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Mekka-Pakt: Das neue Verteidigungsbündnis im Nahen Osten

Was jetzt?

August 11, 2026

Die Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien haben nach zweieinhalbjährigen Verhandlungen ein neues Militärbündnis geschlossen. Wenn in Zukunft eines der drei Länder angegriffen wird, soll das als Angriff auf alle drei gelten.
Speakers: Erica Zingher, Sophia Boddenberg, Omid Rezaee, Kaja Klapsa

Topics: News

**Erica Zingher** (0:05)
Die Regierungschefs von Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan haben vor wenigen Tagen ein Verteidigungsabkommen unterzeichnet. Damit ziehen sie Grenzen an einem Ort, der für Muslime weltweit für Grenzenlosigkeit steht. Mekka. Darum geht's gleich bei Was jetzt? Außerdem, um einen Medizinstudienplatz zu bekommen, haben sich junge Menschen verpflichtet, später als Landarzt oder Landärztin zu arbeiten. Ist das juristisch sauber?
Ich bin Erica Zingher. Guten Morgen an diesen Dienstag, dem 11 August. Nach den neuesten Nachrichten hören wir uns gleich wieder.

**Sophia Boddenberg** (0:37)
Ich bin Sophia Boddenberg. Guten Morgen.
Ein schweres Erdbeben hat den Nordwesten von Kolumbien erschüttert. Mindestens 111 Menschen wurden dabei getötet und 87 verletzt. Der kolumbianische Präsident Abelardo de la Espriea rief den Notstand aus. Die Erschütterungen waren in mehreren Provinzen, in der Hauptstadt Bogotá und bis nach Venezuela, Ecuador und Panama zu spüren. Das Beben hatte eine Stärke von 7,4 und eine Tiefe von mindestens 96 Kilometern. Dem kolumbianischen Innenministerium zufolge wurden mehr als 1500 Wohnhäuser beschädigt. Etwa 60 Gebäude stürzten vollständig ein. Die Zahl der Toten wird vermutlich weiter steigen. Mehrere Staaten boten Kolumbien Unterstützung an, darunter Mexiko, Brasilien, die USA und die Europäische Union.
Nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig-Halle fordert der CDU-Politiker Mark Henrichmann mehr Befugnisse für die Nachrichtendienste. Der Vorsitzende des Parlamentarischen Geheimdienstkontrollgremiums spricht sich unter anderem für eine längere Speicherdauer für bestimmte Daten und erweiterte Möglichkeiten zum Auslesen von Mobiltelefonen aus. Das sagte er der Rheinischen Post. Der grünen Sicherheitspolitiker Konstantin von Notz nannte die geplante Reform der deutschen Nachrichtendienste überfällig. Er fordert eine Stärkung der parlamentarischen Kontrolle, wie er der Rheinischen Post sagte. KritikerInnen befürchten, dass die Nachrichtendienste tief in die Grundrechte eingreifen könnten. Das Bundeskabinett will sich morgen mit einer Reform der Gesetze über den Bundesnachrichtendienst und den Verfassungsschutz befassen.
Redaktionslos für diesen Podcast ist 5 Uhr.

**Erica Zingher** (2:27)
Mekka. Für Muslime auf der ganzen Welt ist das ein besonderer Ort. Die Stadt gilt als einer der wichtigsten heiligen Orte. Der Prophet Muhammad wurde dort geboren und mindestens einmal im Leben sollen Muslime nach Mekka pilgern. Nun ist Mekka aber auch Namensgeber eines neuen Militärbündnisses. Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan haben einen Verteidigungspakt geschlossen, den Mekka-Pakt. Wenn in Zukunft eines der drei Länder angegriffen wird, soll das als Angriff auf alle drei gelten. Ein Bündnisfall, wie man ihn von der NATO kennt. Experten sehen den Verteidigungsbund auch als Reaktion auf den Iran-Krieg, der in der Region tobt.
Politisch und militärisch ist über diesen Pakt bisher noch gar nicht so viel bekannt, umso interessanter ist seine symbolische Bedeutung. Mein Kollege Omid Rezaee hat sich damit beschäftigt. Hi, Omid.

**Omid Rezaee** (3:16)
Hallo, Erica.

**Erica Zingher** (3:17)
Mekka steht für eine Gemeinschaft der Muslime, die eigentliche über nationale Grenzen hinausgeht. Jetzt schließen sich ausgerechnet drei Staaten, drei sunnitische Partner unter diesem Namen zusammen. Warum haben sich die drei ausgerechnet diese Stadt als Namensgeber ausgesucht?

**Omid Rezaee** (3:34)
Ich kann mir kaum vorstellen, dass dieser Ort und dieser Name zufällig gewährt worden sind. Mekka ist schließlich nicht das politische Zentrum von Saudi-Arabien. Und wenn sich dort ausgerechnet drei Staatschefs treffen, um einen Verteidigungspakt zu schließen, dann hat das eine starke Symbolik für mich. Mekka ist die heiligste Stadt des Islam und die Gebirgsrichtung aller Muslime und praktisch einer der wenigen Sachen, auf die sich alle Strömungen des Islam beziehen können. Aus meiner Sicht ist die Botschaft dieser Namensgebung, dass hier soll nicht nur ein Bündnis dreier Staaten sein, sondern praktisch ein islamischer Pakt. Und ein Angriff drauf kann damit symbolisch als ein Angriff auf den Islam dargestellt werden.

**Erica Zingher** (4:23)
Aber was verbindet Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan überhaupt?

**Omid Rezaee** (4:27)
Die drei Länder haben eigentlich sehr unterschiedliche Interessen und Ausganglagen. Saudi-Arabien steht durch den Iran-Krieg unter Druck und hat erlebt, dass die US-amerikanische Sicherheitsgarantien dieses Land nicht ausreichend vor Iran schützen konnten. Für Pakistan ist der Konflikt mit Indien die zentrale Sicherheitsfrage und die Türkei ist NATO-Mitglied und von dem Iran-Krieg deutlich weniger direkt betroffen.
Was alle drei Staaten verbindet, ist aus meiner Sicht der Wunsch nach Stabilität. Sie wollen, dass die Spannungen in der Region abnehmen. Diesen Verteidigungspakt kann man deshalb als Versuch feststellen, in einer dauerhaft instabilen Region mittelfristig oder langfristig mehr Sicherheit und Stabilität zu schaffen.

**Erica Zingher** (5:18)
Also noch mal kurz heruntergebrochen, gegen wen oder was richtet sich der Bund?

**Omid Rezaee** (5:23)
Alle drei Länder behaupten und betonen, dass sich der Pakt gegen niemanden richtet. Sie sagen sogar, weitere Staaten der Region seien willkommen. Auch das iranische Außenministerium erklärt offiziell, man sehe das bündnisch nicht als gegen den Iran gerichtet. Praktisch dürfte es aber aus meiner Sicht vor allem gegen Akteure gedacht sein, die von diesen drei Ländern gewünschte Stabilität gefährten, also die Hussis im Jemen oder die Taliban in Afghanistan, aber auch natürlich gegen einen Staat wie Iran, der außerhalb der bestehenden internationalen Ordnung und gegen diese Stabilität agiert.

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