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Menschen fliehen vor Waldbrand in der Eifel

Was jetzt?

August 14, 2026

Wegen eines Waldbrands in der Eifel mussten rund 1.800 Menschen ihre Häuser verlassen. Am frühen Morgen gegen 4 Uhr hat die Gemeinde Hürtgenwald beschlossen, den Ortsteil Gey zu evakuieren.
Speakers: Azadê Peşmen, Maximilian Mann, Maxim Kireev

Topics: News

**Azadê Peşmen** (0:05)
Trockenheit, Temperaturen von bis zu 38 Grad, Winde und Munition im Boden, noch aus dem Zweiten Weltkrieg. All diese Faktoren erschweren die Löscharbeiten in der Gemeinde Hürtgenwald in NRW. Dort ist ein Waldbrand ausgebrochen und wie die Lage heute aussieht, das besprechen wir in diesem Update von Was jetzt? dem Nachrichten-Podcast der Zeit. Außerdem geht es nach Lettland. Dort wurde eine Drohne von Nato-Kampfjets abgeschossen. All das mit mir, Azadê Peşmen, am Freitag, dem 14 August. Redaktionsschluss für diesen Podcast war 16 Uhr.
In kürzester Zeit die wichtigsten Habseligkeiten zusammenpacken. Nicht wissen, ob man danach noch die eigenen vier Wände betreten kann, beziehungsweise wann. So erging es den 1800 Menschen des Ortsteils Gey in der Gemeinde Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen.
Nahe Düren in der Eifel ist Donnerstagnachmittag ein Waldbrand ausgebrochen. Mittlerweile fällt in der Region Asche vom Himmel. Die Stadt Düren hat die AnwohnerInnen dazu aufgerufen, sich in geschlossene Räume zu begeben.
Mein Kollege Maximilian Mann ist vor Ort in Düren und kann mir seine Eindrücke schildern. Hallo Maximilian.

**Maximilian Mann** (1:17)
Hallo.

**Azadê Peşmen** (1:17)
Beschreib doch einmal die Lage. Wo genau bist du und wie sieht es da aus?

**Maximilian Mann** (1:22)
Also aktuell befinde ich mich in einem Industriegebiet in Düren und bin hier vor einer Förderschule, wo eben eine Anlaufstelle für Betroffene ist. Aber am frühen Mittag war ich heute in diesem Ortsteil Gey.
Ja, und die Lage dort war wirklich gespenstisch, kann man sagen. Also seit der Nacht ist eben dieser Ort vorsorglicher evakuiert worden. Und auch jetzt gerade laufen noch die Löscharbeiten weiter. Die Feuerwehr kämpft um jeden Meter, kann man sagen. Und man hat eben in diesem Ortsteil Gey am Himmel sehr, sehr viele Hubschrauber gesehen, die praktisch im Minutentakt über den Ort geflogen sind. Unter anderem auch von der Bundeswehr, von der Bundespolizei. Ja, und insgesamt war die Lage doch sehr unübersichtlich und bleibt weiterhin dynamisch. Also in diesem Ortsteil Gey war es menschenleer eben. Und überall lag dieser starke Rauchgeruch in der Luft. Ja, und die Sonne war kaum zu sehen durch diesen Rauch.
Fast alle Fensterläden waren geschlossen. Also das Ganze wirkte schon gespenstisch ruhig, aber in irgendeiner Weise auch. Man hörte eben nur das Summen der Hubschrauber.

**Azadê Peşmen** (2:17)
Du hast auch mit den Menschen sprechen können, die ihre Häuser verlassen mussten. Wie geht es ihnen?

**Maximilian Mann** (2:22)
Die Menschen haben natürlich Angst. Ich konnte gerade vor wenigen Minuten mit einem Anwohner sprechen. Er heißt Leo Braun und ist im Anwohner aus Gey, der seit 27 Jahren dort wohnt.
Ja, er erzählte mir, dass er heute Morgen, heute Nacht um vier Uhr über diese Nina-Warn-App gewarnt worden ist. Und er hat mir dann eben beschrieben, ja, wie unheimlich die Situation für ihn war und dass er eben auch Angst hatte. Und er hat in dieser Nacht diese orange-rote Wolke gesehen. Also der Schein dieses Feuers. Wie die meisten konnte er eben nur ein paar Kleidungen schnell mitnehmen, wichtige Dokumente, Papiere und seinen Hund. Das war eben das Wichtigste gewesen. Und man merkt, die Menschen warten im Grunde eigentlich nur ab, gerade in der Hitze und warten auf Neuigkeiten.

**Azadê Peşmen** (3:01)
Wird ihnen dabei auch irgendeine Prognose gegeben, wann sie wieder zurückkehren können?

**Maximilian Mann** (3:06)
Also ich glaube, soweit ich das weiß, gibt es aktuell keine Prognose, wie der Leo Braun erzählt hat, hat er sich auf jeden Fall darauf eingestellt, dass er auch eine Nacht, vielleicht sogar bis Sonntag auch, nicht zurückkehren kann.

**Azadê Peşmen** (3:16)
Danke dir, Maximilian.

**Maximilian Mann** (3:18)
Gerne.

**Azadê Peşmen** (3:21)
Auch an einem anderen Ort wurden BewohnerInnen dazu aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen.
Aber der Grund war kein Waldbrand, sondern Luftalarm. Und zwar in Lettland. Dort ist eine Drohne in den Luftraum eingedrungen. Sie war unbemannt und Nato-Kampfjets haben sie abgeschossen. Auch Finnland hat vorübergehend den Luftraum gesperrt. Beide Länder grenzen teilweise an Russland. Das Drohnen in den europäischen Luftraum eindringen, ist längst kein Einzelfall mehr. Woher diese Drohne kam, das erklärt mein Kollege Maxim Kireev aus dem Politikressort der Zeit.

**Maxim Kireev** (3:53)
Also woher diese Drohne kam, ist noch nicht bestätigt, aber die sletitische Militär hat gesagt, dass sie offenbar in Folge elektromagnetischer Störmaßnahmen der Russen in den lettischen Luftraum eingedrungen ist. Und das legt aus meiner Sicht nahe, dass es sich um eine ukrainische Drohne handelt. Dazu passt auch, dass es am Morgen einen größeren ukrainischen Angriff auf einen Ölhafen der Russen an der Ostsee gegeben hat.
Zu solchen Drohnenüberflügen ins Baltikum kam es früher schon bei ähnlichen Angriffen. Also das liegt daran, dass die Russen versuchen, diese Drohnen eben durch elektromagnetische Störmaßnahmen umzulenken. Und das gelingt ihnen offenbar. In dem Baltikum gibt es aber auch den Verdacht, dass die Russen das halt eben auch mit Absicht machen, dass diese Drohnen dann ins Baltikum fliegen und dass sich diese Länder dann bei der Ukraine zerstreiten könnten. Soweit ist es aber bisher noch nie gekommen.

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