, hybride Angriffe und auch Dürre, Hitze, Klima. Das hat er hier anders als in den letzten Wochen wirklich sehr betont.
**Jannis Carmesin** (3:02)
Heute Vormittag saß neben den Regierungsmitgliedern auch der Siemens-Chef mit am Tisch. Warum denn ausgerechnet der?
**Fabian Reinbold** (3:10)
Ja, der war ein Impulsgeber für die große KI-Diskussion, die hier geführt wurde und die unter der Frage steht, können wir bei KI eigentlich irgendwo noch aufholen als Deutschland, als Europa?
Und Siemens ist ja so ein Traditionsunternehmen, das sich total neu erfindet. Auch als ein Unternehmen im Kontext industrielle KI. Also da sind wir bei dem Thema, wie kannst du KI einsetzen, um industrielle Fertigung, um Maschinenbau noch vorne zu bringen? Wir reden hier nicht über Chet-GPT oder Claude. Da ist der Zug für Deutschland und Europa abgefahren. Aber dieses Feld industrielle KI, das wurde hier definiert als eine Möglichkeit, wo man noch eine Chance hat. Dafür hat der Siemens-Chef sehr stark geworben, haben wir gehört. Aber man muss auch sagen, dafür bräuchte es massive Investitionen, so wie das die USA gemacht haben, so wie das China gemacht haben. Das ist wirklich die Frage, ob Deutschland, ob Europa dazu die nötigen Mittel aufbringen kann.
Aber es geht hier um eine ganz wichtige Frage, denn es geht auch um die Souveränität, nämlich darum, dass sich unsere Industrie in Zukunft nicht allein auf amerikanische und chinesische KI verlassen muss.
**Jannis Carmesin** (4:18)
Danke, Fabian.
**Fabian Reinbold** (4:19)
Sehr gerne, Jannis.
**Jannis Carmesin** (4:22)
Ja, die Industrie ist unter Druck. Das zeigt sich auch beim nächsten Thema und am vielleicht deutschesten aller deutschen Konzerne, nämlich Volkswagen. Wir haben heute früh schon darüber berichtet, Konzernchef Oliver Blume will VW massiv umbauen. Es sind bis zu 50 Stellen in Gefahr. Vier Werke in Deutschland könnten schließen und das zusätzlich zu den massiven Sparmaßnahmen, die schon Ende 2024 beschlossen worden sind.
Bei der Betriebsversammlung am Hauptstandort Wolfsburg musste Blume jetzt heute seine Pläne gegenüber den Beschäftigten verteidigen. Und mein Kollege Zacharias Zacharakis durfte zwar nicht rein, aber, Zacharias, es ist bis hin was nach draußen gedrungen, ne?
**Zacharias Zacharakis** (5:01)
Genau, also eine Betriebsversammlung ist ja in der Regel nicht presseöffentlich. Das heißt, man kann nicht einfach als Reporter da rein spazieren, sondern wir haben ein bisschen Informationen bekommen von verschiedenen Teilnehmern dieser Versammlung. Und die Pressestelle hat dann später auch die Rede von Herrn Blume rausgegeben. Es war so, dass er dort empfangen wurde von ja mehr als 10 Beschäftigten mit Protestlackaten, mit, Berufe sollen auch gefallen sein, aber nicht so extrem wie schon in der Vergangenheit. Fragen waren aber nicht erlaubt. Das heißt, es gab keine Diskussion oder so.
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